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07.11.09 / Reformstillstand / EKD-Synode ohne neue Perspektiven

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 45-09 vom 07. November 2009

Reformstillstand
EKD-Synode ohne neue Perspektiven

Die Wahl der neuen Ratsvorsitzenden Margot Käßmann und des neuen Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stand eindeutig im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung der Synode vom 25. bis 29. Oktober in Ulm. Daneben diskutierten die Synodalen jedoch auch über das Ehrenamt, den Rechtsextremismus und den Haushalt 2010.

Mit einem Zitat des Reformators Johannes Calvin, dessen 500. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, führte Vizepräsident Klaus Winterhoff in die Haushaltsberatungen ein: „Die Fürsten sollen eingedenk bleiben, dass ihre Staatseinkünfte keine Privatkassen sind, sondern vielmehr Schatzkammern des ganzen Volkes, die sie ohne offenkundiges Recht nicht vertun oder verschwenden können.“ Wo es im Haushalt mit einem Gesamtvolumen von rund 182 Millionen Euro Einsparmöglichkeiten oder gar Verschwendungen gebe, kam allerdings nicht zur Sprache. Dabei sieht die finanzielle Zukunft der EKD angesichts von Wirtschaftskrise und Steuerreformplänen der neuen Regierung nicht gerade rosig aus. Für 2010 wurden dennoch 42 Millionen Euro für Projekte des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) und 14,6 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit, darunter vier Millionen für das Magazin „Chrismon“, bewilligt.

Die Synode bezeichnete das ehrenamtliche Engagement als „zentralen Ausdruck des Glaubens“. Gerade ein sich immer stärker ausdifferenzierendes und individualisierendes Gemeinwesen sei auf dieses Engagement angewiesen. Über Allgemeinplätze wie: „sich zu engagieren ist Ehrensache − es geschieht freiwillig, öffentlich, gemeinwohlorientiert, unentgeltlich“ kamen die Synodalen dabei jedoch nicht hinaus.

Beunruhigt zeigte sich die Sy-node der EKD über rechtsextremes Gedankengut, das sich vermehrt in brutalen Gewalttaten, antichristlichen Ressentiments und Vorfällen äußere. Ähnliche Phänomene von linksextremer Seite behandelten die Synodalen ebenso wenig wie den gegenwärtigen Stillstand der zentralen Reformvorhaben der EKD, die der ehemalige Ratsvorsitzende Wolfgang Huber mit seinem Konzeptpapier „Kirche der Freiheit“ (2006) anstoßen wollte.            HEB


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