30.07.2021

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21.05.11 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Leserforum

Mitversicherung zum Nachteil der Deutschen

Zu: „Gesundheit ein teurer Luxus? (Nr. 18)

In schöner Regelmäßigkeit beklagen die deutschen Medien die ansteigenden Kosten des Gesundheitswesens und verwei-sen  auf  die Zunahme der sogenannten Zivilisationskrankheiten und die Überalterung der Gesellschaft.

 Leider bleibt auch in dem Artikel von Herrn Mahlitz einer der allerwichtigsten Kostenfaktoren unerwähnt, der die gesetzlichen Krankenkassen in untragbarer Weise belastet: für jeden in Deutschland legal lebenden Ausländer – ob er Sozialhilfeempfänger ist oder arbeitet – zahlt die deutsche Krankenversicherung nicht nur ihm, sondern dem gesamten Familienclan Krankenversicherung im Heimatland oder auch hier.

Ebenso sind Kinder, Mehrfachfrauen, Eltern und Schwiegereltern unfallversichert. Wer mitversichert ist, richtet sich nach den Gesetzen in den entsprechenden zwölf Ländern, mit denen Deutschland seit den sechziger Jahren diese Verträge abgeschlossen hat, welche eine Diskriminierung der Deutschen darstellen, denn solche Privilegien genießen deutsche Eltern und Schwiegereltern von Versicherten nicht. Längst hätten diese Sozialversicherungsverträge gekündigt werden müssen, da die vermutlich mehrere Milliarden betragenden Summen für die Versorgung der deutschen Kranken fehlen und die Benachteiligung der deutschen Versicherten einen unerträglichen Rechtszustand geschaffen haben. Über die durch diese Abkommen ins Ausland geflossenen Beträge halten sich die Kassen und die BRD bedeckt, und die Presse erwähnt diese Tatsachen auffallend selten. Man fragt sich, warum?

Brigitte Bean-Keiffenheim, Frankfurt am Main

 

 

In Partisanenkrieg verwickelt

Zu: Kampf gegen Terror

Der Kampf gegen den Terror ist nur eine euphemistische Umschreibung für das, was man früher „Partisanenkrieg“ nannte. Objektiv betrachtet stehen die USA und ihre Verbündeten, mit oder ohne UN- Mandat, in verschiedenen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens im Krieg, nur wird versucht, diese Tatsache zu euphemistisch zu umschreiben. In der Mehrzahl dieser Länder sind die offiziellen Streitkräfte (Kombatanten) geschlagen. Der Gegner ist nun zum „Partisanenkrieg“ übergegangen, ganz klassisch wie zum Beispiel in Afghanistan, was auf Grund der heutigen technischen und  wirtschaftlichen Möglichkeiten und unter Ausnutzung der Reisefreiheit als Terrorismus bezeichnet wird. Der Gegner versucht, den Krieg in die ihn aus seiner Sicht angreifenden Staaten zu tragen. Die Tatsache, dass man in einen Partisanenkrieg verwickelt ist, kann man der eigenen Bevölkerung „schlecht verkaufen“, bedeutet dies doch, dass man mit einer ganzen Reihe von Ländern im „De facto“-Krieg steht, der zwar nie erklärt wurde. Wenn man diese  Kriege nicht beendet, wird weiter Partisanenkrieg geführt, ein wirklicher Friede rückt in weite Ferne.      

Lothar Liedtke, Lima/Peru

 

 

Abserviert!

Zu  „Stößt die Kirche Kalinin vom Sockel?“ (Nr. 18)

Schön wär‘s! Ich wünsche mir als mit dem alten orthodoxen Russland eng verbundenem Appenzeller, dass mit dem Segen des Heiligen Sergius von Radonesch am Kalinin-Platz in Königsberg in naher  Zukunft Bulldozer auffahren werden. Die gesamte in Bronze gegossene sowjetische Verbrecherbande gehört abserviert. Oder andersrum: Mit den für geschmacklose Standbilder verpulverten Rubeln hätte man die russischen Arbeiter einst besser mit funktionierenden Toiletten bedient.            

Vincenz Oertle, Gais / Schweiz

 

 

Empört über Papst

Zu  „Der Selige“ (Nr. 18)

Mit dem Artikel vom 7. Mai  sprechen Sie mir aus der Seele. Bereits 1983 habe ich ein Gedicht mit dem Titel „Annaberg 1983“ verfasst, in dem ich (als Katholik) meine Empörung über die Äußerungen des damaligen Papstes geäußert habe. Ich erlaube mir, dieses Gedicht, Ihnen mit zusenden. Gott sei Dank haben Sie anlässlich der Seligsprechung von Johannes Paul II. mit treffenden Worten an Unterlassenes und Überflüssiges dieses Papstes erinnert.

