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09.01.10 / Kein Weg ist ihr zu steinig / Eine gebürtige Berlinerin im Dienste Ost- und Westpreußens

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-10 vom 09. Januar 2010

Kein Weg ist ihr zu steinig
Eine gebürtige Berlinerin im Dienste Ost- und Westpreußens

In diesen Tagen vollendet Dorothee Radke ihr 80. Lebensjahr. Ganze 40 Jahre davon widmete sie in herausragender Weise und mit großem persönlichem, ehrenamtlichem Einsatz der Vertriebenenarbeit und der Bewahrung des Kulturguts der Ost- und Westpreußen.

In den Jahrzehnten ihres unermüdlichen Einsatzes und gelegentlich notwendigen Kampfes für die Sache der Heimatvertriebenen war Dorothee Radke kein Weg zu steinig. Heute kann die Jubilarin auf ihr Lebenswerk zurückblicken. Vieles war ihr gelungen, aber auch viele ihrer anspruchsvollen Ziele konnte sie zu ihrem persönlichen Bedauern nicht verwirklichen. Die Mitgliederversammlung der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V. wählte Frau Radke zu ihrem Ehrenmitglied.

Die gebürtige Berlinerin verschlug es während des Zweiten Weltkriegs von Berlin nach Kallies in Pommern, dem Geburtsort ihrer Mutter. Anfang 1945 kamen sie und ihrer Mutter durch die Flucht wieder zurück nach Berlin, wo sie den Einmarsch der Rote Armee und die Besetzung der kriegsverwüsteten Stadt mit allen damit verbundenen bitteren Lebensumständen erlebte.

Nach dem Abitur 1948 in Berlin-Charlottenburg besuchte sie die „Städtische Höhere Wirtschaftsschule“ in Berlin-Wilmersdorf. Danach arbeitete sie in der Presse- und Archiv-Abteilung der Berliner Bank AG.

Nach ihrem Studium der Zeitungswissenschaften und Literaturgeschichte an der Universität München promovierte sie 1957 zum Dr. phil. mit dem Thema „Der publizistische Kampf um die höhere Frauenbildung – von den Anfängen bis zur Zulassung der Frau zum Hochschulstudium“.

Im Jahr 1959 heiratete sie den 1999 verstorbenen, in Ostpreußen geborenen Historiker und Bundeswehroffizier, Dr. Heinz Radke (zwei Töchter). Seit 1969 lebt sie in Oberschleißheim bei München.

Durch ihren Mann kam die Jubilarin vor 40 Jahren unmittelbar mit der Arbeit der Heimatvertriebenen in Kontakt. An seiner Seite engagierte sie sich von nun an in kollegialer Zusammenarbeit für die Anliegen der Ost- und Westpreußen, um deren Kulturerbe im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu erhalten und weiter zu vermitteln.

Dorothee Radke war Mitinitiatorin und ist Gründungsmitglied der im Jahre 1971 gegründeten Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V. mit Sitz in Oberschleißheim bei München. Dieser Einrichtung als eine landsmannschaftliche Begegnungsstätte mit dem Haus der Ost- und Westpreußen, einem Archiv und der neuen Archivausstellung, einer umfangreichen Bibliothek und dem später errichteten „Mahnmal Flucht und Vertreibung“ widmete sie in den folgenden Jahrzehnten bis zum heutigen Tage ihre volle Schaffenskraft.

Große Verdienste erwarb sie sich darüber hinaus als Pressereferentin des BdV-Bayern, als Landesschriftführerin im Vorstand der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen, als Autorin von Büchern, wissenschaftlichen Publikationen, in Zeitschriften und Schriftenreihen und Anthologien sowie als Redak-teurin beim Bayerischen Rundfunk und als Redakteurin und Mitgestalterin der „Acta Borussica“. Schließlich war Frau Radke Mitgestalterin einiger viel beachteter mobiler Ausstellungen in nah und fern über die Heimatgebiete.

Selbst mit dieser langen Aufzählung sind die ehrenamtlichen Positionen und Tätigkeiten der Jubilarin noch keineswegs erschöpft.

Für ihre ehrenamtlichen Leistungen zur Bewahrung des Kulturguts der Ost- Und Westpreußen wurde Dorothee Radke mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. 1980 wurde Frau Dr. Radke vom BdV für ihre hervorragenden Rundfunk- und Fernsehbeiträge im Bayerischen Rundfunk mit dem „Ersten Preis des Medienpreises der Heimatvertriebenen“ geehrt. Es folgten das Goldene Ehrenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen, die Goldene Ehrennadel der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern e.V., das Ehrenzeichen der Landsmannschaft der Westpreußen (1989) und schließlich im Jahre 2007 die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste. R. Krohn


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