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06.02.10 / Wiedergutmachung / Iran fordert Entschädigung für 1941/54

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-10 vom 06. Februar 2010

Wiedergutmachung
Iran fordert Entschädigung für 1941/54

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat vor wenigen Tagen Entschädigungsforderungen gegen Russland und Großbritannien erhoben. Es geht um die Schäden, die dem Land 1941 bis 1946 durch Krieg und Besatzung zugefügt wurden. 69 Jahre nach dem Angriff werden sich humane und materielle Schäden allerdings nur noch schwer beziffern lassen.

Was sich aber noch errechnen lässt, sind die Folgen der entschädigungslosen Erdölausbeutung. Deswegen richten sich die Forderungen in erster Linie auch nicht gegen Russland, sondern gegen Großbritannien und die USA als Nutznießer iranischen Erdöls während des Krieges.

Am 25. August 1941 überfielen die Streitkräfte der beiden Länder den neutralen Iran. Die Kämpfe zogen sich bis zum 17. September 1941 hin, allerdings hatten die Angreifer schon am 10. September 1941 eine ihnen freundlich gesonnene Gegenregierung eingesetzt. Am 16. September musste Reza Schah zu Gunsten seines Sohnes Mohammad Reza abdanken. Das Land wurde in der Folge in zwei Besatzungszonen aufgeteilt.

Die Angloamerikaner förderten das iranische Öl ohne Bezahlung und versorgten ihren sowjetischen Verbündeten mit Waffen über diese Mittelost-Route. Nach Kriegsende dauerte die Besatzung fort. Die Sowjetrussen zogen erst 1946 ab. Die Ausbeutung der iranischen Erdölquellen durch die Angloamerikaner ging weiter wie bisher. Erst am 28. Oktober 1954 wurde ein neuer Vertrag mit einem Konsortium aus 17 Ölkonzernen geschlossen. Nun erhielt der Iran die Hälfte des Gewinnanteils.

Bislang hat sich nur Moskau zu den iranischen Forderungen geäußert und diese zurückgewiesen. Ilja Kramnik von der Nachrichtenagentur Novosti: „Der sowjetisch-iranische Vertrag von 1921 sah das Recht vor, bei etwaiger Bedrohung der sowjetischen Grenze Truppen in dieses Land einzuführen. Ziemlich stark waren die prodeutschen Stimmungen im Iran und in der benachbarten Türkei … was zu entsprechenden Maßnahmen zwang.“

Ähnlich hatten die Sowjets bei ihrem Überfall auf Finnland argumentiert.          Hans Lody


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