13.08.2022

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10.10.09 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 41-09 vom 10. Oktober 2009

Leserforum

Weltkriegsveteran geehrt

Zu: „Die Briten erinnern an die Toten des Ersten Weltkrieges“ (Nr. 33)

Die Briten haben unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit ihren letzten bis dahin noch lebenden Veteranen des Ersten Weltkrieges begraben. Bei uns hätte sich niemand um ihn geschert, wie es ja auch geschehen ist.

Vor Jahren wurde in England auf einem Acker ein im Zweiten Weltkrieg abgestürztes deutsches Jagdflugzeug mit seinem Piloten gefunden. Der Tote wurde unter großer Anteilnahme der örtlichen Bevölkerung mit militärischen Ehren bestattet. Bei uns hätte niemand von ihm Kenntnis genommen, hätte er es getan, wäre er ein Rechtsextremist.

So gehen Völker mit ihren in den Weltkriegen Gefallenen um. Ehre den Engländern, Schande den Deutschen.

Ursula Schonefeld, Aurich

 

 

So werden wir zur »fünften Kolonne« der Taliban

Zu: „Ratlos über Afghanistan“ (Nr. 37)

Zwei Versorgungs-Tanklastzüge werden im Kontrollgebiet des deutschen Lagers von den Taliban in ihre Gewalt gebracht. Um ein drohendes Inferno vom Lager abzuwenden, lässt ein deutscher Oberst diese Lastzüge mittels eines Luftangriffes gezielt vernichten. Dabei kommen mit Taliban-Kämpfern wahrscheinlich auch Zivilisten ums Leben. Worin unterscheiden sich Taliban-Kämpfer von Zivilisten? Der deutsche Soldat weiß es erst, wenn er von dem angeblichen Zivilisten getötet wurde. Was suchen die Zivilisten an den Tanklastzügen? Brauchen sie den Kraftstoff für ihre Mopeds und Eselskarren? Sie waren auf alle Fälle im Gefahrenbereich – nicht erst ab dem Zeitpunkt des Luftangriffes, sondern dem des Angriff der Taliban auf den Lastzug. Der Oberst hat schnell und effektiv gehandelt und damit Gefahr für die eigene Truppe abgewendet.

Eine Schande wäre es, ihn jetzt vor Gericht zu zerren, beziehungsweise den Zwischenfall für den Wahlkampf zu benutzen. Merken diese Menschen nicht, dass sie sich damit zur „fünften Kolonne“ der Taliban machen? Jeder, der sich Deutscher nennt, sollte auch hinter seinen Soldaten stehen. Hätte dieser Oberst etwa einen Orden bekommen, wenn statt ein paar Taliban-Zivilisten das deutsche Lager samt seinen Soldaten in Flammen aufgegangen wäre? Die Taliban würden sich nicht scheuen, eigene Frauen und Kinder gezielt für das Gelingen eines Anschlages zu opfern. Es wurde oft genug bewiesen. Getötete und verletzte Frauen und Kinder lassen sich effektiv vermarkten.     

Heins Dobschinski, Pirna

 

 

Falscher Name

Zu: „Zum Gedenktag nach Königsberg“ (Nr. 37)

Nein, die Evangelische Kirche in Königsberg besitzt kein zweites Kirchengebäude mit dem Namen Erlöser-Kirche, sondern nur die Auferstehungskirche.

Der insgesamt informative und zum Teil anrührende Bericht über die Reise von Ferdinand L. Schwarz mit einer Gruppe ins Königsberger Gebiet enthält mehrfach diese peinliche Namensverwechslung.

Klaus Plorin, Rückersdorf

 

 

Nazis wussten nichts von Horst

Zu: „Travestie im Sportstadion“ (Nr. 36)

