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02.04.11 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-11 vom 02. April 2011

Leserforum

Politikern endlich die rote Karte zeigen

Zu: „Schnellabschaltung der Hirne“ (Nr. 11)

Der Artikel von Herr v. Gottberg ist gut. Wenn unsere Bevölkerung ihr Gehirn einschalten würde, dann hätte sie das Gelichter schon längst zum Teufel gejagt. Den Deutschen geht es immer noch zu gut, wie es schon bei den Römern hieß: „Brot und Spiele“. Brot ist immer noch vorhanden, auch wenn es immer teurer wird, und Spiele und Desinformation bringt das Fernsehen, damit die Bürger ruhig bleiben.

Wann erhebt sich der Deutsche von seinem Hintern und zeigt diesen Leuten endlich die rote Karte. Dieses Pack sind Angestellte des deutschen Volkes und nicht seine Herren. Der Amtseid, den Sie schwören – „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren“ –, ist für diese Leute nur ein Witz.

Aber: Ein großes Maul ist nichts mehr wert, wenn die harten Realitäten kommen und Menschen Not leiden. Hoffentlich haben sie sich schon einen schönen ruhigen Ort ausgesucht, um ihren Lebensabend zu verbringen. Wir möchten unsere Umwelt nicht versauen.

Horst Polakowski, Gernsheim

 

 

Nicht die Religion, sondern Respekt entscheidet

Zur Aussage „Der Islam gehört zu Deutschland“

In dem Zusammenhang und der Wortwahl kann man durchaus von „Blödsinn“ sprechen.

Der Islam und das Christentum, das seine gemeinsamen Wurzeln mit den Israeliten hat, sind Weltreligionen. Und: In Deutschland haben wir die Religionsfreiheit, die unter Friedrich II. von Preußen ihren Ausgang nahm. Wirkt sich eine Religion aber störend auf das Allgemeinwohl der gesamten Volksgemeinschaft aus, ist es die Pflicht der Regierung, dagegen einzuschreiten. Ausgenommen sind die Riten einer Religion in der Gemeinschaft und der Familie. Da Deutschland aber ein christliches Land ist, sollte der Islam die Rufe eines Muezzins nicht mit dem Läuten der Kirchenglocken vergleichen.

Wer zu Deutschland gehört, entscheidet nicht die Religionszugehörigkeit, sondern die Staatszugehörigkeit und die Einhaltung und Respektierung unserer Gesetze. Jede Debatte darüber ist wirklichkeitsfremd und daher Wortklauberei und Zeitverschwendung.

Elfriede Baumgartner, Brigachtal

 

 

Grüne wären GAU

Zu: „Schnellabschaltung der Hirne“ (Nr. 11)

Schon die Überschrift könnte nicht treffender formuliert sein! Dazu noch das Foto mit den rot-grünen Spitzenfunktionären, in deren Gesichtern sich förmlich die Betroffenheit widerspiegelt. Sollten diese Politiker an die Macht gelangen, so wäre das eine echte Ka-

tastrophe für unser Land oder – um es in der „Atomsprache“ auszudrücken – es wäre fürwahr das GAU, das Größte Anzunehmende Unheil, das der deutschen Politik widerführe!

Wolfgang Reith, Neuss

 

 

Frage von Anstand, Moral und Würde

Zu: „Vertritt die Bundesbank noch deutsche Interessen?“ (Nr. 6)

Nein! Eher französische, holländische. Mit Wettbewerb hat das nichts zu tun. Aber mit Abbau des Begriffes und wofür er steht.

Was veranlasste die Bundesbank zu ihrer Entscheidung gegen eine deutsche Einrichtung, deutsche Arbeitsplätze und deutsche Qualität. So wie es ist – Bundeskartellamt wies Klage der deutschen Bundesdruckereien ab –, ist es eine politische Entscheidung. Anstand, Moral und Würde sind Begriffe, die Deutschland in unbefristeten Urlaub geschickt hat.

