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14.05.11 / Eurocopter für Luftnotdienst in Allenstein / Der neue Rettungshubschrauber beeindruckt Piloten und Sanitäter, wirft aber neue Probleme auf

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-11 vom 14. Mai 2011

Eurocopter für Luftnotdienst in Allenstein
Der neue Rettungshubschrauber beeindruckt Piloten und Sanitäter, wirft aber neue Probleme auf

Der Luftnotdienst (Lotnicze Pogotowie Ratunkowe, LPR) in Allenstein hat einen modernen Eurocopter als Rettungshubschrauber in Dienst gestellt. Bereits im Herbst 2009 hatte die polnische Luftrettung ihren ersten Hubschrauber des Typs EC 135 erhalten. Zu seiner Heimatbasis war die Landeshauptstadt Warschau gewählt worden. Doch jede der 16 Woiwodschaften sollte über mindestens einen solchen modernen Helikopter verfügen, das Ziel war ein landesweites Netz von ärztlichen Notfalldiensten.

Als letzter bekam der Luftnotdienst in Allenstein die neue Maschine. Sie ersetzte ihren Vorgänger, den ausgedienten und veralteten Hubschrauber Mi-2. Bereits Anfang Februar war der Eurocopter nach Allenstein gekommen, bevor er jetzt endlich offiziell in Dienst gestellt wurde.

Die Piloten und die Rettungssanitäter sind von der hochmodernen Ausstattung des Fluggerätes beeindruckt. Der Eurocopter ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber, der sowohl für militärische als auch notdienstliche Zwecke eingesetzt wird. Er wurde vom Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Konzern entwickelt, der später in Eurocopter Deutschland aufging. Er ist mit elektronischen Einrichtungen ausgerüstet wie Autopilot, Wetterradar und Flugfunktransponder, der die Flüge bei Tag und Nacht ermöglicht.

Diese Funktion wird in absehbarer Zeit nur schwer anwendbar sein, da es auf den an Krankenhäusern der Region gelegenen Flugplätzen an geeigneten Einrichtungen mangelt, die eine Landung in der Dunkelheit erlauben würden. Es sollen dafür allerdings spezielle Haushaltsmittel vorgesehen werden, so der stellvertretende Woiwode Jan Mascianica. Wann sie aber überwiesen werden, bleibt unklar.

Ein anderes Problem für die volle Auslastung des hochmodernen Hubschraubers ergibt sich aus der Tatsache, dass kein entsprechender Hangar dafür vorhanden ist. Daher wird er zurzeit in den Hangars des lokalen Flugvereins untergebracht. Ein neuer, nur für den Eurocopter vorgesehener Hangar soll auf dem Gelände des dazugehörigen Flughafens entstehen. Dem Luftnotdienst wurden dort 0,8 Hektar Bauplatz zugewiesen. Für welchen Preis er aber vom Flugverein abgetreten wird, entscheidet erst eine professionelle Grundstücksbewertung.

Der Rettungshubschrauber wird die Arbeit der Notärzte und des Personals wesentlich erleichtern, besonders im herannahenden Sommer. Der Leiter des Allensteiner LPR-Stützpunktes, Roman Kozłowski, unterstreicht, dass es in der Vergangenheit Tage gegeben habe, wo sogar sieben Einsätze notwendig gewesen seien. Die Zahl der Flüge pro Monat habe sich damals auf bis zu 80 belaufen.

Diese Information soll nun die potenziellen Besucher beruhigen, da sie im Notfall jederzeit medizinisch gut versorgt werden können. Darüber hinaus sei noch berück­sichtigt worden, dass die Allensteiner Universität vor ein paar Jahren um eine expandierende Fakultät für Humanmedizin erweitert wurde. Dies brachte viele komplizierte Untersuchungen, vornehmlich aber die Magnetresonanztomographie auf den höchsten Stand der medizinischen Technik und verkürzte die Wartezeiten der Patienten beträchtlich. Viel mehr Eingriffe können jetzt an Ort und Stelle unternommen und somit den Kranken die teuren und umständlichen Hin- und Rückfahrten nach Warschau oder Danzig erspart werden. Grzegorz Supady


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