22.05.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
17.10.09 / Versöhnungskurs / Syrien und Saudi-Arabien nähern sich an

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-09 vom 17. Oktober 2009

Versöhnungskurs
Syrien und Saudi-Arabien nähern sich an

Der vorwöchige Staatsbesuch von König Abdallah Ibn Abd-al-Aziz bei Präsident Baschar Al-Asad signalisiert eine markante Wende in den bisher schwer belasteten Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Syrien. Saudi-Arabien hatte 2003 den amerikanischen Einmarsch im Irak begünstigt und war dafür von Syrien angegriffen wurden.

Im Libanon unterstützt Syrien die schiitische Hisbollah und deren Verbündete, die Saudis aber stehen auf Seite des sunnitischen Hariri-Klans – der 2005 ermordete frühere Premier Rafik Al-Hariri hatte engste Geschäftsverbindungen mit der Königsfamilie und war sogar saudischer Staatsbürger. In Palästina wird die in Ramallah regierende Fatah von den Saudis unterstützt, die Hamas erhält hingegen die Unterstützung Syriens, und das Hauptquartier von Hamas-Chef Chaled Maschal befindet sich in Damaskus. Vor allem aber war und ist Syrien ein enger Bündnispartner des Irans.

Aus diesen Konstellationen konstruierte Saudi-Arabien eine „schiitische Einkreisung“ – was aber an der Sache vorbeigeht, denn die Hamas ist sunnitisch. Auch die Syrer sind zu drei Vierteln sunnitisch, und die herrschende Minorität der Alawiten wird zwar gerne als „schiitisch“ bezeichnet, ist jedoch westlich und weltlich, hat also mit den Fanatikern im Iran und im Irak nichts gemein.

In Wahrheit fürchten die saudischen Machthaber weniger die iranische Rüstung – selber verfügt man ja über ein großes Arsenal modernster amerikanischer Waffen –, sondern eher den sozialen Sprengstoff im eigenen Land, zu dem man auch die unterprivilegierte schiitische Minderheit rechnen muss.

Syrien versucht seit Jahren, aus seiner Isolation in der arabischen Liga herauszukommen, in die es durch das Bündnis mit dem Iran und durch westlichen Druck geraten ist und baut dabei auf Saudi-Arabien. König Abdallah wiederum will eine geeinte arabische Haltung in der Palästina-Politik, was nur mit Syrien geht – und wohl erst, wenn der diskreditierte „Palästinenser-Präsident“ Mahmud Abbas fallen gelassen wird. Und auch im Irak wächst mit Ministerpräsident Nuri Al-Maliki für Syrer und Saudis ein gemeinsames Feindbild heran.                 RGK


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren