29.01.2022

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04.09.10 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-10 vom 04. September 2010

Leserforum

Dem Boden verbunden

Zu: „Mentale Greise“ (Nr. 31)

Mir scheint, dass der Kommentar von Hans Heckel aus der Sicht der Menschen, die von Grund und Boden leben und der Natur in besonderer Weise verbunden sind, daneben gegriffen ist. Die Bezeichnung Vergreisung darf nicht unwidersprochen bleiben. Was haben denn 78 Garmischer Bauern und ihre Familien mit den Olympischen Spielen zu tun?

Es ist schon ein starkes Stück, wenn Menschen, deren Lebensgrundlage der Boden ist, die ihm seelisch verbunden sind und die sich gegen ihre Vereinnahmung, in diesem Fall von einer Sportindustrie, wehren, als vergreist dargestellt werden.

Hier zeigt sich das alte Phänomen zwischen Stadt und Land. Stadtmenschen, auch Journalisten, die lohnabhängig und von der produzierenden „Industrie“ geprägt sind, sind immer der Feind der Landwirtschaft gewesen und sind es noch.    

Klaus Glagau, Münster

 

 

Auch in Königsberg gedachte man Königin Luises

Zu: „Zerbrechliche Schönheit“ (Nr. 32)

Was Berliner, Brandenburger und Mecklenburger zum Gedenken des 200. Todestages der preußischen Königin in diesem Jahr organisiert haben, wird nun doch Einzug in die Geschichte finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der Dokumentarfilm „Luise − Königin der Herzen“ vom NDR und Arte oder die Ausstellungen „Leben und Mythos der Königin“ im Schloss Charlottenburg und „Luise − Inselwelt der Königin“ auf der Pfaueninsel waren.

Die Ausstellungen „Der Tod der Königin“ im Kastellanhaus von Schloss Hohenzieritz und „Luise – Die Kleider einer Königin“ im Schloss Paretz sind bis zum 31. Oktober geöffnet. Es waren bisher über 100000 Menschen, welche die Ausstellungen besucht haben.

Als einzige Landesregierung hat jene von Mecklenburg-Vorpommern die Königin am 19. Juli 2010 in einem Staatsakt geehrt. Unter den Ehrengästen befand sich Georg Friedrich Prinz von Preußen.

Als Luise mit 17 Jahren 1793 als Kronprinzessin in Berlin einzog, flogen ihr die Herzen zu. Als sie im Dezember 1809 nach Flucht und Exil aus Ostpreußen zurück-kehrte, schenkten ihr die Berliner eine mit lila Samt ausgeschlagene Kutsche. Als aber schließlich ihr Sarg am 27. Juli 1810 in der Hauptstadt Preußens eintraf, weinte ein ganzes Land. Sie war und blieb der Stolz ihrer Untertanen. Wilhelm von Humboldt schrieb unmittelbar nach ihrem unerwarteten Tod: „Die Königin war, auch bloß als Frau betrachtet, von einer seltenen Harmonie in ihrem ganzen Wesen; sie hatte wirkliche Größe.“

Der Geschichtsverein „Herz der Stadt Kaliningrad“ ist Partnerverein des Schlossvereines Hohenzieritz. Wie aus dem ehemaligen Königsberg verlautet, wurde in der Luisen-Kirche der Königin ehrenvoll gedacht.       

Hans-Joachim Nehring, Neubrandenburg

 

 

Reiner Etikettenschwindel

Zu: „Gründe und Abgründe“ (Nr. 31)

Zur Erwähnung von Herrn Heckels Satire, dass bei den Nettolöhnen Deutschland (nur) auf Platz elf liege, ist ein ergänzender Hinweis angebracht: Dieser ergibt sich aus dem Etikettenschwindel des Begriffes „Krankenversicherung“. Oder kennen Sie – außer Sozialversicherungen – eine Versicherung, bei der sich deren Prämie nicht nach der Höhe des abgedeckten Risikos, sondern nach der Einkommenshöhe richtet? Wegen der Einkommensabhängigkeit der „Versicherungsprämien“ sind gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung nichts anderes als

zweckgebundene Steuern. Zu dieser zusätzlichen „Solidaritätsabgabe“ werden zudem, ohne dass ihnen – selbst bei sehr hohen Beiträgen − ein auch nur marginaler Vorteil gegenüber Nichtzahlern erwüchse, ausschließlich die gesetzlich Versicherten vergattert. Dies ermöglicht es zudem den Sozialisten, mit der Botschaft hausieren zu gehen, beispielsweise in Schweden lägen die Einkommensteuern viel höher als bei uns, wobei geflissentlich verschwiegen wird, dass Krankenkosten dort aus der Steuer beglichen werden: Sie argumentieren folglich mit einem Äpfel-Birnen-Vergleich.