Mir scheint, dass in diesem Artikel die Autorin ein wenig zu unkritisch die Geschichte des Films „Berlin 36“ als den Realitäten entsprechend angenommen hat, und ich habe deshalb im Internet nach weiteren Informationen gesucht. Tatsache ist wohl, dass der deutschen Leichtathletin Gretel Bergmann wegen ihres jüdischen Glaubens von den Nationalsozialisten auf perfide Art verwehrt wurde, 1936 für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Berlin zu starten, und sie damit um ihren Lebenstraum, um den Gewinn einer Medaille gebracht wurde. Auch ist es wohl richtig, dass die Athletin, die statt Bergmann starten durfte, in Wirklichkeit männlichen Geschlechts war und nicht Dora Ratjen, sondern Horst Ratjen hieß. Unglaubwürdig ist aber die Behauptung, dass die Nationalsozialisten bewusst einen Mann in die deutsche Mannschaft geschleust hätten, sonst hätten sie ihn sicher nicht weitere zwei Jahre bis zu seiner Enttarnung starten lassen. Dieser Meinung ist auch der Sporthistoriker Berno Bahro, der mit seiner Kollegin Jutta Braun das Buch zum Film schrieb. Nach seinen Erkenntnissen hat Ratjen erst lange nach dem Krieg behauptet, von der Hitlerjugend (!) zu dem Rollenwechsel gezwungen worden zu sein. Tatsächlich aber war Ratjen schon vorher beim Standesamt als „Dora“ gemeldet. Mir geht in diesem Film der Regisseur mit der künstlerischen Freiheit eindeutig zu leichtfertig um.

Bertram Graw, Osterby

 

 

Sitzenbleiben hat vielen geholfen

Zu: „Streit ums Sitzenbleiben“ (Nr. 37)

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung ist nichtssagend. Es fehlt die Aussage, mit welchem Erfolg der Sitzenbleiber die Klasse durchlaufen hat, in die er zurück-versetzt worden ist. Der Hinweis auf „kurzfristige Verbesserungen der schulischen Leistungen“ ist nicht definiert. Was unter „kurzfristig“ zu verstehen ist, bleibt offen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten der Schüler das Ziel dieser Klasse nunmehr erreichen. Daraus folgt, dass an der Maßnahme, dem betroffenen Schüler die Gelegenheit zu geben, sein früheres Versagen, das bekanntlich mannigfache Ursachen haben kann, durch gesteigerte Bemühungen im Rahmen neuen Klassenverbands wieder wettzumachen, nichts zu ändern ist. Eine Aufzählung der bedeutenden Persönlichkeiten, die das gleiche „Schicksal“ erlitten haben, dürfte sich erübrigen.

Dass die Studie im Zusammenhang mit der schulischen Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen von unzumutbaren Kosten („teuer“) spricht, ist besonders ärgerlich und darf unter keinen Umständen ein Gesichtspunkt sein.

Peter Zeidler, Köln

 

 

Russen holen Polen als Mitschuldige mit ins Boot

Zu: „Mitschuld? ,Prawda‘ klagt Polen an“ (Nr. 33)

Auch die „Prawda“ (Wahrheit) kann die Wahrheit schreiben. Und wenn in einer OSZE-Resolution vom 3. Juli die Rolle der Verantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges der UdSSR und Deutschland gleichermaßen zugeschoben wird und die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes als Gedenktag für die Opfer vorgeschlagen wird, dann weckte das in Russland keine Begeisterung und es konterte mit der Behauptung von der Mitschuld Polens und demontierte seine einseitige Opferrolle.

Uns übrig gebliebenen Deutschen, die sich nicht der in unserem Land herrschenden Meinungsdiktatur beugen, freut das und zeigt, dass die Wahrheit doch noch eine Chance hat. Natürlich gehören Russland und Polen zu den Mitschuldigen am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, aber nicht nur sie, auch England und Frankreich gehören dazu, und auch die USA stecken mit drin.

Richard Weymann, Ratingen

 

 

Ehefrau unterschlagen

Zu: „Wahrhaftig und unabhängig im Denken“ (Nr. 36)

Ich war sehr erstaunt, dass in dem Artikel über Joachim Fernau in seiner Vita mehr als die Hälfte seines Lebens „unterschlagen“ worden ist. Er war (über 40 Jahre) mit Gabriele, Enkelin des Münchener Pädagogen Georg Kerschensteiner, verheiratet. Sie hat wunderbare „Geschichten von Herr und Hund“ geschrieben, in denen sie hinein verwoben ihren Mann von einer ganz privaten Seite vorstellt. Ihr Buch ist auch im Herbig-Verlag erschienen.