Manfred Schalk, Höchberg

 

 

Geahndet wie Menschenraub

Zu : Das Plagiat!

Ein Plagiat beschreibt und verurteilt die Übernahme fremden geistigen Eigentums als Verstoß  gegen die Grundsätze wissenschaftlicher oder künstlerischer Redlichkeit. Die Formulierung eines solchen Diebstahls wurde nach dem römischen Rechtsempfinden wie Menschenraub geahndet. Eine solche Rechtsdeutung ist natürlich einem Studenten der Rechte nicht mehr als Lehrmeinung zu verkaufen.

Rudi Dutschke würde zu seiner Zeit den Verursachern dieser Sprachregelung einen Piepmatz gezeigt haben. Obwohl schon um die Jahrhundertwende ihm die Haare zu Berge gestanden hätten. Solche Gedankensprünge waren seinerzeit nichts Ungewöhnliches.

Ein Plagiat beweist nämlich nur die Wandlungsbereitschaft des Zeitgeschehens wie auch die Abgründe des anwaltlichen Denkens als Schicksal Auslegung. Die nicht auszuschließende Bestechlichkeit der damaligen göttlichen Einflüsse steht auf einem ganz anderen Blatt.

Günter Pruss, Itzehoe

 

 

London und Paris waren gegen uns

Zu: Leserbrief „Ablehnung wäre ungeheuerlich“ (Nr. 15)

Gorbatschows Angebot, Nordostpreußen an Deutschland zu verkaufen, ist mir als inoffiziell thematisiert in guter Erinnerung. 1999 und 2000 hat es der CDU-Parteigenosse Heiko Peters aus Hamburg nicht geschafft, die Herren Kohl, Schäuble, Weigel, Bohl und Kinkel mit all seinen Bezichtigungen der Hehlerei in der „FAZ“ herauszufordern, und trat schließlich aus. Die politische Klasse lässt solche, wenn auch richtige Behauptung ohne Reaktion, weil andernfalls das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit geweckt werden könnte und es zu juristischen Auseinandersetzungen kommen könnte beziehungsweise müsste. Was die These meines lieben Landsmanns Bernd Dauskardt anbelangt, „Helmut Kohl ist in diesen Schicksalsstunden auf einen fahrenden Zug aufgesprungen“, möchte ich widersprechen: In dem vorzüglichen Buch „Sternstunden der Diplomatie“ von Prof. Condoleezza Rice, der nachmaligen Außenministerin von George W. Bush, und einem Mitautor ist ausführlich dargestellt und belegt, dass Kohl mit Bush sen., wie auch Außenminister Baker mit Genscher, in engem Kontakt auf eine Lösung der Probleme hinarbeitete, was zur Wiedervereinigung führte. Deutlich wird in dem Buch, wie Mitterrand und Margaret Thatcher es lieber bei der Trennung und damit Schwächung Deutschlands belassen hätten, ganz m Sinne ihrer uralten politischen Traditionen.

Hans-Henning Plock-Sechserben, Kittlitz

 

 

Verbindung zwischen Ströbeck und Ostpreußen blieb unerwähnt

Zu : „Regenten beim Spiel des Königs“ (Nr. 18)

Ich bin kein Schachspieler. erinnere mich aber gern an einen Besuch des Schachdorfes Ströbeck zwischen Halberstadt und Harz mit seinem vorbildlichen Schachmuseum.

Aber eines habe ich in dem Beitrag vermisst, der in einem wohl vorwiegend von Ostpreußen gelesenen Blatt stand: Die Verbindung zwischen dem Schachdorf Ströbeck und Ostpreußen. König Friedrich Wilhelm I. hatte sich sehr oft nach Ostpreußen begeben, um sich selbst davon zu überzeugen, dass die großen Geldbeträge. die er für die Wiederbesiedlung (Repeuplierung) Ostpreußens nach der Großen Pest 1709/10 ausgegeben hatte, auch Erfolg bringend eingesetzt wurden. Bei einer seiner Reisen traf er in einem Dorf in der Nähe der späteren Kreisstadt Darkehmen (Angerapp) den Wirt Kräkel, der aus dem Schachdorf Ströbeck stammte. Der König wollte gegen den Ströbecker eine Partie Schach spielen – und verlor. Der Gewinner hatte beim König zwei Wünsche frei. Der Wirt Kräkel erbat einen Dorfanger und einen neuen Ortsnamen für das ungewohnte Mazzatsch oder Mazaitschen. Der König erfüllte diese Wünsche. Nach Darkehmen hin wurde ein Anger ausgewiesen, und aus Mazzatsch wurde 1729 in Anlehnung an seinen Herkunftsort Strepke, später Ströpken.

Es war kein Wunder. dass der Ex-Ströbecker das Schachspielen noch nicht verlernt hatte; war er doch erst 1723 von Ströbeck nach Ostpreußen gezogen. Die genauen Daten seiner Übersiedlung sind enthalten in Akten, die sich noch heute im Brandenburgischen Hauptarchiv in Potsdam befinden. Am 26. März 1723 erging ein Schreiben an die Kurmärkische Kriegs- und Domainenkammer „wegen Fortschaffung der aus dem Halberstädtischen angekommenen Leute. so nach Ostpreußen abgehen sollen“. Die Kammer wird darin unterrichtet, dass mit einem Zug Magdeburger noch eine Anzahl von Leuten aus dem Halberstädtischen eintreffen würde. Weil diese, anders als die Magdeburger, namentlich noch nicht erfasst waren, sollte von ihnen eine Liste erstellt werden. „Also überkommt hierbei noch mal schriftlich eine exacte Specification aller solcher itzt allhier angelangten Leute.“ In der hierauf erstellten „Specification der aus Halberstadt nach Preußen zu senden Leute“, von der ich die erste Seite als Kopie beifüge, steht an erster Stelle Hans Kröckel nebst Frau und fünf Kindern. In dem Schreiben wurde die Kammer noch angewiesen, für eine „ohngesäumte Fortbringung bis nach Wrietzen (an der Oder) von wannen sie zu Wasser ferner bis nach Stettin transportiert werden sollen“. Hans Kröckel, dessen Namen später dank der variablen Schreibweise der Urkundsbeamten zu Krökel, Kräkel wurde, ist also mit dem Schiff wohlbehalten nach Königsberg gelangt und bekam für sich und seine Familie im Amt Weedern eine Siedlerstelle von 1 Hufe 10 Morgen 200 Ruten angewiesen.

Herbert Skroblin, Wächtersbach

 

 

Gut aufgehoben

Zu: PAZ

Aus vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten konnte ich entnehmen, dass man sich bei der PAZ gut aufgehoben fühlt und unsere Zeitschrift lobend weiter empfiehlt.  Die Leser sind besonders erfreut, dass die PAZ die Geschichte der preußischen Städte und Dörfer vermittelt und ihre großen Denker, Dichter und Wissenschaftler würdigt. Viele Veröffentlichungen bezeugen besonders die Treue zum preußischen Erbe. Der Inhalt dieser Texte spiegelt oft die Vorstellung der Deutschen von Treue und Glauben wider.

Die Menschen in unserem Land sind es leid, mit Unwahrheiten vieler Politiker getröstet zu werden, und sie haben erkannt, dass die PAZ den bürgerlichen Gemeinsinn fördert. Als Bindeglied aller Preußen ist die PAZ inzwischen Sprachrohr für alle geistigen, kulturellen und heimatpolitischen Aufgaben geworden. Sie vertritt mit Nachdruck den Frieden, die Freiheit, die Verständigung und das absolute Recht auf Heimat. Deshalb sollten wir alle die PAZ unterstützen und die Zeitung abonnieren.

Dr. Herbert Beister, Essen

 

 

Miegel galt als entnazifiziert

Zu: Agnes Miegel

Zum Vorwurf, Agnes Miegel habe sich nie vom Nationalsozialismus distanziert:  1948/49 erfolgt nach Überprüfung ihre hundertprozentige Entnazifizierung ohne jegliche Auflagen. Mit Agnes Miegel werden Millionen Deutsche ebenfalls nach dem gleichen System zu 100 Prozent entnazifiziert. Die Gesetze dafür kamen von den Alliierten und wurden auch von ihnen für Deutschland angeordnet. Diese Maßnahme fand 1954 ihren Abschluss. Sie bezweckte die Bestrafung der Nationalsozialisten und deren Ausschaltung aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben. Für Beurteilungen unterschieden die Spruchkammern fünf Gruppen: Hauptschuldige, Belastete, Minderbelastete, Mitläufer und Entlastete. Miegel gehörte der letzten Gruppe, den Entlasteten, an. Jeder, der diesen Bescheid erhielt, war auf Dauer von jeglichen weiteren Urteilen befreit und konnte sein privates und berufliches Leben richten.

