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03.04.10 / Zweierlei Maß / Kinderporno bei Hauptpersonalratschef

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-10 vom 03. April 2010

Zweierlei Maß
Kinderporno bei Hauptpersonalratschef

Der inzwischen zurückgetretene Vorsitzende des Hauptpersonalrats des Landes Berlin, Uwe Januszewski, wurde bereits vor Wochen wegen der „Verbreitung kinderpornografischer Schriften“ zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt. Das wurde bekannt, weil auch dienstrechtliche Konsequenzen auf ihn zukommen. Januszewski ist als Amtsrat beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in der Abteilung Soziales beschäftigt. Er war Mitgründer des (linken) gemeinnützigen Vereins „Paper Press“, eines jugendpolitischen Pressedienstes, und veranstaltete auch „antifaschistische“ Jugendbegegnungsreisen. Dafür erhielt er 2005 das Bundesverdienstkreuz. Als er im April 2005 eine kinderpornografische Bilddatei an einen anderen Verdächtigen verschickte, wurden Fahnder erstmals auf ihn aufmerksam. Trotzdem tat dies seiner Karriere keinen Abbruch. Im März 2006 wurde Januszewski Vorsitzender des Hauptpersonalrates des Landes Berlin und war damit für 130000 Bedienstete des Landes zuständig. Im November 2007 dann wurden auf der Festplatte seines privaten Computers sechs Bilddateien mit Kinderpornos sichergestellt.

Zuständig für Januszewskis Disziplinarverfahren ist Bezirksbürgermeister Eckehard Band, ein Genosse von der SPD. Auffällig ist nicht nur die Länge des ganzen Verfahrens − 2005 erster Anfangsverdacht, 2007 Hausdurchsuchung und schließlich 2009 die Verurteilung zu einer vergleichsweise milden Strafe −, sondern auch die geringe öffentliche Aufmerksamkeit für diesen Fall, der doch genauso widerlich ist wie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Hans Lody


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