15.04.2024

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05.12.09 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-08 vom 05. Dezember 2009

Leserforum

Erika Steinbach ist gewählte Vertreterin

Zu: „Das Symbol“ (Nr. 47)

Westerwelles Verhalten hat mich vollkommen erzürnt, daher schrieb ich dem Außenminister folgenden Brief: „Ihr Auftritt in Polen hat mich zutiefst enttäuscht, ja mit Abscheu erfüllt. Genauso dürfte es vielen ergangen sein, die bei der letzten Wahl ihre Stimme der FDP gaben, aber wohl nicht nur diesen. Nach Deutschland zurückgekehrt, erläuterten Sie, dass Sie nicht wegen einer Person (Frau Steinbach) die Interessen Deutschlands gefährden wollten.

Von einem deutschen Außenminister muss man erwarten können, dass er bei voller Kenntnis der Geschichte in erster Linie die Souveränität seines Landes vertritt und sich in angemessener Form die Einmischung anderer Staaten in interne Angelegenheiten verbittet.

Abgesehen davon handelt es sich beim ,Fall Steinbach‘ nicht um eine Einzelperson, sondern um die Vertreterin eines großen Teiles unseres Volkes.“               

Dr. Horst Hüttenbach, Bonn

 

 

Steinbach bedeutet Rückschlag in der Ostpolitik

Zu: „Der Ball liegt jetzt bei Merkel“ (Nr. 47)

Das mühsam gewachsene Pflänzchen der Beziehungen zu unserem Nachbarn Polen wird durch Erika Steinbach mit Füßen getreten. Die Selbstüberschätzung und der übersteigerte Egoismus dieser Dame sind nicht mehr länger ertragbar. Hat sie denn keine Geschichtskenntnis und kein Fingerspitzengefühl, wenn sie nun schon seit Monaten mit dem Kopf durch die Wand will?

Das hat alles nichts mit so genannter Gerechtigkeit und einem hergeleiteten Anspruchsdenken zu tun. Es kann nicht angehen, dass einige Millionen Heimatvertriebene durch Frau Steinbach in eine Revanchistenecke gedrängt werden und die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung dem Tun und Lassen zuschaut.

Der deutschen Außenpolitik mit ihrem Streben nach Ausgleich und Recht werden durch Frau Steinbach und ihrem Beharren Steine in den Weg gelegt, die einen gewaltigen Rückschlag in der Ostpolitik bedeuten.         

Wolfgang Riech, Obertshausen

 

 

Glückwunsch

Zu: Anzeige in der „Zeit“, vgl. „Die PAZ bald am Kiosk“ (Nr. 48)

Einen herzlichen Glückwunsch zu der Werbeidee Kreuzworträtsel in der „Zeit“ – nicht nur, weil ich selbst („aktuellgermanische“, freilich) Kreuzworträtsel erstelle. So ging ich tatsächlich neugierig auf Ihre Internetseite und war sicher nicht der Einzige. Wäre es nicht eine Idee, passend zu den Preußen/Prußen dies auch im Altpreußischen zu gestalten?

Jan Sieckmann, München

 

 

Westerwelles Profilierungssucht

Zu: „Das Symbol“ (Nr. 47)

„Das Abendland geht nicht zu Grunde an den totalitären Systemen, nicht an seiner geistigen Armut, sondern an dem hündischen Kriechen seiner Intelligenz vor den politischen Zweckmäßigkeiten“, schrieb Gottfried Benn vor 60 Jahren.

Ob Außenminister Westerwelle, der selbsternannte Fahnenträger in Sachen bürgerlicher Freiheiten, dazugehört, wird sich zeigen. Er hat offenbar nicht begriffen, dass die polnischen Nationalisten mit Teilen des katholischen Klerus gegenwärtig keine Versöhnung mit Deutschland wollen. Man erwartet – wenn sich schon der Schmusekurs der Deutschen nicht vermeiden lässt – ein „zu Kreuze kriechen“ zu polnischen Bedingungen. Die „Personalakte Erika Steinbach“ wird als Vorwand genommen. Eigens dafür hat man die unermüdliche Unions-Sprecherin für Menschenrechte in volksverhetzender Weise karikierend als blondes Flintenweib in SS-Uniform durch die polnischen Medien geschleift.