Ingrid Tillmann, Edertal

 

 

Russen haben das Gründungsjahr von Cranz willkürlich gesetzt

Zu: „Cranz feiert sein 727-jähriges Bestehen“ (Nr. 38)

Es ist immer wieder erfreulich, wie ehrlich die Russen seit der Wende die Geschichte unserer Heimat darzustellen versuchen. Bei den EU-Brüdern Polen und Litauen dienen Stadtjubiläen in Ostpreußen hauptsächlich dazu, ihre eigenen Spuren im Zusammenhang mit der Gründung zu erfinden. Eines stimmt aber auch bei Cranz nicht: das Gründungsjahr!

Als dort 2002 das 750. Jubiläum gefeiert wurde, sahen zufällig anwesende Cranzer nur überrascht zu. Dort feierten die Russen zusammen mit geladenen Gästen aus dem Partnerkreis Pinneberg, bei deren Vermittlung übrigens zwölf Jahre zuvor alte Cranzer mit Reise-Sondergenehmigung durch den obersten KGB-Gebietschef mitgewirkt hatten.

Nie zuvor wurde in Cranz im Gegensatz etwa zu Königsberg oder vielen kleineren Orten ein Jahrestag der Gründung begangen. Auch beim bevorstehenden Heimattreffen der Cranzer sollte dann nur von der russischen Feier die Rede sein. Die alten Cranzer hätten ein wahres Jubiläum doch zuerst und ganz groß begangen.

Wie kam das „Gründungsjahr“ 1252 zustande? In dieser Ortslage gab es nachweisbar auch schon Jahrhunderte vorher eine Siedlung mit dem prußischen Namen „Krantas“, aus dem der heutige hervorgeht. Er musste also in der Ordenszeit nicht neu gegründet werden.

Der ehemalige Cranzer Bürgermeister Wladimir Schegeda gab dem Historiker Leonid Efremow aus Rudau den Auftrag, in einem „Abriss über 750 Jahre Cranz“ die Geschichte aufzuschreiben. Die „Freunde von Cranz“ finanzierten und vermittelten ihm dazu den Zugang zu entsprechenden Archiven in der BRD.

Als das Büchlein 2002 fertig war, kam dem Bürgermeister, wie man ihm nachsagt, angesichts der Vorbereitungen zum Königsber-Jubiläum der Gedanke, dass es für ihn, vielleicht auch für Cranz, ganz nützlich sein könne, alle Blicke auf eine 750-Jahrfeier drei Jahre vor der in Königsberg zu lenken.

An keiner Stelle in Efremows Abriss steht aber die Jahreszahl 1252, schon gar nicht im Zusammenhang mit einer Gründung. Efremow selbst lächelt nur dazu, er kennt seine Pappenheimer. Nur schade, dass dieses falsche „Gründungsjahr“ nun ohne Anführungszeichen, als wenn geschichtlich nachgewiesen, in die Köpfe der Menschen und in Publikationen, darunter Das Ostpreußenblatt eingeht.

Horst Dietrich, Wiesbaden

 

 

Auf die Charta folgte 1960 die Deklaration, die die Rückkehr in die Heimat forderte

Zu: Leserbrief „Durch die eigene Charta entmachtet“ (Nr. 35)

Der Leserbriefschreiber hinterfragt sehr skeptisch die Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Man sollte ihm dankbar sein.

Jeder Politiker, jeder Repräsentant der deutschen Heimatvertriebenen zitiert in der Regel gebetsmühlenhaft Passagen aus der Charta der deutschen Heimatvertriebenen.

Fragt man jedoch nach der Deklaration zur Charta, erntet man bestenfalls ein Kopfschütteln.

Die vor 50 Jahren entstandene Charta ist in ihrer Diktion geprägt durch die damals obwaltenden Umstände: Man war froh, überlebt, ein Dach über dem Kopf zu haben, froh, wieder den Hunger stillen zu können, und die Beschränkung in Nissenhütten und Notunterkünften wurde schon mehrere Jahre ertragen.

Die Verantwortlichen erkannten in Kenntnis des Selbsterlebten ihre Verantwortung vor der Geschichte. Sie wollten vor aller Welt hörbar und feierlich bekunden, das, was sie erlebt hatten, darf nie wieder geschehen.

Zu Recht dürften alle Heimatvertriebenen stolz auf dieses wohl einmalige Dokument hinweisen, das in außergewöhnlicher schwerer Zeit entstand.

Bei den Tagen der Heimat und in besonderem Maße bei den Charta-Feiern steht diese im Blickpunkt der Öffentlichkeit und wird von vielen Rednern bemüht. So weit, so gut!

