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12.06.10 / »Mit Religion hat das alles nichts zu tun« / Publizist André Lichtschlag hält den Islam für unschuldig an der mangelnden Integrationsbereitschaft von Moslems

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 23-10 vom 12. Juni 2010

»Mit Religion hat das alles nichts zu tun«
Publizist André Lichtschlag hält den Islam für unschuldig an der mangelnden Integrationsbereitschaft von Moslems

André F. Lichtschlag ist einer der interessantesten Publizisten in Deutschland. Mit seinem libertären Monatsmagazin „eigentümlich frei“ (www.ef-magazin.de) mischt er die deutsche Medien-szene auf. Für „eigentümlich frei“ schreiben Libertäre, Ordoliberale und Konservative mit nationalem oder christlichem Einschlag und sicher noch viele andere Vertreter bestimmter Denkrichtungen. Lichtschlag selbst plädiert im Zweifel immer für die Freiheit.

Anders als viele religions- und kirchenfeindliche Journalisten hält er nichts davon, Religionen zu neuen Feindbildern zu machen. Zurzeit ist ja beispielsweise eine ungeheure Hetzkampagne gegen die katholische Kirche im Gange. Es mag manche überraschen, doch Lichtschlag hält überhaupt nichts davon, den Islam zu einem neuen Feindbild zu machen.

In seinem knapp über 60-seitigen Essay „Feindbild Muslim“ beleuchtet er die „Schauplätze verfehlter Einwanderungs- und Sozialpolitik“. Nach Ansicht des Autors leben wir in einer neo-sozialistischen Gesellschaft, die ähnlich der realsozialistischen vor 20 Jahren vor dem Offenbarungseid steht. Sozialistische Menschenversuche bestehen in der Regel aus vier Komponenten: Eigentumszerstörung, Religionszerstörung, Familienzerstörung, gekoppelt an die Utopie der sozialen Gleichheit.

Nicht der Islam sei das Problem, unter welchem Deutschland wie auch andere Länder des Westens leiden. „Sarrazin hat trotzdem recht“, schreibt Lichtschlag. „Viele real existierende Einwanderer in Deutschland wie in der Schweiz – und mehr noch in Frankreich oder Belgien – sind ein großes Problem. Der Anteil des ‚Prekariats‘ unter den Türken und vor allem Arabern ist insbesondere in Berlin augenfällig höher als unter den ‚Einheimischen‘. Doch das ist ein durch Einwanderungspolitik und Sozialstaatlichkeit hervorgerufenes Übel, … weniger eines der Religion.“

Viele Menschen in Deutschland empfänden so, doch ihre Meinung werde von den etablierten Medien und den Politikern nicht artikuliert. Sie sind die sprichwörtliche schweigende Mehrheit.

„Klein-Kairo“ oder „Neu-Ankara“, so führt Lichtschlag aus, in Teilen Berlins wurden erst zum Objekt der Wut, weil sich die Bewohner dieser Stadtviertel von der deutschen Mehrheitsgesellschaft über den Sozial- und Umverteilungsstaat millionenfach aushalten ließen. Zahlreiche Deutsche hätten es schlicht satt, dass sie zu Fremden im eigenen Land geworden seien und von der vermeintlichen „Elite“ dieses Landes gegenüber „Migranten“ systematisch benachteiligt würden, obwohl dies im deutschen Staatsfernsehen oder den staatstragenden und politisch korrekten Medien regelmäßig anders dargestellt wird. Wenn in Berlin 70 bis 80 Prozent der arabischen Großfamilien von Hartz IV leben, dann wundert es einen schon, dass es nicht schon längst „geknallt“ hat.

Aber ist nicht vielleicht doch die Religion – in diesem Fall der Islam – das Problem, denn nur Gutgläubige leugnen, dass wir in Deutschland vorwiegend ein Problem mit Türken haben, während die Franzosen mit den Arabern und die Engländer mit den Pakistanis ihre liebe Not haben? Mit Religion hat dies alles nicht viel zu tun, macht Lichtschlag mit einem Blick auf die US-Verhältnisse deutlich: „Fragen wir einen weißen, durchschnittlichen US-Amerikaner, stoßen wir auf einen irritierenden Hinweis. Auch in den USA nämlich ist diesseits politisch korrekten Flüstertons eine Bevölkerungsgruppe ähnlich unbeliebt, weil sie weit mehr als andere bezuschusst und systematisch bereits in der Schule sowie zunehmend auch durch Sondergesetze am Arbeitsplatz bevorzugt wird und gleichzeitig weit überdurchschnittlich die dort etwas kleinere soziale Hängematte in Beschlag hält … Allerdings sind die Türken Amerikas nicht nur schwarzhaarig, sondern auch in kräftigeren Tönen dunkelhäutig. Und sie sind meist Christen, keine Moslems.“

Lichtschlags knackig formulierter Essay hat es verdient, dass man über seine Thesen diskutiert. Es ist nämlich höchste Zeit für Klarheit und Wahrheit in der Debatte über unsere verlogene und verantwortungslose Sozial- und Einwanderungspolitik. Ansgar Lange

André F. Lichtschlag: „Feindbild Muslim – Schauplätze verfehlter Einwanderungs- und Sozialpolitik“, Manuscriptum, Waltrop 2010, geb., 63 Seiten, 7,80 Euro


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