Solange Politiker, Medien und andere von einer Gesellschaft statt einer Nation sprechen, solange gibt es keine nationale Würde. Was ist Würde in unserer Zeit? Würde im Fernsehen? Würde der deutschen Sprache (coffee to go, weblogs)? Würde gegenüber der Natur, einschließlich der Menschen, der Toten, der gefallenen Soldaten, der Ziviltoten? Wir müssen uns unsere Würde wieder erarbeiten! Dann kommen wir zum Anstand, der vielfach verloren gegangen ist. Moral? Kennen Politiker und Medien dieses Wort noch? Derartige Begriffe verführen nicht zu irgendeinem Gehorsam, nicht zu falschem Stolz. Sie sollen jeden Bürger, jede Bürgerin ermutigen, für sich und die Sache zu sprechen. In diesem Fall: Beibehaltung der deutschen Bundesdruckereien mit ihren angesehenen Druckerzeugnissen! Wenn man eine gute Bundesdruckerei hat, behält man sie. Das würde Frankreich ebenso tun, die Grand Nation mit großem Nationalgefühl – Deutschland mit mickrigem bis keinem.

Dr. M. Wriede, Hamburg

 

 

Instrumentalisierung der »Umwelt«

Zu: „Am Bürger vorbei“ (Nr. 10)

Auf dem E10-Gipfel wurde bessere Aufklärung beschlossen. Wird nun dieser Beschluss wirklich „Aufklärung“ bringen oder nur weitere Verschleierung? Bei der Diskussion vom E10 wurde ein wesentlicher Punkt nicht ausgesprochen, der Mitschuld an der Kaufenthaltung bei E10 sein könnte: Der Autofahrer fühlt sich bei der Preisgestaltung zum Narren gehalten.

E10 müsste ja eigentlich teurer sein als das in der Herstellung billigere alte Super und weil bei E10 bereits ein Risikozuschlag von zwei Cent je Liter „eingepreist“ ist, um Ölkonzerne vor Verlusten zu bewahren, wenn sie die EU-Quote nicht erfüllen. Heute wird aber dem Autofahrer für das eigentlich billigere alte Super ein deutlich höherer Preis abgenommen. Muss er sich dabei nicht veräppelt vorkommen?

Es ist sicherlich nicht das erste Mal, dass durch Instrumentalisierung der „Liebe zur Umwelt“ verursacht wird, aus gruppenegoistischen Motiven heraus den Bürger zur Kasse zu bitten. Ich denke dabei an die diktierte Einführung der Energiesparlampen „aus Liebe zur Umwelt“, aber ohne Rück-sicht auf die Gefahr einer Umweltvergiftung durch Quecksilber.

Martin Knappke, Karlsruhe

 

 

Es war die NVA, die Schlimmeres verhinderte

Zu: „Kritik an Veteranen“ (Nr. 11)

Ja, Sie haben leider Recht. Nicht nur der Berliner Linkenchef Lederer will „mit denen nichts zu tun haben“. Auch andere linke Politiker wollen mit denen nichts zu tun haben, wie ich es selbst mehrfach erfahren durfte. Meist sind es gar die alten strammen SED- und FDJ-Kader, die es nach 1990 am schlimmsten trieben und zum Teil wie in Brandenburg heute noch treiben. Es könnte nämlich sein, dass die Ehemaligen Fragen stellen.

Zum Beispiel wie es dem ehemaligen Oberleutnant der NVA und damaligen Offiziershörer an der Militärakademie Dresden, Frank Marczinek, Anfang 1990 so schnell möglich war, zum Staatssekretär im DDR-Verteidigungsministerium aufzusteigen und ob dort vielleicht bereits der Grundstein für sein mehr als umstrittenes Agieren im Lande Brandenburg gelegt wurde? Denn im Herbst 2010 durften wir alle lernen, dass es eine mehr als enge Verquickung zwischen den Herren Marczinek und Speer (ehemaliger Brandenburger Innenminister) gab. Man muss dank Google kein Kriminalist sein, um herauszufinden, dass beide Ende der 1970er in Löbau waren.

Es könnte aber auch sein, dass ehemalige Generale und NVA zu Recht fragen, wer wirklich 1989 ein Blutbad verhindert hat? Modrow, Gysi und Konsorten waren es bestimmt nicht. Hierzu lohnt sich endlich eine ideologiefreie Diskussion. Nach meinen eigenen Recherchen und eigenen persönlichen Erfahrungen aus dem Herbst 1989 als ehemaliger Offizier der NVA komme ich zu der Schlussfolgerung, dass es Generale und Offiziere der NVA waren, die damals Schlimmeres verhüteten.

Verständlicherweise haben die linksdrehenden Medien heute keinerlei Interesse daran, dies zu thematisieren. Denn dann würden nicht nur der Linken die Wähler davonlaufen und manch linke Ikone wie Modrow vom Sockel fallen.

