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07.11.09 / Fortschritte / Moskau erhält Zustimmung für Pipelines

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 45-09 vom 07. November 2009

Fortschritte
Moskau erhält Zustimmung für Pipelines

Die beiden großen russischen Pipeline-Projekte Nord Stream und South Stream machen Fortschritte. Vor allem der Bau der South-Stream-Gaspipeline scheint nach Besuchen von Präsident Dmitrij Medwedew und Premier Wladimir Putin in den beteiligten Ländern näherzurücken.

Der türkische Präsident Abdullah Gül stimmte in einem Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Medwedew geologischen Arbeiten für South Stream in türkischen Hoheitsgewässern des Schwarzen Meeres zu. Im August war es Wladimir Putin bereits gelungen, dafür eine Vorvereinbarung mit Premier Recep Tayyip Erdogan zu treffen. Im Gegenzug sagte Moskau der Türkei seine Unterstützung für den Bau der Ölpipeline von Samsun durch das Schwarze Meer nach Ceyhan am Mittelmeer zu.

Ebenfalls in der vergangenen Woche wurde in Serbien im Beisein von Präsident Medwedew der Vertrag zur Gründung eines russisch-serbischen Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet. An dem Joint-Venture von Gazprom und dem serbischen Energiekonzern Srbijagas hält Gazprom 51 Prozent. Damit sieht es im Augenblick so aus, als könnte South Stream schneller verwirklicht werden als das europäische Konkurrenzprojekt Nabucco, mit dem Gas aus dem Iran und Aserbeidschan an Russland vorbei nach Europa befördert werden soll. Allerdings könnten die Türkei und Bulgarien als „Wackelkandidaten“ die Realisierung von South Stream noch gefährden, denn beide unterstützen auch das Nabucco-Projekt. Der Bau der South-Stream-Pipeline soll Ende 2010 beginnen.

Für den Bau der Ostseepipeline fehlen Moskau noch ökologische Gutachten aus Finnland, Schweden, Deutschland und Russland selbst. Auch hier kann der Kreml nach Putins Besuch vom September bei seinem dänischen Amtskollegen Laekke Rasmussen aber einen Erfolg verbuchen: Dänemark stimmt nun dem Verlauf der Pipeline auf dem Grund der Ostsee nahe der Insel Bornholm zu. Gazprom schloss dafür mit dem dänischen Staatskonzern DONG Energy einen langfristigen Vertrag ab, der eine Verdopplung der Liefermenge bis 2012 vorsieht.          MRK


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