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05.09.09 / Glanz und Elend / Das Schicksal der einst reichen Familie Astor

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-09 vom 05. September 2009

Glanz und Elend
Das Schicksal der einst reichen Familie Astor

Gibt man bei der Internet-Suchmaschine Google den Begriff „Astoria“ ein, so bemerkt der findige Sucher schnell, dass der Begriff Waldorf-Astoria in New York auch heute noch für Prunk und Luxus steht. Allerdings gehört das heutige Waldorf-Astoria-Hotel zur Hilton-Hotelkette.

Katja Doubek hat ihr Buch „Die Astors – Glanz und Elend einer legendären Gelddynastie“ dieser einzigartigen und im 19. Jahrhundert reichsten Familie der USA gewidmet. Angefangen beim Begründer der Astor-Familie, dem 1763 geborenen Johann Jakob Astor, der als Sohn eines deutschen Dorfmetzgers aufwuchs und später als Emigrant in den USA ein Vermögen mit dem Pelzhandel machte, über den Hotelbegründer William Waldorf-Astor bis hin zu John Jacob Astor IV., der 1912 beim Untergang des als unsinkbar geltenden Luxus Kreuzfahrtschiffes Titanic den Tod fand, reicht Katja Doubeks Erzählung. Als John Jacob und seine schwangere Frau Madeleine einsahen, dass die Titanic untergehen wird, besteigen die schwangere Madeleine und ihre Krankenschwester eines der letzten Rettungsboote. „Als die beiden Frauen sich gesetzt hatten, kletterte auch John Jacob IV. zu ihnen. ,Sir, verzeihen Sie, aber wir haben Befehl, nur Frauen und Kinder einsteigen zu lassen. Bitte gehen Sie zurück an Deck‘, ermahnte ihn Lightoller … Jack Astor küsste Madeleine zum Abschied liebevoll auf die Stirn. ,Morgen sehen wir uns wieder. Pass gut auf dich auf! ...‘“ Erwähnenswert scheint an dieser Stelle, dass der stolze John Jacob Astor IV. laut Doubeks Ausführungen nicht einmal den Versuch angestellt haben soll, sich mittels seines vielen Geldes einen Platz in einem der Rettungsbote zu erkaufen.

Die kurze aber tragische Episode aus dem Leben John Jacob Astors IV. ist aber nur ein Bruchteil dessen, was Katja Doubek über die Astors zu erzählen weiß. Nachdem die Autorin im ersten Teil des Buches sehr detailliert auf das Leben des Dynastiebegründers Johann Jakob Astors eingegangen ist, häuft sich danach die Zahl der Familienmitglieder, die nur kurz benannt und beschrieben werden. Viele Personen bleiben oberflächliche Figuren, lediglich Namen in dem auf der Innenseite des Buchdeckels aufgezeichneten Familienstammbaum. Doch hätte das Buch über die Astors sicher sämtlichen Ausmaße gesprengt, wäre Katja Doubek auf jede der schillernden Gestalten und besonders der eigenwilligen und schönen Frauen des Clans eingegangen.

Gegen Ende des Buches fragt sich der Leser, was aus der Astordynastie geworden ist. Die Antwort, die Doubek auf diese Frage parat hält, ist jedoch nicht ganz so spektakulär wie der Aufstieg der Astors, der Luxus, Macht und unermesslichem Reichtum bedeutete: Der 1959 verstorbene Vincent Astor gilt als letztes vermögendes Mitglied der Familie.       A. Ney

Katja Doubek: „Die Astors – Glanz und Elend einer legendären Gelddynastie“, Piper Verlag, München, geb. 351 Seiten, 19,90 Euro


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