Der verlogen niedrige Listenplatz gegenüber anderen Ländern ist somit Folge der Taktik, die Einkommensteuer auf mehrere Haufen zu verteilen und nur einen Teil davon als diese zu deklarieren.           

Dr.-ing. Hans-J. Kucharski M. A., Mülheim

 

 

Ach so klug ...

Zu: „Rätsel Afghanistan“ (Nr. 30)

Ich verstehe unsere Politiker nicht. Es heißt, aus Fehlern wird gelernt. Der Engländer hat sich in Afghanistan Blasen gelaufen, der Russe in den 80er Jahren auch. Aber die Nato kann es? Da wird an einem Europa gebaut, ohne die Völker zu fragen. Die Sowjetunion entstand auch ohne Volkeswille. Unsere Politiker haben die Weisheit ja mit Löffeln gefressen.       

Fredi Volkmann, Dortmund

 

 

Flensburger entdeckten ihre Liebe zu Dänemark

Zu: „Hetze gegen ,ostpreußische Rundschädel‘“ (Nr. 31)

Aus dem zerstörten Königsberg erreichten wir endlich am 5. Mai 1945 das vom Krieg verschonte Flensburg. Der Ort war Sitz der Reichsregierung. Es herrschte eine kaum erklärbare Stimmung, es war eine irgendwie andere Welt. Ein englischer Bomber entlud „spaßeshalber“ in der Nähe der Oberschule (Brixstraße) seine Bomben, so dass auch hier schließlich noch ein Hauch von Bombenterror sichtbar wurde.

Wir besaßen genau das, was wir am Körper trugen, und landeten im Stroh in einer Volksschule am Sü-dermarkt. Die Ernährungslage in der völlig überfüllten Stadt verschlechterte sich von Tag zu Tag. Lange Schlangen vor den Brotläden. Der Hunger hielt Einzug.

In den folgenden Monaten vollzog sich für einen 14/15-Jährigen eine bis heute prägende Wandlung in Teilen der einheimischen Bevölkerung. Gestern noch „ein Volk, ein Reich, ein Führer“, tauchten jetzt zunehmend dänische Flaggen am Revers der Kleidung auf, eine für uns unglaubliche „Besinnung“ auf dänische Wurzeln wurde nach außen sichtbar und hörbar. Diese Spaltung war für uns Flüchtlinge doppelt belastend, da nun diejenigen, die sowieso nichts verloren hatten, großzügig durch Dänemark unterstützt wurden. Es bedurfte einiger Beherrschung, diesem Treiben hilflos zuzusehen. Meine Mutter zitierte, „reich ist man nicht durch das, was man hat, sondern durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß“.

Übrigens auch viele Danziger besannen sich auf ihren Freistaat-status und trugen ihr Wappen zur Schau, nach dem Motto „Wir haben mit all dem ja auch nichts zu tun“.

Gut, dass in der PAZ untenden-ziös auch diese Zeit aufgearbeitet und dargestellt wird. Gerade in diesen Jahren 1945 bis 1950 haben viele Menschen den Krieg drei Mal verloren. Es gibt da noch viel zu tun, um unserer Jugend diese deutsche Geschichte zu vermitteln.         

Günter Rubach, Cuxhaven

 

 

Warum hat Frau Steinbach nicht protestiert?

Zu: „Widerspruch“ (Nr. 32)

Man ist ja einiges gewöhnt, was Festredner der politischen Parteien den Heimatvertriebenen bei Veranstaltungen ihrer Verbände glauben zumuten zu können. Was sich auf der Gedenkveranstaltung des Bundes der Vertriebenen (BdV) zugetragen hat, ist so ungeheuerlich, dass man es nicht zu glauben vermag. Doch solche Entgleisungen haben leider schon „Tradition“.

Bundestagspräsident Norbert Lammert, nach dem Bundespräsidenten zweithöchster Repräsentant dieses Landes, trägt da mal so in seiner Rede einfach locker vor, die Vertriebenen seien aus Polen nach Deutschland gekommen. Dass das die historische Wahrheit ist, glaubt er doch selber nicht. Was für ein Schlag ins Gesicht der Vertriebenen, man sollte sich das für künftige Wahlen merken. Hat es ob dieser Lammer-Rede Buh-Rufe gegeben? Hat die Präsidentin Protest angemeldet? Warum hat sie nicht den Raum verlassen?