Westerwelle hat die Wahl: Entweder er bekennt sich zum demokratischen Selbstbestimmungsrecht des Vertriebenenverbandes auf Berufung von Frau Steinbach in den Stiftungs-Beirat oder er macht sich aus eigener Profilierungssucht zum Werkzeug polnischer Interessen. Dann aber sollte er anständigerweise weiteren Schaden vom Ansehen der deutschen Regierung nehmen und zurücktreten.

Dieter Bock, Burgstall

 

 

Merkwürdiges »Hobby«

Zu: „Ich möchte mit keinem tauschen“ (Nr. 46)

Wenn ein vermögendes Ehepaar in gutmenschlichen Überschwang es sich leistet 32 (!) Kinder, die zum Teil körperlich und geistig behindert oder seelisch geschädigt und traumatisiert sind, sozusagen „weltweit einzusammeln“ und nach Deutschland zu verbringen, um sie zu adoptieren, so muss man sich doch folgendes fragen:

1. Sind die Folgen dieses merkwürdigen „Hobbys“ bis ans Ende bedacht worden?

2. Welche Belastungen werden zum Beispiel über viele Jahrzehnte für unser Gemeinwesen entstehen, wenn die großzügigen „Eltern“ dieser Kinder einmal nicht mehr leben?

Gerhard Marwitz, Lüneburg

 

 

Wie »Wroclaw« in Düsseldorf auch wieder Breslau wurde

Betr.: Düsseldorfer Flughafen entdeckt Breslau

Einem aufmerksamen Zeitgenossen, gebürtiger Breslauer, der einen am Flughafen Düsseldorf ankommenden Bekannten abholen wollte, fiel auf, dass die schlesische Metropole Breslau dort nur mit ihrem polnischen Namen Wroclaw bezeichnet wurde.

Unverständnis rief vor allem die Tatsache hervor, dass auf den Anzeigetafeln zum Beispiel Warschau und Krakau nur mit dem deutschen Städtenamen Erwähnung fanden. Kurze Zeit später rief er bei der Flughafenverwaltung an und erkundigte sich nach den Umständen der  Inkonsequenz.

Einige Tage nach dem Telefonat erhielt er schriftliche Auskunft zu seinen Fragen. Das Antwortschreiben erläutert offen die Gründe für die Benennung Breslaus als Wroclaw, die allem Anschein nach mit dem internationalen Flughafencode für Breslau, nämlich WRO, zu tun haben, und kündigt eine ebenso unkomplizierte wie erfreuliche Lösung an: Man werde fortan auf sämtlichen Informationsmedien (Internet, gedruckte Flugpläne und Anzeigetafeln) die Bezeichnung Wroclaw/Breslau führen.

Diese schnelle und unbürokratische Erklärung erfreut nicht bloß, sondern zeigt wohl auch, dass in vielen Fällen der nicht eindeutigen Bezeichnung von Orten nicht politischer (Un-)Wille, sondern häufig bloße Unkenntnis der Grund von Begriffsverwirrungen ist.           

Tobias Körfer, Köln

 

 

EKD: »Kampf gegen rechts« statt Glaubensverkündigung

Zu: „Kein Aufbruch“ (Nr. 45)

Laut der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) soll von Kirchenjuristen geprüft werden, wie Rechtsextremisten aus der Kirche ausgeschlossen werden können.