Wer jedoch erinnert an die genauso bedeutsame, von den Vätern der Charta als wichtige Ergänzung formulierte Deklaration? Diese erhielt bewusst die Bezeichnung „Deklaration zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950.“ Die Deklaration selbst trägt das Datum vom 6. August 1960. Bezeichnung und Datum haben somit bewusst Symbolcharakter.

Zehn Jahre später erkannten die gewählten Vertreter der Landsmannschaften und der Landesverbände des BdV, dass die im Generalthema „Verzicht auf Rache und Gewalt“ gipfelnde Charta den Politikern den Eindruck der Selbstaufgabe und der Resignation vermittelt haben musste. Sie mussten feststellen, dass die wirkungsvolle Vertretung der Interessen der Heimatvertriebenen in der Form von Lippenbekenntnissen stattfand. Somit war die Deklaration eine zwangsläufige Folge, die der Öffentlichkeit ebenso hörbar und feierlich den nunmehr eingenommenen politischen Standort, das Wollen und den Selbstbehauptungswillen der Heimatvertriebenen vor Augen führte. In der Deklaration weist man mit Stolz darauf hin, dass die Pflichten, die man in der Charta auf sich nahm, erfüllt seien. Des Weiteren wird mit großem Nachdruck die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes gefordert, und die „Wiedervereinigung aller durch Willkür und Gewalt voneinander getrennten Teile Deutschlands ist trotz aller Hemmungen und trotz aller Widerstände herbeizuführen“.

Und noch einen Satz möchte ich herausgreifen: „Wir wollen auch jetzt und künftig wie ehedem in die Heimat zurück!“

Wahrscheinlich ist gerade diese Formulierung, ja, diese klare politische Forderung, die einen eindeutigen nationalen Standort präzisiert, die Ursache für die verschämte und stiefmütterliche Behandlung der Deklaration.

Aufgesogen vom Zeitgeist, geopfert dem Wohlstand und den vielfältigen finanziellen Abhängigkeiten, versank sie offensichtlich in gezielter Vergessenheit.

Wie dem auch sei, wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Jedoch, wenn die Charta ein so einmaliges Dokument der ostdeutschen Stämme, der deutschen Heimatvertriebenen insgesamt ist, dann ist es die Deklaration ebenfalls, und wir haben die Verpflichtung, stets vor der Weltöffentlichkeit an das uns vorenthaltene Selbstbestimmungsrecht zu erinnern.

Für mich persönlich beruht die stetige Erinnerung und Herausstellung der Deklaration auf einem besonderen heimatpolitischen Schlüsselerlebnis, aus dem eine gern übernommene Verpflichtung erwachsen ist.

Bis zu seinem Tode habe ich Dr. Bernhard Geisler, den aus der Grafschaft Glatz stammenden Unterzeichner von Charta und Deklaration, heimatpolitisch betreut. Gemeinsam mit ihm habe ich die „Rechtsverwahrung der vertriebenen Schlesier aus der Grafschaft Glatz“ konzipiert, die er auch eigenhändig mit schlussgezeichnet hat.

Dr. Geisler nahm mir das Versprechen ab, stets auf die Ursachen – warum es überhaupt zur Deklaration kam – und auf die Deklaration selbst vernehmlich hinzuweisen.

Peter Großpietsch, stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien

 

 

Teure Ausstellung

Zu: „Frisierte Geschichte“ (Nr. 37)

Mich interessiert, ob in dieser Ausstellung auch an den „Bromberger Blutsonntag“ erinnert wurde. Von einer Ausstellung, die eine Gemeinschaftsproduktion von Polen und Deutschen ist und die, nebenbei bemerkt, uns Steuerzahler ganze 650000 Euro gekostet hat, ist das wohl kaum zu erwarten.

Im Nachkriegspolen erscheint der Kriegsausbruch vom 1. September 1939 als ein völlig unschuldig erlittener Überfall durch den übermächtigen Nachbarn, gewissermaßen als Schlag aus heiterem Himmel auf ein ahnungsloses Land, wobei ganz vergessen wird, dass Polen sich seit dem März 1939 in einer ständig gesteigerten Kriegsstimmung befand, dass in zahlreichen Aufsätzen und Leserzuschriften in Zeitungen der Krieg dringend gewünscht war.

Friedrich Kurreck, Offenbach am Main


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