Ich bin als Nicht-Vertriebener aus Solidarität dem BdV beigetreten, auch in Vertretung meiner vertriebenen Frau aus Ostbrandenburg. Was sich dort am Ende des Krieges abgespielt hat, kann man in dem Buch „Totentanz im Oderland“ nachlesen. Ich bin nicht gewillt, nach diesem Eklat im BdV zu verbleiben. Wer sich nicht wehrt, muss sich nicht wundern, wenn er immer mehr getreten wird.

Die Integration der 16 Millionen Vertriebenen mit der Integration von Migranten aus nichteuropäischen Ländern zu vergleichen, ist eine Äußerung, die zeigt, dass Herr Lammert die Brisanz und die Folgen der ungehemmten Einwanderung in den zurückliegenden Jahren nicht erkannt hat. Ich hatte in meiner beruflichen Tätigkeit von Amts wegen mit der Unterbringung und Betreuung von Migranten/Asylanten zu tun, ich weiß, wovon ich rede. Die Parallelgesellschaften, die Wilhelm v. Gottberg aufzeichnet, sind in Deutschland längst angekommen.   

Bernd Dauskardt, Hollenstedt

 

 

Kaum ein Ankommen gegen die mächtige Gentechnik-Lobby

Zu: „Frankenstein auf Krankenschein“ (Nr. 26)

Die von führenden Personen aus allen politischen Parteien seit mindestens zehn Jahren als eine glänzende Technologie der Zukunft gelobte Gentechnologie verbreitet eine Reihe von „Gen-Lügen“, die gebetsmühlenartig auch von einer gesteuerten Presse verbreitet werden. Darunter steht an erster Stelle: Gentechnik bekämpft den Hunger. Sie ist sicher für die Ernährung von Menschen und Tieren, ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sind kontrollierbar, die Koexistenz mit dem Anbau von traditionellem Saatgut ist möglich ohne Einkommensverluste für konventionell wirtschaftende Bauern. Gentechnik reduziert den Einsatz von Pestiziden und verleiht Pflanzen eine größere Resistenz gegen Trockenheit und salzhaltige Böden. Eine Reduzierung der Artenvielfalt mag hier und da vorkommen, ist jedoch insgesamt unbedenklich.

Die größte aller Lügen besteht jedoch in der Behauptung, dass die Gentechnik nur eine Weiterent- wicklung natürlicher Züchtungen ist. Der Molekularbiologe Cesare Gessler von der ETH Zürich hingegen beurteilt diese Tätigkeit ganz anders. Er sagt: „Die heutigen Produkte der Agrar-Gentechnik sind auf dem Niveau einer Dinosaurier-Technologie. Wir benutzen artfremde Gene, wir wissen nicht, wo im Genom diese eingebaut sind oder was sonst in der ganzen Kette vom Gen bis zum Protein verändert wird. Weil noch so viele offene Fragen bestehen, halte ich es für falsch, die heutigen transgenen Pflanzen freizusetzen. Vorerst bedarf es noch sehr viel Forschung im Gewächshaus.“

In Deutschland wie in den USA ist die Gentechnik-Industrie durchzogen von Seilschaften, die allein dem Zweck dienen, das genveränderte Saatgut auf dem europäischen Markt zu etablieren trotz der Ablehnung durch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung. Solange diese Seilschaften bestehen, wird keine Aufdeckung des Filzes erfolgen. Das Netz ist feinmaschig und überall. Eine Kontrolle dieser Machenschaften erfolgt nicht. Fast alles verfügbare Geld für die Forschung in der Landwirtschaft wird in diese Entwicklung von genveränderten Pflanzen gesteckt.

Jedes Feld, auf dem Versuche veranstaltet werden zur Untersuchung von möglichen Risiken für benachbarte Kulturen, bringt neue Pollen, Samen und Gentransfer in die Umwelt und natürlich auch in die Lebensmittelregale. Die Kontamination schreitet voran.

Wenn wir uns das Recht auf Wahlfreiheit erhalten wollen, dann wird es Zeit, dass wir aktiv werden, um es für unsere Kinder zu erzwingen. Von „nuscht“ kommt „nuscht“. An diese ostpreußische Redensart kann ich mich noch gut erinnern.         

Rudolf H. Doblin, Osterholz-Scharmbeck

 

 

Das Ende der Kohleförderung macht uns abhängig von Energieimporten

Zu: „Endlich eine gute Nachricht aus Brüssel“ (Nr. 31)

Gleich nach dem Krieg verdankten besonders die Industrien der süddeutschen Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg der deutschen Steinkohleindustrie, dass an Ruhr und Saar noch im Jahre 1957 605000 Bergleute auf 175 Zechen 150 Millionen Tonnen Steinkohle förderten. Als dann das Öl zum Unterweltmarktpreis in den deutschen Wirtschaftsraum floss, da reduzierten sich die Arbeitsplätze der Bergleute bis zehn Jahre später auf nur noch 295000. Die Bergleute förderten auf nur noch 81 Zechen immerhin noch 125 Millionen Tonnen Kohle. Da gab es Zechen wie die „Graf Bismarck“ in Gelsenkirchen, die nicht die durchschnittliche Produktionsquote von vier Tonnen pro Schicht pro Mann förderten, sondern mit den modernsten Förderanlagen ausgestattet bis zu 40 Tonnen pro Schicht pro Mann. Nun sind es nur noch 27000 Kohlebergbau-Beschäftigte, die mit „sagenhaften“ 74000 Euro pro Mann pro Jahr subventioniert werden. Und die werden angeblich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer teurer.

Die FDP wollte schon immer die totale Zechenstilllegung, und SPD und IGB (jetzt IG BCE) zieren sich, weil sie ihre Mitglieder und Anhänger nicht verlieren wollen. Und weil sich unsere Parteipolitiker insgesamt nicht einig sind, wurde der „Schwarze Peter“ nach Brüssel hingeschoben. Denn was Brüssel befiehlt, das wird dann über Berlin befehlsgemäß in Düsseldorf ausgeführt, nämlich die totale Vernichtung des deutschen Steinkohlebergbaus, dessen Agonie nicht bis 2018 dauern soll, sondern auf 2014 abgekürzt wird.

Die Abdeckelung bis zur letzten deutschen Zeche wird damit begründet, dass die deutsche Steinkohle schon immer viel zu teuer war und Milliarden-Subventionen benötigte. Noch im November 2008 hieß es laut AP, dass deutsche Kohle 170 Euro pro Tonne kostet, während Importkohle nur mit 120 bis 130 Euro pro Tonne zu Buche schlägt. Dem entgegen hielt ein Vierteljahr davor der SPD-Energie-experte Norbert Römer, dass nördlich von Hamm ein Rohstoffschatz von 100 Millionen Tonnen hochwertiger Steinkohle lagern, die bei den derzeitigen Rohstoffpreisen auch ohne staatliche Subventionen gefördert werden könnten. Oder ein anderes Beispiel: Bei den ständig steigenden Preisen auf dem Weltmarkt wurde die Förderung von Kokskohle (Zeche Haniel, Bottrop) in Deutschland gedrosselt. Als sich im Jahre 2007 der Weltmarktpreis für Steinkohle verdoppelt hatte, da lag er schon über den Förderkosten in Deutschland. So musste in Deutschland geförderte Kokskohle, für die man 2008 auf dem Weltmarkt 245 Euro pro Tonne bekam, bei eigenen Förderkosten von nur 200 Euro pro Tonne aufgrund langfristiger Lieferverträge unter Weltmarktpreis abgegeben werden.

Die Importkohle wurde nicht nur teurer, sondern auch ist die Lieferung nicht mehr garantiert. Denn große Netto-Produzenten wie China und die USA brauchen mehr Kohle und schrauben daher den Kohleexport herunter. Auch in Indien, Indonesien und Brasilien stieg der Kohleverbrauch stark an. Woher also will Deutschland demnächst noch Kokskohle für die Stahlindustrie beziehen, wenn nicht aus eigener Produktion. Und die könnte, wenn man nur wollte, auch subventionsunabhängig gemacht werden.

Wenn für Deutschland nach dem Verbot der Kohlehydrierung auch noch die Kohleförderung gesperrt wird, bedeutet das die endgültige Abhängigkeit von Energieimporten.

Ingo Schewiola, Hamm

 

 

Fanfarenstoß

Zu: „Gegen-Aufklärung von links“ (Nr. 32)

Gratulation und Dank an Hans Heckel für diesen in jeder Hinsicht geschliffenen Artikel mit Abbildung einer historischen Kant-Ausgabe. Dieser Artikel ist ein wahrer Fanfarenstoß, hinter den sich scharen lässt.

Inhalt und Sprache des Beitrages wären in einer Rede Merkels wünschenswert. Die Kanzlerin, die doch Deutschland dienen wollte, hinterließe nicht nur einen staatsmännischen, zitierfähigen Text, sie wäre die Heilige Johanna des unabhängig-denkenden Deutschlands geworden und Wahrerin ersten Menschenrechts.   

Gudrun Schlüter, Münster


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