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05.09.09 / Dem Volk aufs Maul geschaut / Zusammengetragen von Felix Arndt und im »Worte aus Ostpreußen« veröffentlicht (Teil 1)

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-09 vom 05. September 2009

Dem Volk aufs Maul geschaut
Zusammengetragen von Felix Arndt und im »Worte aus Ostpreußen« veröffentlicht (Teil 1)

„Malchen, wie gut, dass ich dich treff. Wir haben uns ja wieder eine kleine Ewigkeit nich gesehn. Warst verreist amend? Mit dem Albertchen? Nu red doch schon, bist ja ganz belämmert.“

„Erbarmung, Tuta, mein Trautsterchen, wir hab’n Einquartierung bekommen, ’ne Marjell aus Bayern. Es is zum Koppchestehen.“

„Sag bloß, und was …“

„Na, kannst dir denken, dass wir ordentlich was zu bewichsen haben. Sie is doch die Tochter von einem alten Freund und will hier studieren.“

„Studieren? Ja was denn?“

„Sozialpädagogik, aber sie will noch mehr. Sie will auch unsre Sprach lernen.“

„Unsre Sproak? Ei der Deikert! Da hast ja n’en Pungel voll an typischen Ausdrücken.“

„Ja, Tuta, mein Trautsterchen, wir lernen Vokabeln, von aasen bis zwiebeln, jeden Abend.“ – „Ach, Malchen, du weißt ja: Kommst übern Hund, kommst übern Zagel!“      belauscht von os

 

Aas = ein gefährlicher, schlechter Kerl

Aas’chen = pfiffiges Mädchen

aasen = vergeuden, unsorgfältig mit etwas umgehen

aasig = sehr (z.B. „aasig teuer“, „aasig kalt“)

abarbeiten = durch Arbeitsleistung abgelten

sich abarbeiten = sich bei der Arbeit überanstrengen

abäschern = sich abmühen

einen abbeißen = Alkohol trinken

abbringen = jemanden nach Hause oder z.B. zur Bahn begleiten

abgebracht Feiertag = der dritte Feiertag zu Weihnachten, Ostern usw.

abgeschmackt = geschmacklos

abhalftern = einen Auftrag entziehen, entlassen, abwählen

abklappern = reihum besuchen, z.B. Geschäfte oder Behörden

abknappsen = Zustehendes entziehen, einsparen, kürzen

abluchsen = mit ein bisschen List abbetteln

ablungern = aufdringlich abbetteln

sich abmarachen = sich abmühen bei der Arbeit, sich abquälen

abnehmen = fotografieren, „sich abnehmen lassen“

abmurksen = schlachten, ermorden

sich abrackern = schwer arbeiten

sich abregen = sich beruhigen

abrubbeln = kräftig abreiben

absägen = jemanden absetzen, entlassen, abwählen

sich abstrampeln = sich bei der Arbeit anstrengen, abmühen

abtippen = fotografieren, „abfotografieren“

Abwasch = benutztes Geschirr

Achje = Ausdruck des Erstaunens und Mitleids

Achtehalber = 25-Pfennigstück, bis 1924 in Gebrauch


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