Während Deutschland wieder aufgebaut werden musste, sollte daneben auch eine neue Regierung nach demokratischen Vorgaben entstehen. Die Entnazifizierungsbehörde war eine geordnete rechtlich einwandfreie Institution. Mit dem Erhalt des Bescheides P. 5, war für die betreffende Person der Fall abgeschlossen. Das erklärt auch die Ehrungen, die Agnes Miegel von der Öffentlichkeit zuteil wurden. (Willy Brandt bei Agnes Miegel 1961, Briefmarke für Miegel 1979 sowie verschiedene andere Ehrungen). Aber auch ihre Entgegnung, dass sie ihre Zugehörigkeit zur NSDAP nur mit sich und Gott auszumachen habe; denn die Politik hatte ja bereits dieses Thema abgeschlossen. Bis zu ihrem Tode 1964 wurde die Entnazifizierung nie in Frage gestellt.

Wenn heute, 47 Jahre nach dem Tod Agnes Miegels, die Entnazifizierungsdurchführung von nachgeborenen politischen Generationen missachtet wird, so ist bewiesen, dass sie sich weder mit den Gesetzen der Alliierten befasst haben und noch weniger mit dem natürlichen Zeitablauf; denn zu Lebzeiten Agnes Miegels bestand von keiner Seite ein Handlungsbedarf, der den heutigen politischen Vorstellungen entspricht.

Elisabeth Krahn, Celle

 

 

Einseitige Abhörprotokolle

Zu: „Fakt oder Kampagne?“ (Nr. 18) 

Sie haben lange warten müssen, die Herren Historiker der neuen Generation, um endlich die Abhörprotokolle von deutschen Kriegsgefangenen in englischer Gefangenschaft mit erhobenem Stinkefinger veröffentlichen zu können. Nach 66 Jahren der Geschehnisse dürfen sich die Verfasser Neitzel und Welzer sicher genug wähnen, keinem Zeitzeugen mehr ins Messer zu laufen. Dieser müsste heute mindestens über 86 Jahre alt sein. Fakt oder Kampagne – keine Frage, beides!

Die Gefangenen in einem Lager nahe London – ausnahmslos Offiziere der Fallschirmtruppe und Waffen-SS ahnten schon bald, dass sie in ihren Gesprächen untereinander abgehört wurden. Man verhielt sich danach. „Wenn schon, denn schon!“ Der Tommy sollte seine Freude haben und so erzählte man sich in der „Stube“ unter Augenzwinkern laut die verrücktesten Waffentaten. Eigentlich hätten die Horcher auch herausfinden müssen, welche Gefangenen in der naheliegenden englischen Schuhfabrik die Schuhe, zu je zwei linken und zwei rechten einpackten oder beim Abmähen der Getreidefelder große Hakenkreuze schnitten, die man vom Flugzeug aus sehen konnte. Doch nichts passierte dagegen. Der Bruder meiner Mutter erzählte mir von diesen Begebenheiten. Im Krieg hatte er sich zu den Fallschirmjägern gemeldet. Als Hauptmann und Bataillonskommandeur kam er in der Schlacht bei Arnheim mit einer schweren Knieverwundung in englische Gefangenschaft. Er betonte mir gegenüber immer wieder die bevorzugte gute Behandlung und Verpflegung in England. Nach Entlassung aus der Gefangenschaft diente er kurze Zeit als Hilfswilliger im Offiziersrang in der englischen Besatzungsarmee.

Ich bin mir sicher, was mein Onkel über das von Neitzel / Welzer vorgelegte Buch sagen würde: Ihr dümmlichen Gutmenschen! Seid doch glücklich und dankbar für eure späte Geburt! Lest bei Ernest Hemingway in „Selected Letters 1937−1961“ (im Carlos Baker Verlag New York gedruckt) über seine dort freudig eingestandenen sadistischen Mordtaten an wehrlosen „deutschen Krauts“. Jeder kehre also vor seiner eigenen Tür!

Dieter Bock, Burgstall

 

 

»Ein Muss«

Zu: „Altvaterturm: Gedenkort für die Vertriebenen“ (Nr. 14)

Ein Mahn- oder Denkmal für die Vertriebenen sucht man in Deutschland wie eine Stecknadel in einem Heuhaufen. Es gibt ein Relief im Turm der Evangelischen Kirche zu Steinhude in Niedersachsen. Es erinnert an die Toten der Elchniederung. Ich stiftete der Kirche in Delmenhorst zwei ehemalige Grabplatten mit der Aufschrift: „Deutscher Osten unvergessen“, „Ostpreußen, Pommern, Schlesien“. Das Mal steht seit August 2010 auf dem Evangelischen Friedhof an der Wildeshauser Straße in Delmenhorst. Ich habe nichts gegen ein Denkmal in Berlin, das an die Wiedervereinigung erinnert. Es ist sogar ein „Muss“. Ebenso wichtig ist aber ein ehrwürdiges Denkmal in Berlin, das an die Vertreibung erinnert! Als Ergänzung zum Museum.

Horst Redetzky, Delmenhorst


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