15.04.2024

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17.04.10 / Im Gefühlschaos

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 15-10 vom 17. April 2010

Im Gefühlschaos
von Rebecca Bellano

Die Bundesregierung samt ihrer einzelnen Protagonisten ist durchaus für große Gefühle gut. Staunte die Verfasserin dieser Zeilen schon darüber, dass Außenminister Guido Westerwelle es in nicht einmal vier Wochen schaffte, dass sie es bereute, ihn mit ihrer Stimme bei der Bundestagswahl mit ins Amt befördert zu haben, so brauchte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt nur wenige Tage, um ähnliche Gefühle auszulösen.

Hatte es nicht wochenlang so ausgesehen, als ob Deutschland für die Hilfe Griechenlands „nur“ vier Milliarden Euro zahlen würde? Der Betrag lag unter den Befürchtungen, und es entstand so etwas wie Dankbarkeit für Merkels unerwartete Knauserigkeit. Auch wenn man ahnen konnte, dass  hierfür Wahltaktik wichtiger war als Überzeugung. Merkel weiß, dass der Wähler ein zu weit geöffnetes Portemonnaie gegenüber dem Ausland nicht mag. Gerade kurz vor der Wahl in NRW wollte die CDU-Chefin das Wahlvolk nicht verstimmen. Doch das fragwürdige Motiv stand hinter der anerkennenswerten Tat zurück. Schließlich schien Merkel es ernst zu meinen, denn sogar in der CDU reagierten einige bereits  pikiert über so viel finanzielle Zurückhaltung beim „Herzensanliegen“ der europäischen Einheit.

Und nun das: Deutschland muss bis zu 8,4 Milliarden für die Rettung Griechenlands beisteuern. Und das in Zeiten, in denen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Rekordneuverschuldungen vermelden muss und verzweifelt versucht, für den Haushalt 2011 zehn Milliarden Euro einzusparen. Die Emotionen, die die die Griechenlandhilfe nun auslöst, sind Unglaube, Wut und Hilflosigkeit.


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