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26.03.11 / Faule Ausflucht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-11 vom 26. März 2011

Faule Ausflucht
von Jan Heitmann

Es wird lange dauern, bis der Ärger und die Enttäuschung   der Nato-Partner über die Enthaltung der Bundesrepublik Deutschland im Sicherheitsrat in der Libyen-Frage verraucht sein werden. Die Bundesregierung hat dennoch eine Entscheidung gefällt, für die wir ihr möglicherweise eines Tages dankbar sein werden. Nämlich dann, wenn aus Libyen ein zweites Afghanistan geworden ist. So weit muss es nicht kommen, aber ausgeschlossen ist es nicht.

Um einer drohenden Isolation im Bündnis zu entgehen, will die Regierung nun 300 Soldaten für die Awacs-Aufklärungsmaschinen der Nato bereitstellen, die den Luftraum über Afghanistan überwachen. Dieses Angebot allerdings muss von den Verbündeten als blanker Hohn empfunden werden. Im Sommer 2009 hatte das Parlament die Beteiligung der Bundeswehr an Awacs-Flügen gestattet. Wegen fehlender Überfluggenehmigungen von Aserbeidschan und Turkmenistan kam das fliegende Radarsystem jedoch nie zum Einsatz. Was damals noch mit vielen Bedenken und nur befristet möglich war, soll heute – aus purem Opportunismus – eine Selbstverständlichkeit sein.

Während Nato-Piloten am libyschen Himmel ihr Leben ris­kieren, sollen deutsche Soldaten also in Awacs-Maschinen am Hindukusch fliegen. Darin sitzt man nicht nur warm und trocken, sondern vor allem auch sicher. Denn das Aufklärungsradar hat eine Reichweite von fast 500 Kilometern, so dass die Maschinen außerhalb der Gefahrenzone bleiben können. Den Respekt der Bündnispartner wird man mit diesem Beitrag sicherlich nicht erringen.


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