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17.04.10 / Aus der Heimat vertrieben: Der Schrecken ist den Frauen ins Gesicht geschrieben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 15-10 vom 17. April 2010

Aus der Heimat vertrieben: Der Schrecken ist den Frauen ins Gesicht geschrieben

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) fand eine öffentliche Veranstaltung zu einer Studie über „Langzeitfolgen von Flucht und Vertreibung“ statt. Befragt wurden Personen, die im Kindesalter Flucht und Vertreibung aus dem Osten erlebt hatten. Dass jahrelang tief vergrabene Erlebnisse in der Kindheit auch im Alter noch physische und psychische Leiden hervorbringen können, wurde in der medizinischen Fachwelt lange nicht beachtet. Erst seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich die Wissenschaft in Deutschland ernsthaft mit diesem Thema.

Eine Forschungsgruppe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im UKE hat jetzt 588 Fragebögen ausgewertet und dazu 50 Flüchtlingskinder und deren Kinder persönlich befragt und untersucht – die überwiegende Anzahl stammte aus Ostpreußen. Da sie keine Lobby haben, galten sie schnell als „Opfer zweiter Klasse“.

Anhand vieler Aussagen konnte man jetzt registrieren, dass Flüchtlingskinder sich konditionierten, um „im Leben danach irgendwie zu funktionieren“. Jahrelang unterdrückte Gefühle und nicht geführte Gespräche äußerten sich später im Leben durch teilweise unklare Krankheitsbilder, die schwer zu diagnostizieren waren.      S.K.


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