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21.05.11 / Zwischen den Fronten / Kandidatenkampf in Moskau − Westen fürchtet Putins Rückkehr

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Zwischen den Fronten
Kandidatenkampf in Moskau − Westen fürchtet Putins Rückkehr

Dieser Tage mehren sich in Russland die Gerüchte über Wladimir Putins Rückkehr an die Staatsspitze im kommenden Jahr (siehe Seite 6). Die Medien unken bereits, Putin wolle ein neues Zarenreich installieren. Dem derzeitigen Präsidenten Dmitrij Medwedew geben Experten kaum Chancen auf eine weitere Amtszeit.

Im Westen wird die Rückkehr Putins eher befürchtet als begrüßt, da die russische Innenpolitik auch Auswirkungen nach außen zeigen wird. Putin hat in seiner achtjährigen Amtszeit als Präsident Russlands Anspruch als Großmacht gefestigt  und sich als unbeugsamer und harter Vertreter russischer Interessen Respekt verschafft.  Seine „gelenkte Demokratie“ stieß im Westen auf Misstrauen. Sein Nachfolger Dmitrij Medwedew dagegen gilt als Verfechter des Rechtsstaats. Auch wenn er schon als „lahme Ente“ gesehen wird, verhandeln Amtskollegen lieber mit ihm. Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere stützen Dmitrij Medwedew, indem sie sich mit ihm zu Gesprächen treffen. Merkel spricht von stabilen und guten Beziehungen zwischen Moskau und Berlin. Sie hat ein freundschaftliches Verhältnis zu Medwedew. „Es hat sich eine sehr tiefe und freundschaftliche Beziehung entwickelt, in der schwierige Fragen besprochen werden können“, wird die Kanzlerin zitiert.

Dass dies auch so bleibt, wenn Putin an die Spitze zurückkehrt, ist nicht wahrscheinlich. Frühere Gespräche glichen eher einem Tanz auf dem Vulkan, berichteten deutsche Diplomaten. Vor dem Hintergrund, dass Deutschland gerade erst wegen seiner Energiewende-Politik  ältere Atomkraftwerke abgeschaltet hat, tritt das Thema „Energieabhängigkeit von Russland“ wieder in den Vordergrund. Die Kanzlerin beschwichtigt, dass Russland sich über viele Jahre als zuverlässiger Lieferant erwiesen habe. MRK


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