Gunter Flügel, ehemaliger Hauptmann der NVA, Potsdam

 

 

Reine Belastung

Betr.: Wem nützt die Zeitumstellung?

Ich erinnere mich, dass während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland die Sommerzeit eingeführt wurde. Es hieß damals: „Die Tageshelligkeit besser ausnutzen.“ Für die Rüstungsbetriebe wohl richtig. Als dann deutsche Truppen zwei Zeitzonen im Osten im Einsatz waren, also

Moskauer Zeit, erklärte man uns, dass es wegen Nachschubtransportregelung sein muss.

Damit möchte ich betonen, dass die heutige Zeitumstellung von der Normalzeit keine neue Erfindung ist. Ich sehe heute keinen Grund für eine Zeitumstellung, sondern nur Nachteile. Man denke an die Gewohnheiten der Kleinkinder, Kranken, Haustiere und so weiter. Auch haben ältere Menschen technische Probleme beim Umstellen der modernen Uhren.

Wenn ein Betrieb einen längeren Abend wünscht, kann man eben eine Stunde früher anfangen. Deshalb muss ja nicht das ganze Volk (Mensch und Tier) darunter leiden.

Walter Fischer, Bochum

 

 

Falscher Adelstitel: Glücksburg mit Glücksstadt verwechselt

Zu: „Adelige entdeckt Kommune“ (Nr. 10)

Ein Gutteil meines Wochenendes widme ich der Lektüre Ihrer wirklich empfehlenswerten und gut recherchierten Zeitung, die auch dazu beiträgt, den eigenen politischen Horizont zu erweitern. Über einen kleinen Fehler bin ich dann aber doch gestolpert: In der Ausgabe 10 schreiben Sie vom „Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glückstadt“. Ein solches Haus hat es nie gegeben. Richtig müsste es heißen „Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg“.

Glückstadt ist ein entzückender Flecken nordwestlich von Hamburg nahe der Elbe. Das Schloss Glücksburg/Ostsee (fünf Kilometer östlich von Flensburg an der Förde gelegen) hingegen ist die Wiege einer Reihe von Herrscher- und Adelsgeschlechtern.

Aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg stammen aktuell auch die Herzöge zu Schleswig-Holstein und die Monarchen von Dänemark und Norwegen. Auch Prinz Philip, Ehemann der englischen Königin, sowie seine Kinder – also auch Kronprinz Charles und dessen Kinder William und Henry – sind Angehörige des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Torsten Schulze, Schleswig an der Schlei

Anmerk. der Redaktion: Ja, der Leserbriefschreiber hat vollkommen Recht. Der Rezensentin, selbst in Lübeck geboren und somit Schleswig-Holsteinerin und zudem als Kind oft bei der aus Königsberg stammenden und in Flensburg lebenden Stiefoma zu Besuch gewesen, ist hier ein Schreibfehler unterlaufen.

 

 

Zum Lokführerstreik: Einheitliche Lohnstandards sind keine Einheitslöhne

Zu: „Zu viel Einheit“ (Nr. 10)

Leider kratzt der Kommentar zu einem an und für sich wichtigen Thema nur an der Oberfläche; wie fast immer lohnt sich auch hier ein Blick hinter die Kulissen und auf die Vorgeschichte! Also los: Bis vor nicht allzu langer Zeit gaben im Bahnbereich drei Gewerkschaften den Ton an – die mit etwa 60 Prozent dominierende DGB-Gewerkschaft GdED, später in Transnet umbenannt, die etwa 25 Prozent der Beschäftigten umfassende und er zum Deutschen Beamtenbund (DBB) gehörende GDBA und die mit ihr im DBB verbundene Gewerkschaft deutscher Lokführer (GdL), in der nicht nur fast sämtliche Lokführer, sondern auch ein großer Teil des übrigen Fahrpersonals organisiert war (und ist).

GDBA und GdL bildeten bis vor wenigen Jahren eine Tarifgemeinschaft; selbige wurde aufgrund eines Streites um einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal durch die GDBA aufgekündigt. Die Führung der GDBA wurde durch einen „Proporz-Ossi“ übernommen, dessen Vita ähnlich der von Frau Merkel aussieht: Im Westen geboren, als Kind mit den Eltern in die sogenannte „DDR“ gekommen, weil im Sozialismus ja alles viel besser sei – in diesem Geiste wuchs der kleine Klaus-Dieter Hommel auf; noch heute schreibt er gelegentlich für das „Neue Deutschland“. Kein Wunder, dass er nach der Trennung von der GdL auf eine Zwangsver-einigung von Transnet und GDBA hinarbeitete – selbstverständlich im DGB, der als Dachverband ja die größte Ähnlichkeit mit dem verflossenen FDGB hat! Zu dieser Zwangsvereinigung (zur jetzigen EVG) kam es dann im Herbst 2010. Etliche Mitglieder der früheren GDBA haben diese seither aus Protest verlassen – die GDBA war nach dem Krieg als konservatives Gegengewicht zur eher proletarisch gestrickten GdED (=Transnet) gegründet worden!

