15.04.2024

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03.04.10 / MELDUNGEN/ZUR PERSON

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-10 vom 03. April 2010

MELDUNGEN/ZUR PERSON

Präsidenten im Seniorenalter

Harare − Der 86-jährige Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, kündigte an, für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen. Mugabe ist nicht der einzige Greis in einem afrikanischen Regierungsamt, der seine Macht nicht abgeben will. Während die Bevölkerung auf dem Kontinent immer jünger wird, vergreisen die Regierenden. Ob Husni Mubarak (81 Jahre) in Ägypten, Muamar al-Gaddafi (67) in Libyen, Yoweri Musveni (65) in Uganda oder José Eduardo dos Santos (67) in Angola; sie alle wollen erneut kandidieren oder haben sich bereits zum Präsidenten auf Lebenszeit küren lassen. Bel

 

»Putscht« die Kieler SPD?

Kiel − Der „Focus“ berichtet von einem geplanten „Putsch“ der schleswig-holsteinischen SPD gegen ihren Landeschef Ralf Stegner. Vor allem Stegners Verwicklungen bei der strauchelnden HSH Nordbank haben jetzt dazu geführt, dass die Partei-Spitze einen Nachfolger ausgeguckt hat. Mit einem freiwilligem Rückzugs Stegners wird allerdings nicht gerechnet. Bel

 

Sie bildete  Meinungen ab

Sie war die Pionierin der Meinungsforschung in Deutschland, eine streitbare Wissenschaftlerin, auf die CDU-Kanzler wie Konrad Adenauer und Helmut Kohl hörten. Der Name Allensbach, jener Ort am Bodensee, in dem Elisabeth Noelle-Neumann mit 93 Jahren gestorben ist, steht für Milliarden Daten, die über Volkes Stimme aufklären. Wegweisend für das Leben der gebürtigen Berlinerin war ihre Studienaufenthalte in Königsberg und in den USA, wo sie 1937 die Methodik repräsentativer Umfragen kennenlernte. „Eine neue Welt tat sich auf“, so Noelle-Neumann. Ihr Wissen war begehrt: Obwohl sie in der NS-Diktatur als kritische Journalistin auffiel, wollte Goebbels die junge Frau 1942 zu seiner Adjutantin machen. Es „rettete mich einer jener abenteuerlichen Zufälle, die mir mehrmals in entscheidenden Momenten meines Lebens widerfahren sind und die man nur als ein Gotteswunder bezeichnen kann: Ich wurde fürchterlich krank.“ Nach dem Krieg heiratete sie den CDU-Politiker Erich Peter Neumann, mit dem sie 1947 in Allensbach das Institut für Demoskopie gründete. 1964 begann in Mainz Noelle-Neumanns herausragende publizistikwissenschaftliche Karriere. Laut ihrer Theorie der Schweigespirale kann einseitige Berichterstattung Wahlen entscheiden, weil sich Menschen aus Angst vor Isolation der wahrgenommenen Mehrheitsmeinung anpassen. So trug Noelle-Neumann dazu bei, dass die Union angesichts der Linkslastigkeit der Öffentlich-Rechtlichen die Einführung des Privatrundfunks vorantrieb. Versuche, Noelle-Neumann in die Nazi-Ecke zu schieben, erklären sich auch aus ihren für die Linke unangenehmen Befunden. „Es war weiß Gott alles andere als ein langweiliges Leben“, so Noelle-Neumann in ihren Erinnerungen. Philip Baugut


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