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14.05.11 / Linke Schlagseite

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-11 vom 14. Mai 2011

Linke Schlagseite
von Jan Bremer

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat, so gibt sie jedenfalls vor, noch nicht einmal untersucht, warum ihr die Mitglieder weiter in Scharen davonlaufen. In Wahrheit dürften die Verantwortlichen den Grund sehr genau kennen. Doch wenn sie ihn zugäben, würden sie ihre eigene verfehlte Konzeption von Kirche bloßstellen und damit ihre Posten gefährden.

Es ist die Politisierung mit stark linker Schlagseite, welche gerade die evangelischen Gläubigen aus ihrer Kirche treibt. Die katholische Kirche vermochte bislang den Versuchungen allzu politischer Positionierungen zu widerstehen. Vor dem Sturm, der über die Katholiken im Zuge der Skandale um Kindesmissbrauch hereinbrach, blieben ihre Mitgliederzahlen im Vergleich zur protestantischen Konkurrenz denn auch beeindruckend stabil.

Dass ein Zusammenhang besteht zwischen ideologischer Zurückhaltung einer Kirche und stabiler Mitgliederzahl, das belegt der Blick nach Lateinamerika. Dort war es jahrzehntelang die katholische Kirche, die sich in den Strudel der Politik warf – sei es, als Verbündete zweifelhafter Dikatoren, sei es als revolutionäre „Befreiungstheologen“. Die Protestanten dort hingegen beschränkten gänzlich auf die Seelsorge.

Resultat: Besonders evangelikale Gruppen breiten sich auf Kosten der einst „alleinherrschenden“ katholischen Kirche sprunghaft aus. Das früher zu 100 Prozent aus Katholiken bestehende Guatemala ist das erste lateinamerikanische Land, in dem heute bereits die Mehrheit protestantisch ist.


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