Die kleine, aber traditionsreiche GdL hingegen sah sich seit dem Ausstieg der GDBA aus der Tarifgemeinschaft nunmehr allein auf weiter Flur; wollte sie existieren, so musste sie für die Interessen ihrer Mitglieder kämpfen! Dass sie dies seither mit allen legalen Mitteln tut, ist legitim. Vor allem aber muss man sich klarmachen, dass die Ausschreibungspraxis in der Europäischen Union dazu führt, dass immer billigere Anbieter aus den entlegensten Ländern auf unsere Verkehrsmärkte drängen! Sehen Sie sich die Lkw-Kennzeichen auf der A2 und der A6 an – dann wissen Sie, was Sie demnächst auch im Bahnverkehr erwartet! Wollen wir, dass Rumänen und Bulgaren unsere Regionalzüge fahren (auf den Güterzügen sind schon viel mehr von ihnen unterwegs!), während unsere hiesigen ehemaligen Bahnangestellten von Hartz IV leben? Nein, die GdL hat Recht: Einheitliche Lohnstandards (das sind keine „Einheitslöhne“!) sind Minimalanforderungen, um das Schlimmste auf deutschen Schienen zu verhüten!

Merkwürdig auch: Der DGB fordert sonst bei jeder Gelegenheit Mindestlöhne; wenn jedoch jetzt die „feindliche“ (weil DBB-)GdL etwas ganz Ähnliches für ihre Leute verlangt, so muss das erbittert bekämpft werden!

Zum Abschluss sei noch an folgenden Sachverhalt erinnert: Bis Ende 1993 gab es die Deutsche Bundesbahn, das war eine Oberste Bundesbehörde; es gab einen kilometerabhängigen Fahrpreis, der von vereidigten Beamten sorgfältig ausgerechnet wurde, die niemals streikten; ein Gepäck-stück konnte für (umgerechnet) 5 Euro durch die ganze Republik geschickt werden – fragen Sie mal nach, was das jetzt kostet! Neue Fahrzeuge wurden durch ein Zentralamt geprüft und erst abgenommen, wenn sämtliche Kinderkrankheiten auskuriert und abgestellt waren. Die Züge fuhren pünktlich, und wenn einmal nicht, so wurde auf jeden Fall der Anschluss abgewartet oder ein Ersatzbus beziehungsweise -Taxi bereitgestellt. Bei Personenunfällen wie Selbstmorden wurde einer der Beamten im Zug an der Unfallstelle zurückgelassen, und dann fuhr der Zug sofort weiter! Da dachte niemand an psychologische Betreuung und dergleichen, am allerwenigsten der betroffene Lokführer! Jetzt erst einmal die Reisenden ans Ziel bringen, hieß die Devise, danach sieht man weiter!

Dann hieß es: Der Staat könne nicht wirtschaften, die Privaten müssten ’ran. Ab 1994 bekamen die Bürger die private Eisenbahn, die sich die politischen Parteien – und nicht nur diese, sondern auch manch einer, der heute jammert! – so sehr gewünscht hatten; man wollte sie – jetzt soll man gefälligst nicht lamentieren, sondern sich mit den unvermeidlichen Folgen abfinden.

Die Preußen unter Bismarck haben klar erkannt, dass es ein Fehler gewesen war, Eisenbahnen privat betreiben zu wollen, und sie haben diesen anfänglichen Systemfehler mit hohem Aufwand und für teures Geld korrigiert. Unsere Politiker, namentlich die vielen „Verkehrsexperten“, hätten ruhig mal im Archiv nachlesen sollen, bevor sie damals im Bundestag die Hand hoben. Aber das hätte ja erstens Arbeit und zweitens Denken erfordert – für Parlamentarier völlig ungewohnte Tätigkeiten und daher nicht ernsthaft zumutbar.

Rainer Claaßen, Wülfershausen (Saale)


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