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17.10.09 / Polanskis Arroganz

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-09 vom 17. Oktober 2009

Polanskis Arroganz
von Gustav Böhmer

Als Vater einer neunjährigen Tochter habe ich auf diese Nachricht lange gewartet: Roman Polanski wegen Vergewaltigung festgenommen! Die Erinnerungen an die Berichte von damals sind bei mir noch frisch. Und auch die Wut über die Arroganz, mit der der Star-Regisseur diese Tat keineswegs bestritt; die Wut auch über die Tatsache, dass er sich seither unbehelligt in zahlreichen Ländern aufhalten konnte, in denen die Vergewaltigung und der Missbrauch Minderjähriger nicht weniger als Verbrechen geahndet werden wie in den USA. Ich habe nie ein Dementi gelesen, als ihm nachgesagt wurde, er habe die „Zuträger“ der 13-Jährigen in seinem Team angeraunzt, er habe ein Mädchen bestellt und keine Oma. War die Tat wirklich ein Einzelfall?

Geblieben ist auch der Zorn auf seine prominenten Fürsprecher – zurecht, wie sich jetzt zeigt: Damals war es neben anderen der „große“ Curd Jürgens, der im „Stern“ forderte, man müsse jetzt ganz fest zu Polanski halten: Heute sind es sogar leibhaftige Minister aus Frankreich und Polen, die ungeniert Straffreiheit für einen Verbrecher fordern und damit so nebenbei zeigen, was sie von der Gewaltenteilung halten.

Man kann den verantwortlichen Stellen der Schweiz nur wünschen, dass sie sich davon nicht beeindrucken lassen, sondern Roman Polanski alsbald an die USA ausliefern. Dieser Mensch, der seit mehr als 30 Jahren sehr gut gelebt hat, während sein Opfer das Trauma bis heute nicht verarbeiten konnte, sollte die nächsten Jahre in sicherem Gewahrsam zubringen.


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