15.04.2024

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20.03.10 / MELDUNGEN / ZUR PERSON

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 11-10 vom 20. März 2010

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Ausländische Wurzeln

Wiesbaden – In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen haben mehr als 40 Prozent der unter Zehnjährigen einen Immigrationshintergrund, mindestens ein Elternteil ist also nicht in Deutschland geboren. Das gleiche gilt für die Nordhälfte Baden-Württembergs, für Süd-Hessen und weite Teile Nordrhein-Westfalens. Dies teilt das Statistische Bundesamt mit. Am geringsten ist ihr Anteil demnach in den Neuen Bundesländern. H.H.

 

Teurer Patriotismus

Pressburg – Der Ministerpräsident der Slowakei Robert Fico hat Staatspräsident Ivan Gasparovic gebeten, das beschlossene Patriotismusgesetz nicht fristgemäß zum 1. April, sondern erst zum 1. September zu unterzeichnen. Die Flaggen, Wappen und Verfassungstafeln, die in jedes Klassenzimmer sollen, seien in der kurzen Zeit nicht zu beschaffen. Das Gesetz schreibt auch vor, alle Schultage und öffentlichen Veranstaltungen mit der Hymne zu beginnen. H.H.

 

Eine »Granate« aus Danzig

Sie brachte einen Schuss Feminismus in die deutsche Politik, was für eine CDU-Frau ungewöhnlich war. Andererseits ist sie auch der Beweis dafür, dass eine unverheiratete und kinderlose Frau auch lange vor Angela Merkel Karriere in der Union machen konnte.

Das an Margret Thatcher erinnernde Auftreten und ihre Konversion zum Katholizismus mit 14 – zuletzt hatte sie sich für das Volksbegehren „Pro Reli“ zur Erhaltung des Religionsunterrichts in Berlin stark gemacht – haben Hanna-Renate Laurien (zu Unrecht) sogar den Ruf eingebracht, eine Konservative in der Union zu sein.

1928 wurde Laurien in Danzig geboren, doch ihre Jugend verbrachte sie in Brandenburg und Berlin. Bei Kriegsende musste sie zum Reichsarbeitsdienst. Nach dem Krieg studierte die junge Frau zunächst an der Humboldt-Universität im kommunistisch beherrschten Ost-Berlin. 1948 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Freien Universität Berlin im freien Teil der Stadt.

Sie machte Karriere in Westdeutschland, erst in Nordrhein-Westfalen, dann in Rheinland-Pfalz. Dort wurde sie Kultusministerin. Später wechselte Hanna-Renate Laurien nach Berlin, wo sie Schulsenatorin wurde. Sie galt als bodenständige Frau (Spitzname: Hanna-Granate), die den Kontakt zum Bürger nicht verloren hat: Ihre Nummer stand im Telefonbuch.

Ihre Hoffnung, Nachfolgerin Richard von Weizsäckers als Regierender Bürgermeister zu werden, scheiterte am Ehrgeiz Eberhard Diepgens und an der Berliner Parteibasis. Trotzdem galt sie bis zum Ausscheiden aus ihrem letzten Amt (Parlamentspräsidentin) 1995 als sehr beliebte Politikerin. Ihr Tod am 12. März wurde parteiübergreifend bedauert. M.S.


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