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09.01.10 / Zwischen Stasi und Liebe / ARD drehte Mehrteiler über die jüngste deutsche Geschichte

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-10 vom 09. Januar 2010

Zwischen Stasi und Liebe
ARD drehte Mehrteiler über die jüngste deutsche Geschichte

Im Herbst 2010 wird die ARD jeweils am Dienstagabend eine neue – zunächst auf sechs Folgen beschränkte – Familienserie auf den Bildschirm bringen. Gedreht wurde bis Mitte Dezember 2009. Der Titel „Weißensee“ ist ein Hinweis auf die Ost-West Handlung, auf Stasi, Hinter- und Abgründe wie auch auf Opfer- und Täter-Handlungen. DDR-Nostalgiker werden allerdings enttäuscht sein. In einer Zeit, in der vielen – auch jüngeren – Zeitgenossen jenseits von Elbe und Werra die DDR mittlerweile als gut gemeintes aber „leider misslungenes“, gesellschaftliches Experiment erscheint, kommt die Serie gerade zur richtigen Zeit.

Zum Inhalt: Die Familien Kupfer und Hausmann stehen stellvertretend für viele DDR-Schicksale. Hans Kupfer, gespielt von Uwe Kockisch (den Fernsehzuschauern vor allem als Commissario Brunetti in den Donna-Leon-Verfilmungen bekannt), ist Generalmajor des MfS, Dunja Hausmann (Katrin Sass) eine systemkritische Liedermacherin – und zeitweilig Geliebte Kupfers. Auch zwischen den Kindern der Protagonisten, der „zweiten Generation“, kommt es zu Liebesbeziehung, so dass genug Möglichkeiten der Verwick-lungen zu mehreren Tragödien gegeben sind.

Kupfer hat zwei Söhne. Falk (Jörg Hartmann), der ältere, ist selbst bei der Stasi und kritisiert des Vaters laschen Umgang mit der Liedermacherin. Der ehrgeizige Filius nimmt sie ohne Wissen des Vaters „aufs Korn“. Er will Karriere beim MfS machen, und die Liedermacherin erscheint ihm das geeignete Objekt.

Der andere Sohn, Martin (Florian Lukas), ist als Volkspolizist auch im Staatsdienst untergekommen, ohne sich in den Überwachungsstaat zu verstricken, und verliebt sich in die Tochter der Liedermacherin, gespielt von Hannah Herzsprung.

Die Filmteile entstanden an Originalschauplätzen wie dem Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen oder der Stasizentrale Nor-mannenstraße in Berlin-Lichtenberg. Wieder zu sehen ist die DDR, wie sie damals war, bis zur kleinste Requisite. Produzentin Regina Ziegler legt Wert auf absolute Authentizität, beschäftigte historische Berater und konnte für ihr Vorhaben Drehbuchautorin Annette Hess („Die Frau am Checkpoint Charlie“) gewinnen. Wahre Begebenheiten sind leicht verfremdet in die Serie „eingebaut“ worden. Die Produktion folgt weder dem Konzept von Seifenopern noch dem der Telenovela. Dennoch ist im Erfolgsfall vorgesehen, die Serie fortzuführen. Die jetzt produzierten Folgen spielten im Jahr 1980, bis zum Mauerfall und bis in die heutige Zeit wäre da noch viel Raum. H.L.

Foto: Aussprache im Wald: Uwe Kockisch und Katrin Sass in dem gerade abgedrehten TV-Mehrteiler „Weißensee“


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