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05.12.09 / Keineswegs brav / Neue Familienministerin eckte bereits an

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-08 vom 05. Dezember 2009

Keineswegs brav
Neue Familienministerin eckte bereits an

Wer ist Kristina Köhler? So fragten nicht nur zahlreiche Bürger, sondern auch viele Medienvertreter, als der Name der neuen Familienministerin bekannt gegeben wurde. Doch die junge Hessin, über die die PAZ in den letzten Jahren immer wieder berichtete, ist weder unbekannt noch brav, seit Jahren sorgte die unbequeme Pragmatikerin mit ihren Stellungnahmen immer wieder für kleinere Aufregungen.

Dass sie jetzt Ursula von der Leyen in das Amt der Familienministerin nachfolgt, verdankt die erstmals 2002 nach Beendigung des Studiums in den Bundestag gewählte Diplom-Soziologin vor allem äußeren Umständen: Gesucht wurde jemand, der aus der Hessen-CDU kommt sowie weiblich und jung ist. Diese Kriterien erfüllte Köhler am besten. Die 32-Jährige trat bereits als Schülerin in die Junge Union ein und ist in ihrer Partei gut vernetzt, doch manchmal vertritt sie aus CDU-Sicht immer wieder eigene Positionen.

„Es geht um politische Glaubwürdigkeit. Die CDU darf nicht jahrelang Augenmaß und Opferbereitschaft einfordern und das dann bei erstbester Gelegenheit wieder in den Wind schlagen“, klagte sie, als ihre Partei 2008 eine außerplanmäßige Rentenerhöhung beschloss. 2006 betonte sie, dass Extremismus viele Gesichter habe: „Hier schenken sich die Rechtsradikalen aller Nationen, die Islamisten und auch Teile der deutschen Linksextremisten nichts.“ Und sie ist für eine Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz: „Wenn wir unsere gemeinsame Sprache in unser gemeinsames Grundgesetz schreiben, wen bitte soll das diskriminieren?“

Oft wird behauptet, die Obfrau der CDU/CSU-Fraktion im BND-Untersuchungsausschuss (2006−2009) sei wertkonservativ, doch das ist zu kurz gegriffen. In einigen Themenbereichen ist sie eher liberal und das dürfte sich auch in ihrer neuen Position bemerkbar machen. Wer hofft, die (noch) unverheiratete und kinderlose Köhler würde das Familienministerium wieder konservativer führen, dürfte enttäuscht werden. Vieles spricht dafür, dass sie von der Leyens Linie fortführt.                 Bel


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