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21.05.11 / Libyen-Abenteuer für Öl / Dem Westen geht es nicht um Freiheit, sondern um Ressourcen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Libyen-Abenteuer für Öl
Dem Westen geht es nicht um Freiheit, sondern um Ressourcen

Die Bürgerkriegsparteien im Gaddafi-Staat bekämpfen sich erbittert. Die Berichte der westlichen Journalisten über die Ereignisse in Libyen sind alles andere als ausgewogen, kritisch und objektiv. Hier die Guten, das sind die Nato, die Staatengemeinschaft und die Aufständischen. Dort die Bösen, Gaddafi, sein raffgieriger Clan, der libysche Geheimdienst. Der Westen hat sich in ein militärisches Abenteuer im ölreichen Wüstenstaat verstrickt, das nun mit allen propagandistischen Mitteln als humanitäres Eingreifen zum Schutz der Zivilbevölkerung dargestellt wird. Die Realität sieht anders aus. Die Nato zerbombt die Infrastruktur des Landes. Große Gebäudekomplexe in Tripolis werden zu militärischen Kommandozentralen erklärt und zerstört, ausschließlich mit dem Ziel, Gaddafi zu töten. Mit dem Tod des Diktators wird – so hofft man – der Widerstand der Staatsmacht zusammenbrechen. Die Aufständischen erhalten Waffen, Geld und moralische Unterstützung aus dem Ausland. Der Westen ignoriert, dass bei den Aufständischen Gotteskrieger mitmischen, die eine ganz andere Umgestaltung Libyens wollen, als der Westen sie anstrebt. Trotz eines Appells des Papstes für einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen zeigt sich im Westen keine Initiative für eine politische Lösung. Man will sie nicht. Libyen soll als Feindstaat niedergeworfen werden, um Zugriff auf die Ressourcen des Landes zu bekommen. Es muss festgehalten werden: Vor Ausbruch des Konfliktes war Libyen das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen und der geringsten Kindersterblichkeit aller Staaten in Afrika.

Gaddafi soll vor den Internationalen Gerichtshof. Dort gehört er hin, aber mit weiteren Despoten dieser Welt.     W. v. G.


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