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17.10.09 / Halbschwester Barbarossas / Historischer Krimi

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-09 vom 17. Oktober 2009

Halbschwester Barbarossas
Historischer Krimi

Wer nach Bestsellern wie „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett oder „Die Wanderhure“ von Iny Lorentz festgestellt hat, dass historische Roman durchaus packend und spannend sein können, darf sich auf Juliane Korelskis Roman „Die Bastardin“ freuen.

Die schöne Stauferin Agnes von Waibling, uneheliche Tochter eines Herzogs und Halbschwester von Barbarossa, wird im Jahre 1147 eines Nachts aus den trauten Mauern des Klosters Frauenchiemsee von fremden Reitern abgeholt und in die Stadt Regensburg gebracht. Sie soll dort auf Geheiß ihres Onkels König Konrad III. gegen ihren Willen mit dem deutlich älteren Grafen von Ortenburg verheiratet werden.

In Agnes Bemühen, die Ränke bei Hof und das Streben nach Land und Macht zu verstehen, lernt sie nicht nur ihren Halbbruder Friedrich I. (Barbarossa), sondern auch dessen besten Freund, den Welfenherzog Heinrich den Löwen, kennen und lieben.

Der hitzköpfige Heinrich und die temperamentvolle Agnes verlieben sich ineinander, doch die ihr bevorstehende Hochzeit mit dem Ortenburger Grafen wiegt zu schwer, als dass sie ihr neu gefundenes Glück genießen könnten.

Nach einer gemeinsam an der Donau durchwachten Nacht, der Nacht vor Agnes Hochzeit, geschieht jedoch etwas Furchtbares, was sofort den Verdacht auf den offenbar verliebten Heinrich lenkt. Der alte Graf von Ortenburg wird eben an der Stelle, an der Heinrich und Agnes die letzte Nacht verbrachten, erstochen aufgefunden.

Der König beauftragt Agnes Halbbruder Friedrich mit der Aufklärung des Mordes, wohl wissend, dass Agnes und Heinrich einander sehr zugetan sind.

Die spannende Suche nach dem Mörder, von der Agnes und Heinrichs gemeinsames Glück abhängt, beginnt. Doch nicht nur Friedrich und Heinrich machen sich auf die gefahrvolle Suche, sondern auch die mutige Agnes stellt, sehr zur Besorgnis der beiden Männer, eigene Ermittlungen an.

„,Wir reiten zur Schenke an der Steinernen Brücke‘, bestimmte Agnes. Roland verzog das Gesicht. ,Das ist keine gute Gegend für eine edle Dame wie Euch, Frau Agnes.‘ ,Dafür habe ich Euch an meiner Seite, nicht wahr?‘ Sie duldete keinen Widerspruch mehr. Wenn sie sich schon nicht allein in der Stadt bewegen durfte, so wünschte sie doch, frei wählen zu dürfen, wohin es als Nächstes ging. Allerdings sollte sie schon bald allen Grund haben, ihre Entscheidung zu bereuen. Sie hatte sich unter einer Schenke am Hafen wohl eine dunkle, kleine Kaschemme vorgestellt, doch sie hatte nicht mit so viel Schmutz gerechnet, mit so viel Lärm und so vielen Männern, die auf kleinstem Raum beisammensaßen und nichts anderes taten, als dem Schankmädchen in den Hintern zu kneifen und die Würfel kreisen zu lassen. Und natürlich zu trinken, was die Weinkannen hergaben …“

In dem historischen Roman „Die Bastardin“ vereint die ehemalige Buchhändlerin und 1979 geborene Geschichtsstudentin Juliane Korelski geschichtliche Ereignisse, große Gefühle und Krimi zu einer Mischung. Der Roman besticht durch facettenreiche Charaktere, das detailgetreu beschriebene mittelalterliche Umfeld und die aufrichtige, nahezu kitschfreie Liebe zwischen Heinrich dem Löwen und Barbarossas Halbschwester Agnes.   A. Ney

Juliane Korelski: „Die Bastardin“, Piper Verlag, München 2009, broschiert, 348 Seiten, 8,95 Euro


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