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09.01.10 / Peinliche Rede und informative Texte / Die Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft über Kirche, Krieg und Korruption

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-10 vom 09. Januar 2010

Peinliche Rede und informative Texte
Die Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft über Kirche, Krieg und Korruption

Wir wollen, dass möglichst viele Deutsche sich an einem blühenden Vaterland erfreuen“, zitiert Menno Aden aus Hölderlins „Hyperion“ und fügt hinzu, zu einem blühenden Vaterland gehöre auch das freie Wort. Das aber ist in der Bundesrepublik Deutschland, wie er an seinem eigenen Beispiel schildert, nicht mehr gewährleistet, und das ebenso wenig wie der aufrechte Gang. Mit einem klugen Aufsatz in dem erschienenen Heft des von der Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG) herausgegebenen „Deutschland-Journals“ stellt sich der neue Vorsitzende vor. Es geht ihm um die „Urangst des deutschen Volkes“, in der er die Ursache für die heutige deutsche Unterwürfigkeit und nationale Selbstverleugnung sieht, über die das Ausland zunehmend staune. Immer wieder bezichtigten sich die Deutschen selbst mit der Behauptung, allein ihre jüngste Vergangenheit sei von Verbrechen gezeichnet. „Die Gutheit der anderen und die eigene Bosheit sind zum Bestandteil unseres nationalen Bewusstseins geworden“, so Aden. Er sieht die geschichtliche Parallele in der Antike, als die Weltmacht Rom es nicht dulden wollte, dass Karthago ihr die ausschlaggebende Rolle in der damaligen Welt streitig machte. Rom überzog die Konkurrenzmacht so lange mit Krieg, bis Karthago vernichtet war.

Ein Zeugnis für die devote Haltung unserer Regierenden soll die in dem Heft wiedergegebene peinliche Rede der Bundeskanzlerin bei der Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges in Danzig ablegen. Das „Deutschland-Journal“ bietet auch die Möglichkeit, den Text zu lesen, den der russische Historiker Sergej Kowaljow, Leiter der wissenschaftlichen Forschungsabteilung für die Militärgeschichte, zum Jahrestag des Kriegsausbruches im Internet über die Ursachen des deutsch-polnischen Krieges veröffentlicht hat. Deutsche Leser konnten in ihren Zeitungen nur wenige Sätze lesen. Dann musste er aufgrund polnischer Proteste gelöscht werden.

Als Beispiel für die Indoktrination schildert Hans-Joachim von Leesen die Umerziehung der Deutschen als Teil der psychologischen Kriegführung der Siegermächte, die er als eine der wesentlichen Ursachen für den deutschen Selbsthass deutet. Und der stellvertretende Vorsitzende der SWG, Oberst a.D. Manfred Backerra, legt eine Studie zum Thema „Sind wir in Afghanistan noch zu retten?“ vor und kommt dabei zu einem bedenklichen Schluss.

Konrad Badenheuer, Chefredakteur der PAZ und Vorstandsmitglied der SWG, fragt angesichts des Finanzdesasters, das durch Leichtfertigkeit und Unfähigkeit von Bankern und Politikern Vermögenswerte vernichtet habe, die im Umfang den Schäden des Ersten Weltkrieges gleichkämen, wo der Ruf der Kirchen zur Buße bleibt.

In kürzeren Beiträgen erfährt man etwas über italienische Verbrechen im Kriege gegen Äthiopien, über die Woge von Kriminalität und Korruption, in der das einst blühende Südafrika unterzugehen droht, sowie über die Aktivitäten der SWG. Einige Rezensionen, wie etwa die über das bisher nicht in Deutschland erschienen Werk des israelischen Historikers Shlomo Sand „Comment le peuple juif fut inventé“ (Wie das jüdische Volk erfunden wurde) schließen das Heft ab. Martin Lüders

Das „Deutschland-Journal“, Ausgabe Weihnachten 2009, ist gegen Einsendung eines Fünf-Euro-Scheines pro Exemplar für Versandkosten und Schutzgebühr erhältlich bei der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft, Postfach 26 18 27, 20508 Hamburg.


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