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14.05.11 / Die Pofallas

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-11 vom 14. Mai 2011

Wilhelm v. Gottberg:
Die Pofallas

Generalsekretäre der Parteien haben es schwer. Sie müssen häufig – gegen ihre Überzeugung – den Willen, die Wünsche oder auch Problemlösungen der Parteivorsitzenden in Stellungnahmen und Pressekonferenzen der Öffentlichkeit zur Kenntnis geben. Wird diese Aufgabe zufriedenstellend erledigt, winkt reicher Lohn. Der/die ehemalige Generalsekretär(in) wird Minister(in), Staatsminister(in) im AA oder im Bundeskanzleramt, zumindest aber parlamentarische(r) Staatsekretär(in). Dies zeigen die Beispiele Niebel und Pieper (FDP), Müntefering (SPD), Rühe, Hintze und Pofalla (CDU). Auch für die Kanzlerin war das Amt der CDU-Generalsekretärin die Qualifikation zur Vorsitzenden und damit zur Regierungschefin. Prekär wird es für die ehemaligen Generalsekretäre, wenn sie im Ministeramt für eine Politik einstehen müssen, deren Gegenteil sie als Generalsekretär propagiert haben. Ronald Pofalla, der ehemalige CDU-Generalsekretär vor drei Jahren: „Auf absehbare Zeit kann auf den Beitrag der Kernenergie zur Stromerzeugung nicht verzichtet werden.“ Heute als Staatsminister im Kanzleramt: „Die historische Aufgabe der CDU besteht darin, den neuen gesellschaftlichen Konsens, aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen, auch umzusetzen.“ Starke Worte. FDP-General Lindner, bis zum 12. März gemäß den Vorgaben seines Vorsitzenden Befürworter der Laufzeitverlängerung für die Meiler, will nun das Gegenteil. Nahles musste die Weisung ihres Vorsitzenden umsetzen, Sarrazin aus der SPD auszuschließen. Die Sache ging schief. Nun bekommt sie die verbale Schelte, die Gabriel verdient hat. Wie man sieht, die Pofallas finden sich in jeder Partei.


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