29.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
10.10.09 / Böse Erinnerungen an 1924

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 41-09 vom 10. Oktober 2009

Böse Erinnerungen an 1924

Oft ist die Rede davon, die SPD hätte am 27. September ihr schlechtestes Wahlergebnis „seit 1949“ erzielt. Doch damals schaffte sie 29,2 Prozent und war damit weit stärker als heute, mit nur noch 23,0 Prozent der Zweitstimmen.

Aber wann war die SPD in ihrer 146-jährigen Geschichte nun wirklich zum letzten Mal so schwach wie heute? Drei Phasen lassen sich dafür ausmachen: 1932/1933, die frühen 1920er Jahre und die Zeit vor 1893.

Bei den drei Reichstagswahlen  im Juli und November 1932 sowie im März 1933 erreichte die SPD reichsweit 21,6, 20,4 und 18,3 Prozent. Damals hatte die SPD angesichts des Elends der Weltwirtschaftskrise Millionen Wähler an die NSDAP verloren, die Wahl im März 1933 war zudem nicht mehr wirklich frei: Hitler war seit fünf Wochen Reichkanzler, etliche Sozialdemokraten und Gewerkschaftler waren inhaftiert. Allerdings war selbst die KPD noch nicht verboten und kam auf 12,3 Prozent.

Geht man weiter zurück in die Geschichte, so lag die Sozialdemokratie auch bei den Reichstagswahlen von 1920 und 1924 unter der 23-Prozent-Marke. Damals war es vor allem die Konkurrenz von KPD und linker USPD, die die SPD-Ergebnisse auf 21,6 und 20,5 Prozent drückte. Die Situation ist damit in gewisser Weise vergleichbar mit heute, wo ebenfalls kommunistisch angehauchte Konkurrenz die SPD in Bedrängnis bringt.

Noch davor muss man bis 1893 zurückgehen, um Ähnliches zu finden: Damals schaffte die SPD 23,3 Prozent. Allerdings war sie seinerzeit auf dem aufsteigenden Ast: 1890 holte sie (noch unter dem Namen „Sozialistische Arbeiterpartei“) erst 19,7 Prozent, 1897 dann schon 27,2 Prozent.            K. Badenheuer


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren