18.06.2024

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06.11.10 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44-10 vom 06. November 2010

Leserforum

Gigantische Geldverbrennung im Sozialbereich

Zu: „Wirre Debatte um Hartz IV“ (Nr. 39)

Vor 40 Jahren habe ich meine Arbeit in der Wohlfahrtspflege aufgenommen. Schon während der 70er Jahre haben wir kritischen Akteure uns zugeraunt, dass es zu einer Revolution kommen würde, wenn die arbeitende Bevölkerung davon Kenntnis hätte, wer und was von ihnen mit versorgt werden muss. Heute ist es selbstverständlich geworden, die finanziellen Folgen der eigenen Fehlentscheidungen den arbeitenden Nachbarn zu übertragen. Konsumwünsche sind unendlich, auch im sozialen Bereich. Aus dem Heim-Doppelzimmer wurde ein Einzelzimmer ohne, dann mit Dusche/WC, nachfolgend ein Einzelzimmer-App. mit Dusche/WC, dann ein Einzimmer-Appartment und zuletzt ein Zweizimmerappartment. Ungefähr 600 bis 700 Millionen Euro fließen Rechtsanwälten zu, weil auch „Arme“ zum Beispiel Sorgerechtsstreitigeiten haben und Rechtsschutz beantragen können. Wundert sich jemand darüber, dass die Segnungen des Wohlfahrts- und Betreuungsstaates gerne entgegengenommen werden?

Ja, auch Unternehmer nehmen hohe Subventionen in Anspruch. Ist der aktuell gescholtene Hilfeempfänger nicht dessen Äquivalent und als besonders klug zu beurteilen, wenn er ohne Gegenleistung öffentliche Leistungen bezieht und schon von Jugend an das Leben eines Privatiers führen kann? Jetzt jammern die Funktionäre wieder mit dem bekannten gutmenschlichen Anstrich. Herr Schneider vom Paritätischen tut sich besonders hervor. Auch sein Gehalt wird nicht verdient sein, sondern setzt sich aus Zuschüssen zusammen. Kurzum, unser Wohlfahrts- und Betreuungsstaat hat gigantische Ausmaße angenommen. Hartz IV ist lediglich ein Teilbereich. Befeuert wird die gigantische Geldverbrennungsmaschine täglich durch die Politik und die ihr ebenfalls aus Eigennutz zur Hand gehenden Sozialfunktionäre.     

Uwe Böttjer, Brunsbüttel

 

 

Kein Verständnis für sowjetische Mörder

Zu: „Von Mitschwestern kennen wir ihr grausames Ende“ (Nr. 39)

Der Bericht über die grausamen Erlebnisse der Ordensfrauen ist für Menschen, die nur die Nachkriegszeit kennen, so unvorstellbar, vor allem, dass man so wenig darüber berichtet. Ich selbst komme auch aus Ostpreußen, konnte aber rechtzeitig flüchten, was aber Ordensschwestern auf Grund ihres Glaubens, anderen Menschen zu helfen, nicht möglich war.

Wenn man es auch versucht, sich einmal vorzustellen, dass die Rotarmisten von Stalin aufgehetzt, voller Hass auf deutsche Menschen waren, gibt es doch keinen Grund dafür, so brutal vorzugehen, vor allem, wo es doch sichtbar war, dass es Krankenbetreuer waren. Wenn man dann noch liest, dass es sich bei diesen Bestien, die so unwürdig bei den Schwestern vorgingen, um hohe russische Offiziere handelte, kann man auch nach so vielen Jahren nur noch Hass und Verachtung für die sogenannten Befreier empfinden. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn man dann an den Auftritt unserer Kanzlerin bei der Siegesfeier in Moskau denkt, wo sie der Roten Armee im Namen aller Deutschen für die Befreiung vom Faschismus dankt.

Wann wird man endlich in unserem Land dazu kommen, auch der unschuldigen deutschen Opfern, die so grausam ums Leben kamen und leiden mussten, würdevoll zu gedenken? Man könnte sich auch vorstellen, dass von Seiten der Kirchen mehr öffentliche Aufklärung über diese grobe Verletzung der Menschenrechte erfolgen müsste.

Man kann nur hoffen, dass in unserem Rechtsstaat endlich mehr über die deutschen Opfer, vor allem in den Medien, öffentlich berichtet wird, ohne die ständige Bemerkung „Verbrechen gegen Verbrechen“.     

In keinem anderen Land würden es sich die Menschen gefallen lassen, dass ein Denkmal an die eignen Opfer von den Siegermächten nach so vielen Jahren untersagt wird.   

Ursela Maertin, Rostock

 

 

Brüssler Adel

Zu: „Brüssel will mehr Macht“ (Nr. 40)

Der neue „Europäische Adel“ erschafft und formiert sich in Brüssel und richtet sich im Stile des Absolutismus ein. Die „renitenten Völker“ werden durch „Ausdünnung“ und „Migration“ ersetzt beziehungsweise neu geschaffen, so glaubt man sich für „ewig“ an der Macht. Fehlt nur noch die Einführung des „erblichen Mandates“, nach Vorbild des britischen Oberhauses, für die EU-Bürokraten.           

Lothar Liedtke, Lima, Peru

 

 

Westen war nicht besser als DDR

Zu: „20 Jahre Einheit: Trotz Widerständen Erfolgsgeschichte“ (Nr. 36)

Zu allem Unsinn, den Frau  Lengsfeld in der PAZ verzapft hat, beweist sie noch, dass sie mit der Prozentrechnung auf Kriegsfuß steht (Ost neun Prozent des Westlohnes). Grundsätzlich hinken derartige Vergleiche, denn dann

müsste man dagegen setzen, dass der Westkollege bis zu 100 Prozent mehr Miete gezahlt hat, ähnlich wie bei Licht, Wasser und Heizung. Heute frieren viele Menschen, weil sie sich die Fernheizungen nicht leisten können. Ich besuchte seit den 70er Jahren meinen Vater, der in den alten Bundesländern lebte, und der zeigte mir, dass die Wirklichkeit anders aussah als die „Fernseh-Bundesrepublik“. Schon damals ging der Stern des Wirtschaftswunders langsam unter.

Und, wenn man schon vergleicht, dann bitte auch ehrlich schreiben, dass der sogenannte Osten 90 Prozent der Reparationen zahlen musste und man uns auf dem Weltmarkt Steine in den Weg legte, wo es nur ging.

Außerdem – ganz nebenbei – möchte ich noch unter die empörten Leser die Tatsache schmeißen, dass meine Söhne – und nicht nur die – mehr „auf dem Kasten“ hatten als zum Beispiel ihre Cousins im Westen, die dort ausgewählte Schulen besuchten. Mit Kusshand nahm man studierte Leute und Fachkräfte aus dem Osten.

Ich gucke nicht durch eine vermutlich staatlich vergoldete Brille wie Frau Lengsfeld, meine war und ist zeitlebens sozial angehaucht gewesen. Ich sehe hier im Osten immer mehr entvölkerte Städte, heruntergekommene Menschen, Verbrechen finden immer mehr Nährboden, Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.         

Ruth Piehler, Gera

 

 

Plötzlich öffnete ein Grenzer ein Türchen

Betr.: Mein 9. November 1989

9. November – mein Geburtstag. Vom 8. bis 10. November 1989  reiste ich von Cottbus zu einer Tagung nach Berlin, meine Tochter begleitete mich, sie besuchte einen Freund. Meinen Geburtstagsabend verbrachten wir festlich in der Komischen Oper, bis anschließend jeder seinem Privatquartier zustrebte. Meines lag ganz weit draußen irgendwo am Stadtrand, die Straßenbahn brachte mich hin. Mein spartanisches Zimmer war immerhin mit einem Radio ausgestattet, welches ich auch sofort anstellte, denn in dieser bewegten Zeit wollte man ständig informiert sein. Was ich hörte, begriff ich zuerst falsch und dachte: Das ist richtig, dass sie jetzt alle Bürger mit Ausreiseanträgen rauslassen. Beim erneuten Hören konnte ich es nicht glauben – was, wir alle? Die Grenzen sind offen, und ich bin in Berlin.

Spannung lag in der Luft. In der Straßenbahn gingen verstohlene Blicke von einem zum anderen: Weißt du es auch schon? Warst du gar in der Nacht noch unterwegs? Ein gewisses Leuchten in den Augen signalisierte Freude, aber niemand sprach. An den Bezirksämtern bildeten sich Menschenschlangen, sie standen nach Passierscheinen an.

Ich stürzte ans Telefon, von Berlin aus konnte man in den Westen durchwählen. Nun holte ich meinen Sohn in Düsseldorf aus dem Bett: „Mutti hier, hast du es nicht gehört, die Grenze ist auf, wohl für immer.“ Nein hatte er nicht, er war spät abends vom Dienst gekommen, hatte sich sofort schlafen gelegt und war nun ganz aus dem Häuschen: „Dann kann ich vielleicht bald kommen?“ Nach einem Fluchtversuch und Inhaftierung war er ausgebürgert worden, auch der andere Sohn war weg, über Ungarn.

Die Tagung konnte nicht beginnen, denn der Wirtschaftsreferent kam nicht. So standen wir auf dem Balkon und sahen angespannt zur Grenze hinunter. Das Tor war geschlossen, Grenzpolizisten gingen hin und her. Menschen sammelten sich, kamen zu Fuß oder fuhren mit dem Taxi vor, hatten große Koffer bei sich. Man wartete diszipliniert, riskierte nichts. Plötzlich öffnete ein Grenzer ein Türchen, es war nur angelehnt. Nun löste sich die Spannung, es wurde geredet und gedrängelt.

Unser Generaldirektor hob die Tagung auf und sagt väterlich: „Na Kinder, wenn ihr da mal rüber wollt und gucken, ich habe nichts dagegen.“ Lachend packten wir zusammen und verabschiedeten uns. Mein Weg führte zum Bahnhof, wo ich meine Tochter traf, die noch völlig ahnungslos war und natürlich sofort nach Westberlin wollte. Doch ich sagte: „Nein, Kind, das können wir jetzt immer.“ Wir fuhren nach Hause, am Abend hatten wir Gäste, und es wurde tüchtig gefeiert.          

Sigrid Bosse, Cottbus

 

 

Eine Bereicherung

Zu: PAZ

Seit dem 1. Mai habe ich Ihre Zeitung abonniert. Es war keine Fehlentscheidung, im Gegenteil, eine Bereicherung. Eine Zeitung mit Niveau und Vielseitigkeit, – Gegenwart – Zukunft – Vergangenheit. Und Das Ostpreußenblatt verbindet ein Stück „Heimat und Seele“. Meine Wiege stand in Königsberg, seit 33 Jahren lebe ich in der Schweiz. Die PAZ möchte ich nicht mehr missen und ich werde sie mit Überzeugung weiterempfehlen.

Lilo Oberli-Szardenings, Adligensville, Schweiz

 

 

Bischöfe sollten sich wehren

Zu: „Tauziehen der Bischöfe“ (Nr. 39)

Das Ende der katholischen Kirche ist der Wunschtraum der Kirchengegner und Atheisten. Wenn man nach den vielen Meldungen gehen soll, gibt es sexuellen Missbrauch fast nur in kirchlichen Organisationen und die Ehelosigkeit der katholischen Priester wird immer wieder als wahrscheinlicher Grund vorgetragen.

Die Bischöfe sollten sich nicht in die Enge treiben lassen. Die Logik sagt mir, dass eine Klage gemäß den gesetzlichen Vorschriften zuerst bei den Behörden vorgebracht werden muss und die Behörde benachrichtigt den Bischof von der Anklage. Es ist nicht richtig, dass der Kläger erst mit dem Bischof verhandelt und mit einer Abfindung den Vorfall zum Schweigen bringen kann. Es ist auch nicht richtig, dass man nach so vielen Jahren noch eine Anklage bringen kann. Vielmals sind die Beschuldigten schon tot, also ohne Verteidigung. Wo bleibt das Recht?     Hans Schmid, Winnipeg, Kanada

 

 

Weder Sarrazin noch Heisig hetzen, sie sagen nur die Wahrheit

Zu: „Enttäuschung“ (Nr. 40)

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, das sagt der Großteil der Deutschen! Eine offizielle Befragung der Deutschen wird jedoch von unseren Politikern wohlweislich verhindert. Inzwischen leben zwar in Deutschland mehrere Millionen bildungsferne Muslime (denn andere kommen kaum), wir Deutsche sind aber zum größten Teil speziell an deren kultureller „Bereicherung“, wie sie uns von unseren Politikern suggeriert wird, nicht interessiert. Zu dem Buch von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ und dem Buch der Berliner Richterin Kirsten Heisig „Das Ende der Geduld“ möchte ich sagen: Beide haben niemanden verhetzt, wie die polemische Claudia Roth es tut, sie haben vielmehr aufgeklärt. Beide kennen die unsagbar chaotischen Zustände in einigen Stadtteilen Berlins aus ihren Tätigkeiten als Finanzsenator beziehungsweise Jugendrichterin sehr genau. Wir müssen ihnen für ihren Mut, die Missstände deutlich anzuprangern, dankbar sein.

Zur Integration: Das hoch überschuldete Deutschland zahlt seit Jahren Unsummen für Integration und Milliarden für Transferleistungen, für eine Integration, die selbst − neuerdings sogar von unseren Politikern erkannt – nicht stattgefunden hat. Es wird doch von Tausenden islamischer Frauen gar keine Anpassung an die deutsche Kultur gewollt. Sie nehmen im Gegenteil die Pflicht zur (zwangsweisen?) Verschleierung sehr ernst. Sie wollen oder sollen damit zeigen, dass sie nicht zur westlichen Welt und auch nicht zu Deutschland gehören. Aber ein altes englisches Sprichwort sagt schon: „When in Rome, do as the Romans do“ (ursprünglich St. Ambrosius, 339−397 n. Chr. zugeschrieben). Ein großer Teil der Deutschen ist leider (von unseren Politikern geschürt) tolerant bis zur Selbstaufgabe. Sie sehen nicht, dass hier in einigen Jahrzehnten der Islam herrschen wird!          

Ina Döring, Buchenbach

 

 

Politiker sind immer seltener offen für vernünftige Argumente

Zu: „Eiertänze auf dünner Wissensbasis“ (Nr. 38)

In dem hochinteressanten Beitrag konstatiert Herr Badenheuer im Zusammenhang mit der Humangenetik zutreffend: „... es belegt doch, wie dünn die Wissensbasis oft ist, auf der Politik und Medien in Deutschland viele ihrer Eiertänze und Schlammschlachten austragen.“ In letzter Zeit sind derartige „Eiertänze“ auf vielen Gebieten zu beobachten, so in der Sarrazin-Debatte insgesamt, bei der Beurteilung der Gentechnologie in der Pflanzenzucht, der Klimaforschung (ist eine erhöhte Kohlendioxidkonzentration nun die Ursache einer Erwärmung oder doch eher umgekehrt?), der Debatte um die Zukunft unserer Energieversorgung.

Auf Basis von Textfragmenten (Sarrazin) beziehungsweise Nicht- oder Halbwissen (Klima, Energie, Gentechnik) wird seitens der Politik blinder Aktionismus betrieben, ohne die Dinge zu Ende gedacht oder hinreichend gründlich hinterfragt zu haben. Von den Massenmedien wird dieses Handeln dann als „alternativlos“ oder „einhelliger Konsens“ unters Volk gebracht. Wenn dabei tatsächlich nur ein paar „Eier“ zu Bruch gingen, wäre das ja nicht besorgniserregend; jedoch werden damit eine (Un)-Menge Ressourcen verbraucht, um nicht zu sagen vergeudet. Man denke nur an die jahrzehntelange Subventionierung von Wind- und Solarstrom, die zunehmenden Mais-Monokulturen zur „Fütterung“ von Biogasanlagen (Auszehrung der Ackerböden) oder in Sachen gescheiterter Sozial- und Integrationspolitik an die Forderungen nach immer mehr Steuergeld für hoffnungslose Fälle. Einmal eingeschlagene politische Linien werden kaum revidiert, auch wenn die Vernunft dagegen spricht. Wäre es nicht ein weiteres Betätigungsfeld für Herrn Sarrazin als Volkswirt, einmal auszurechnen, wie viel Vermögen durch das Beharren auf politischen Fehlentscheidungen vernichtet wird?

Es scheint, als ob vernünftige Argumente von den Regierenden aus Kalkül nicht wahrgenommen oder in deren Sinne interpretiert werden, um diejenigen, die an dieser Politik verdienen, nicht zu verprellen.

In Sachen Gentechnik in der Pflanzenzucht gab es vor längerer Zeit einen ARD-Fernsehbeitrag (natürlich nach 23 Uhr), der zunächst den amerikanischen Saatgutkonzern Monsanto als skrupellosen Monopolisten geißelte, der die Landwirtschaft weltweit von sich abhängig zu machen trachtet, was natürlich die „breite Ablehnung der Bevölkerung“ gegen die Gentechnik als solche bewirken sollte. Wer will jedoch einem Konzern Expansions- und Gewinnbestrebungen verdenken? Schließlich wurden in der Sendung Verbindungen dieses Konzerns beziehungsweise seiner Forschungsabteilung mit der EU-Behörden aufgedeckt, die die Anwendung der Gentechnik eigentlich kontrollieren sollte.

Durch Ignoranz und Fehlentscheidungen – ob aus Gründen von Ideologie oder Machterhalt – wird der Nutzen wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Erkenntnisse zunehmend in den Wind geschlagen.            

René Jäck, Bad Belzig


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