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08.05.10 / Schwere Schicksalsschläge / Ausstellung über Flucht und Vertreibung im Heimatmuseum Neumünster

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-10 vom 08. Mai 2010

Schwere Schicksalsschläge
Ausstellung über Flucht und Vertreibung im Heimatmuseum Neumünster

Die Freude stand Ute Eichler ins Gesicht geschrieben. Über 30 Besucher konnte die Geschäftsführerin der Kreisgemeinschaft Lötzen am Sonnabend in den Räumen des Heimatmuseums an der Brachenfelder Straße 23 zu einer ganz besonderen Ausstellung begrüßen. Unter dem Titel „Die große Flucht 1944/45 in grafischen Bildzeugnissen“ sind dort noch bis zum 16. Oktober Werke von zehn namhaften ostpreußischen Künstlern in einer einmaligen Zusammenstellung zu sehen. Allen gemein ist, dass sie – oft nach langen Jahren des hilflosen Schweigens – versucht haben, in einer ihnen gemäßen Form das Erleben der Flucht und der Zerstörung ihrer Heimat auszudrücken und zu verarbeiten. Die Leihgaben stammen aus dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, mit dem das Heimatmuseum nun offiziell eine Kooperationsgemeinschaft eingegangen ist.

Den weitesten Weg zur Ausstellungseröffnung legte Heinz Gutt zurück, der extra aus Paderborn anreiste. „Mich überrascht die Vielfalt der Werke“, sagte er. 31 Exponate – 29 Bilder und zwei Plastiken – füllen den Raum. Beeindruckt zeigte sich auch Dr. Stefanie Janssen aus Kiel, die das bundesweite Projekt „Erfassung der ostdeutschen Heimatstuben“ in Schleswig-Holstein betreut.

Dr. Jörn Barfod, Kustos des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg, machte in seiner Einführung zu den Exponaten deutlich, dass es zum Thema Flucht und Vertreibung weniger Kunstwerke gibt als der Laie vermutet. Der ausgewiesene Spezialist für Kunst und Künstler aus Ostpreußen beantwortete im Anschluss die Fragen interessierter Besucher. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Freundeskreis Ostdeutsches Lied, dessen Mitglieder aus Lüneburg und Lübeck angereist waren.

„Erstaunlich ist die zeitliche Spannbreite der Entstehung der Werke“, sagte Ute Eichler. Das erste entstand bereits 1930, das letzte von Gerhard Bondzin (79) im Jahre 2006. Der ehemalige Präsident des Verbandes bildender Künstler in der DDR, der mit 15 Jahren aus dem ostpreußischen Mohrungen nach Westen flüchtete und sich in Dresden niederließ, ist auch der einzige im Kreise der ausgestellten Künstler, der heute noch lebt.      C.L.

Geöffnet ist das Heimatmuseum an der Brachenfelder Straße 23, Neumünster, jeden dritten Sonnabend im Monat von 10 bis 16 Uhr. Besichtigungen sind nach Absprache mit Ute Eichler, Telefon (040) 6083003 aber auch außerhalb dieser Zeiten möglich.


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