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14.05.11 / Osmanen lassen grüßen / Staatspräsident Gül droht Wien mit wirtschaftlichen Verlusten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-11 vom 14. Mai 2011

Osmanen lassen grüßen
Staatspräsident Gül droht Wien mit wirtschaftlichen Verlusten

Dass die Türkei keineswegs das ist, was die Befürworter einer EU-Aufnahme den Bürgern ständig vorgaukeln, dafür lieferte auch der Staatsbesuch von Präsident Abdullah Gül in Österreich wieder einige Beispiele. Denn Gül unterstrich sämtliche der bekannten Forderungen, die darauf hinauslaufen, dass eingewanderte Türken eine von Ankara gesteuerte Parallelgesellschaft aufbauen und ausbauen könnten.

Er erklärte auch, dass die EU die Türkei dringender brauche als umgekehrt und dass man einmal „die Frage stellen sollte, ob die österreichischen Firmen den Profit, den sie zur Zeit erzielen, auch in Zukunft weiter haben können, wenn sie nicht mit der Türkei zusammenarbeiten“. Das klingt nach Erpressung, denn bei Investitionen in der Türkei waren österreichische Unternehmen 2010 Spitzenreiter.

Aber Wien schweigt dazu ebenso wie darüber, dass die Gewinne einiger Firmen bei weitem nicht die Belastungen des Sozialsystems durch die Familien der türkischen Gastarbeiter kompensieren. Angesichts der massiven Ablehnung einer türkischen EU-Mitgliedschaft in der Bevölkerung spricht zwar auch Österreichs Regierung nur von einer „privilegierten Partnerschaft“. Dass eine solche ohnehin längst besteht, wird dabei immer verschwiegen.

Mit Bundespräsident Heinz Fischer als Fremdenführer machte Gül samt Gattin mit Kopftuch auch einen Ausflug nach Salzburg. Nicht einfach wegen Mozart, sondern weil sich dieser mit dem „Türkischen Marsch“ und der „Entführung aus dem Serail“ posthum sogar als Türkei-Verharmloser einsetzen lässt. Und beim abschließenden Staatsempfang in Wien erntete Fischer viel Applaus, weil er die ersten beiden Sätze seiner Begrüßungsrede auf Türkisch sprach. R. G. Kerschhofer


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