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12.06.10 / Rote Luftballons und heiße Tränen / Ostpreußens Hauptstadt erlebte eine symbolträchtige Veranstaltung zum Weltaidstag

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 23-10 vom 12. Juni 2010

Rote Luftballons und heiße Tränen
Ostpreußens Hauptstadt erlebte eine symbolträchtige Veranstaltung zum Weltaidstag

Eine Veranstaltung anlässlich des Weltaidstages am 16. Mai im Wrangelturm sollte die Öffentlichkeit auf die Probleme der Erkrankten aufmerksam machen und an die Verstorbenen erinnern.

Die Geschichte des Weltaidstages begann im Jahr 1983. Seitdem wird er jährlich am dritten Sonntag im Mai begangen. Millionen Menschen auf der ganzen Welt führen Veranstaltungen durch, um der Verstorbenen zu gedenken. Die unter dem Motto „Mehr Kerzen für den Schutz der Menschenrechte“ stehende Veranstaltung im Wrangelturm ging vom Mittag bis spät in den Abend hinein.

Die Aktion sollte das Interesse der Öffentlichkeit auf den Ernst der Aids-Problematik lenken und die Notwendigkeit der moralischen Unterstützung von Menschen mit Aids und deren Angehörigen vor Augen führen.

Eine der Attraktionen an diesem Tag war die Aktion „Plus 1“, bei der jeder, der wollte, mit roter Farbe eine Eins mit Pluszeichen auf ein Banner aufmalen konnte, um so seine Solidarität mit Aidskranken und HIV-Infizierten zum Ausdruck zu bringen. Höhepunkt des Gedenktags war die Aktion „Rote Schleife“ für mehr Unterstützung der Behörden. Die Veranstalter teilten eine rote Schleife, das internationale Symbol der Solidarität mit Aidskranken, in acht Teile und ver­schick­ten diese Mosaik­stück­chen an die Behörden oder offiziellen Einrichtungen, die sich im Königsberger Gebiet mit der Aidsbekämpfung befassen. Zur Veranstaltung am 16. Mai sollten die Teile dann wieder zu einer Schleife zusammengefügt werden. Eine symbolische Geste, mit der die Angesprochenen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Problematik hätten ausdrücken können. Doch ausgerechnet die Vertreter der Gebietsduma und des Gesundheitsamtes schienen diese Symbolik nicht verstanden zu haben, ihre Teile fehlten am Ende.

Diese Aktion hatten neben der Königsberger Jugendvereinigung „Malenkij Arbat“, der Verein „Status Plus“ und der Wohltätigkeitsverein für die Rehabilitation und soziale Wiedereingliederung Drogenabhängiger „Orechewo“, die vom Königsberger Aidszentrum unterstützt wurden, sowie die Selbsthilfegruppe der HIV-Infizierten „Perekrestok“, die Wohltätigkeitsorganisation „Caritas-West“ und andere Vereine und Gruppen durchgeführt.

Nachdem Vertreter des Aids-Zentrums, Ärzte, die mit HIV-Infizierten arbeiten, Kulturträger und Vereinsvorsitzende ihre Reden gehalten hatten, gab es zum Abschluss ein Konzert, an dem sich die Künstlergruppe „Malenkij Arbat“ des Theaters „Tretij etasch“ (Dritte Etage) sowie Musikgruppen aus Tapiau (Gwardejsk), Tilsit (Sowjetsk) und Insterburg (Tschernjachowsk) beteiligten.

Zum Abschluss des diesjährigen Gedenktages ließ man unter musikalischer Begleitung von Mozarts Requiem Hunderte purpurroter Luftballons mit den Namen der Verstorbenen in den Himmel aufsteigen. Dabei weinten viele. Jurij Tschernyschew


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