Ich weiß um die politische Richtung der EKD-Ratsvorsitzenden, Margot Käßmann, und der ihres Vorgängers, die wohl mehrheitlich die Synode beherrscht. Dennoch hat mich diese Meldung alarmiert. 1) Was sind nach Meinung der EKD „Rechtsextremisten? 2) Ich würde gerne wissen, warum Rechtsextremisten gefährlicher als Linksextremisten sind, die etwa 200mal stärker straffällig werden und deren Verbleiben in der Kirche bisher nicht in Frage gestellt worden ist. Wo liegt hier der Unterschied? 3) Sind wir wieder soweit, dass Hexenverbrennung und Inquisition gegen Andersdenkende in die Kirche einzieht? Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die Kirche nicht über politische Richtungen zu entscheiden hat, sondern den Glauben verkündigen sollte. Zur Verkündigung des Glaubens gehört es aber nicht, Inquisition zu betreiben und Andersdenkende aus der Kirche auszuschließen. 4) Vielleicht bin ich in diesem Punkt allergisch, weil schon mein Vater als Pastor der Bekennenden Kirche aus der damals herrschenden Reichskirche der Deutschen Christen ausgeschlossen werden sollte. Nach dem Krieg haben wir geglaubt, diese Meinungsdiktatur unserer Kirche sei vorbei. Ich habe ebenfalls Theologie studiert und in den 50er Jahren Einigkeit unter meinen Professoren gefunden, dass die Kirche weder politische Richtungen zu beurteilen noch zu verurteilen habe und dass diese NS-Vergangenheit vorbei sei. Ich bin bestürzt, dass solche Strömungen wieder mehrheitsfähig zu werden scheinen.

Statt Kirchenmitglieder auszugrenzen, hätte unsere evangelische Kirche gerade zu dieser Zeit besonderen Grund, sich um jedes Kirchenmitglied seelsorgerisch und missionarisch zu kümmern. Die derzeitige Generation der Kirchenbeamten hat die Kirchen leer gepredigt, mehrere Millionen Kirchenmitglieder ziehen lassen, ohne sich darum zu kümmern, und ist inzwischen so wenig von der Alleinwahrheit des eigenen Glaubens überzeugt, dass sie statt Heiden zu missionieren mit Atheisten und anderen Religionen schmusten.

Wen wundert es da, wenn mit dem Verlust der Glaubenskraft auch die Bedeutung und das Ansehen der Kirche einen Tiefpunkt in unserer Gesellschaft erreicht hat?

Ich würde deshalb gerne von Frau Käßmann erklärt bekommen, aus welchen Bibelstellen sie als Kirchenfunktionärin das Recht ableitet, gläubigen Kirchenmitgliedern irgendeiner ihr unerwünschten politischen Richtung die Gemeinschaft der Gläubigen zu verweigern.

Prof. Dr. rer. pol. Eberhard Hamer, Hannover

 

 

Brüssels fauler Kompromiss

Zu: „EU-,Köpfe‘“ (Nr. 48)

Nach langen Diskussionen kann endlich die neue Verfassung (die so nicht heißen darf) in Kraft treten. Es ist nicht einfach, die 27 Staaten mit ihren verschiedensten Ambitionen unter einen Hut zu bringen, und deshalb ist es gut, dass eine weitreichende Entscheidung getroffen wurde: sich auf einen EU-Ratspräsidenten und eine EU-Außenministerin zu einigen.

Um aber überhaupt zum Ziel zu kommen, wurde hier ein fauler Kompromiss durchgesetzt. Was eigentlich hat Großbritannien mit der EU zu tun?!

Dieses Land zahlt so gut wie keine Beiträge in die EU-Kasse, es ist das Land, das die EU in fast allen Teilen strikt ablehnt, weder die Regierung noch das britische Volk sind bereit, irgend ein maßgebliches Gesetz der EU zu übernehmen.

Das stolze Königreich fühlt sich nicht als europäisches Land, sondern als Krone seiner ehemaligen Kolonien auf allen Kontinenten.

Es ist deshalb mehr als anmaßend, dass die britische Regierung mit allen erdenklichen diplomatischen Tricks ihre Kandidatin durchgesetzt hat. Nun sind wir gespannt, ob Catherine Ashton, die über keinerlei außenpolitische Erfahrung verfügt, nur britische oder sogar auch EU-Interessen vertritt.

Werner Pfennig, Neubrandenburg


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