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05.12.09 / Rund 1000 neue Bäume in Königsberg / Trotz Verschönerungsprogramm »Die grüne Stadt« nimmt der Anteil der Grünflächen aber nicht zu

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-08 vom 05. Dezember 2009

Rund 1000 neue Bäume in Königsberg
Trotz Verschönerungsprogramm »Die grüne Stadt« nimmt der Anteil der Grünflächen aber nicht zu

Seit 2007 gibt es in Königsberg das Verschönerungsprogramm „Die grüne Stadt“, das auch in diesem Jahr fortgesetzt wurde. In den vergangenen Wochen wurden in großem Umfang Bäume gepflanzt.

Hatten sich die Königsberger im Laufe der letzten Jahre bereits an das Geräusch von Motorsägen gewöhnt, so konnten sie in den vergangenen Wochen beobachten, wie innerhalb von kurzer Zeit ganze Baumgruppen neu gepflanzt wurden. Anscheinend haben die Verantwortlichen vom Grünflächenamt aus früheren Fehlern gelernt, als viele Bäume oft bis zur Unkenntlichkeit beschnitten wurden, so dass sie zu faulen begannen und schließlich abstarben. An der Planung der diesjährigen Pflanzaktion waren Vertreter der Stadtverwaltung und Abgeordnete des Kreisrats beteiligt.

Nach mühevoller Kleinarbeit der Planer zeigen sich erste Ergebnisse: Vor dem Juristischen Institut (der Polizeischule) wurden innerhalb von nur einer Stunde 15 kleine Tannen aus der Bundesrepublik Deutschland gepflanzt. Die Königsberger Kreisverwaltung hatte unter der etwas vollmundigen Bezeichnung „Die Grüne Stadt“ schon vor zwei Jahren ein Programm zum Schutz und zur Ausweitung der Erholungszonen verabschiedet. 2009 wurden aus dem Stadthaushalt fünf Millionen Rubel (rund 113000 Euro) für dieses Programm zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen 760000 Rubel (gut 17000 Euro) Entschädigung von Bauherren, die am Schlossteich 48 seltene Blautannen gefällt hatten. Mit dem Geld wurden nun Setzlinge gekauft, aber auch neue Bäume gepflanzt sowie Rasenflächen und Blumenbeete erneuert.

Die Setzlinge für die Tannen wurden in der Bundesrepublik gekauft, die Linden in Holland, weil die Stadtgärtner glauben, dass es dort die besten gebe. Die Lieferung der Linden nach Ostpreußen hat pro Stück umgerechnet knapp 70 Euro gekostet, die Tannen waren sehr viel teurer. Sie kosteten fast 290 Euro pro Stück. Alle Setzlinge hatten bereits eine Höhe von zwei Metern.

Die Tannen aus der Bundesrepublik stehen nun vor dem Juristischen Institut in der Nähe der Kreuzung Galitzkogo (Am Ausfalltor/Steindammer Wall) und Mos­kowskij Prospekt (Vorstädtische Langgasse) und auf dem Platz gegenüber dem Südbahnhof, so dass jetzt ihr Anblick alle Ankommenden erfreut. Wohl wegen der geringeren Kosten wurden wesentlich mehr Linden gepflanzt. Sie verschönern nun die Straßen Alexander Newskij (Cranzer Allee), Moskowskij Prospekt (Vorstädtische Langgasse) und die Straße Artillerijskaja (Kanonenweg). Auf allen drei Straßen herrscht ständig dichter Verkehr. Deshalb kommen die neuen Bäume gerade zur rechten Zeit. Das Begrünungsprogramm – so jedenfalls die Hoffnung – soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Insgesamt wurden in Königsberg seit Auflage des Programms „Die Grüne Stadt“ bereits über 1000 Bäume gepflanzt: 500 im Jahr 2007, 216 im Jahr 2008 und 298 in diesem Jahr. Wie jeder weiß, produzieren Bäume Sauerstoff, schützen Wohngebiete vor Staub, absorbieren Abgase und Verkehrslärm. Die Kreisverwaltung erhält ständig Aufforderungen von Anwohnern, die vorhandenen Grünflächen und Parks zu erhalten und zu erweitern. Vor allem im Zentrum der Stadt gibt es noch zu wenige davon, auch deswegen hat Königsberg im Vergleich mit anderen Regionen der Russischen Föderation die meisten chronischen Atemwegserkrankungen.

Tatsächlich sind die jüngsten Pflanzungen nur ein kleiner Ausgleich für die vielen Bäume, die der Neubebauung im Stadtzentrum in den letzten Jahren zum Opfer gefallen sind. Die Programme zur Stadtbegrünung halten den Anteil der Grünflächen bestenfalls auf dem Stand von vor einigen Jahren.             Jurij Tschernyschew

Foto: Auch hier stehen Tannen aus der Bundesrepublik: Platz gegenüber dem Südbahnhof


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