30.07.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
21.05.11 / Landsmannschaftliche Arbeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Landsmannschaftliche Arbeit

HAMBURG

Erster Vorsitzender: Hartmut Klingbeutel, Kippingstr. 13, 20144 Hamburg, Tel.: (040) 444993, Mobiltelefon (0170) 3102815. 2. Vorsitzender: Hans Günter Schattling, Helgolandstr. 27, 22846 Norderstedt, Telefon (040) 5224379.

KREISGRUPPE

Insterburg – Am Mittwoch, 4. Mai, hatte die Insterburger Heimatgruppe im Hotel zum Zeppelin, Frohmestraße 123, 22459 Hamburg, ihr Treffen zu ihrem 60-jährigen Jubläum. 60 Jahre Insterburger Heimatgruppe in Hamburg und seit 60 Jahren Mitglied in der landsmannschaftlichen Organisation. Danke für die Gratulationen und Glückwünsche zum Jubiläum und einen Dank an Landsmann Herbert Tennigkeit, der den kulturellen Teil sehr gut gestaltet hat und zum Erhalt des ostpreußischen Gedankenguts beigetragen hat.

Sensburg – Sonntag, 15. Mai, 15 Uhr, Polizeisportheim, Sternschanze 4, 20357 Hamburg: Gemütliches Beisammensein mit Singen.

BEZIRKSGRUPPE

Harburg/Wilhelmsburg – Montag, 30. Mai, 15 Uhr, Gasthaus „Waldquelle“, Meckelfeld, Höpenstraße 88 (erreichbar mit Bus 443 bis Waldquelle): Die Gruppe trifft sich zum Heimatnachmittag.

 

HESSEN

Vorsitzender: Dietmar Strauß,  Jahnstraße 19, 68623 Lampertheim, Tel. (06206) 4851.

Kassel – Beim April-Treffen der Kreisgruppe zeigte Herr Klaus-D. Leder, Landsmannschaft Schlesien, eine Reihe westpreußischer Stadtansichten, die er aus Bildbänden kopiert hatte. Bei dieser „Reise“ kreuz und quer durch das schöne Land gab es bekannte und unbekannte Städte, Flüsse, Burgen und immer wieder die weite Landschaft zu sehen. Waltraud v. Schaewen-Scheffler ergänzte die Bilder mit erklärenden Worten zur geographischen Lage und Geschichte des Gezeigten, so dass jeder Teilnehmer einen guten Eindruck von dem fernen Land an der unteren Weichsel erhalten konnte. – Mitte des Monats leitete Herr Gerhard Landau eine kleine Wandergruppe, verstärkt durch Mitglieder anderer Landsmannschaften, zu einem „Parkspaziergang mit Lesepausen“ durch den Bergpark Wilhelmshöhe. Das herrliche Frühlingswetter, die blühende Stille in dem weitläufigen Park, dazu ausgewählte Gedicht- und Prosavorträge, beeindruckten und beglückten. – Zu einem Vortrag über das „Reiseland Masuren“ von Karla Weyland, Rauschenberg, Anfang Mai fanden sich fast 40 Mitglieder und Gäste ein. Detailliert schilderte die Vortragende dieses landschaftliche Juwel im südlichen Ostpreußen Die unendlichen Wälder, zahlreichen Seen, Fischerdörfer, aber auch kleine Städte mit der „heimlichen Hauptstadt“ Lyck haben Masuren zu einem Anziehungspunkt für Naturfreunde gemacht. Die Ureinwohner waren die prussischen Galinder, ein baltischer Volksstamm. Vom 10. bis 13. Jahrhundert kämpften die heidnischen Prussen ununterbrochen gegen die Christianisierung und damit gegen die politische Unterwerfung. 1225 rief der polnische Fürst Konrad von Masowien den Deutschen Orden zu Hilfe und sicherte ihm alles Land zu, das er in Besitz nehmen würde. Damit begann das einmalige Kolonisationswerk, an dem sich Ritter aller europäischen Staaten beteiligten. Durch den Bau von Ordensburgen wurde auch der Grundstein zu den meisten masurischen Städten gelegt. Bald vermischte sich die prussische Bevölkerung mit den neuen Siedlern. Nach der großen Pestseuche Anfang des

18. Jahrhunderts strömten neue Siedler in das entvölkerte Land. Als Glaubensflüchtlinge kamen Hugenotten, Salzburger, Mennoniten und Philipponen. Seine Treue zum deutschen Volk und Reich hat das gesamte masurische Volk in der Abstimmung 1920 mit dem Ergebnis von 97,8 Prozent klar bewiesen.

Wiesbaden – Ein Glanzpunkt der Landeskulturtagung der LOW: Vortrag des Greifswalder Professors Buhrow über Johannes Hevelius: „Ein Stern erster Größe“. Am 16. und 17. April fand die Kulturtagung des hessischen Landesverbandes im Wiesbadener Hotel Oranien statt. In seiner Begrüßung bedauerte Vorsitzender Dietmar Strauß, dass die Ehrenvorsitzende Anneliese Franz aus Altersgründen nicht teilnehmen konnte. Man wolle ihr einen Gruß mit allen Unterschriften der Teilnehmer senden. Zunächst hielt Landesfrauenleiterin Karla Weyland einen interessanten Diavortrag über Danziger Miniaturen. Vornehmlich mit Danziger, deutschen und auch polnischen Briefmarken zeigte sie die Entwick-lung Danzigs und Westpreußens. Anschließend trafen sich die Leiterinnen der Frauengruppen zu einem Gedankenaustausch. Nach dem Mittagessen wurde der Landtag besichtigt und man nahm an der Gedenkfeier zum 60-jährigen Bestehen der LOW teil. Abends zeigte Renate Gogne den Film „Trakehnen lebt“. Zum Auftakt des nächsten Tages hielt Professor Dr. Joachim Buhrow, profunder Kenner der Astronomie, mit Lichtbildern in freier Rede seinen lebendigen und humorvollen Vortag über den Danziger Astronomen, Ratsherrn, Braumeister, Radierer und Drucker. den er einen „tollen Jungen“ nannte. Der Vater der Mondforschung sei ein Glanz am westpreußischen Himmel gewesen. Buhrow zitierte einen Doppelspruch von Wilhelm Raabe: „Sieh nach den Sternen! Gib Acht auf die Gassen!“, der ermahnt, seinen Blick auf das Ewige zu richten, aber dabei die alltägliche Wirklichkeit nicht zu vergessen. Danach hätte Hevelius in seinem Leben gehandelt. Sein Hauptwerk „Selenographia“ war die erste und über hundert Jahre gültige Mondtopographie. Er war einer der Ersten, die einen elliptischen Umlauf des Mondes für möglich hielten. Kepler baute auf seinen Beobachtungen auf. Papst Innozenz X. lobte sein Wirken, meinte aber, es sei schade, dass er ein Ketzer sei. Auf Pfefferstadt baute Hevelius seine Sternwarte, konstruierte selbst Sextanten, Quadranten und Fernrohre. Bei seinen Beobachtungen war ihm seine Frau Catharina Elisabeth eine unverzichtbare Assistentin mit außergewöhnlicher Auffassungsgabe, denn die großen Instrumente mussten von zwei Personen abgelesen werden. Sie wurde somit zur ersten Astronomin der Geschichte. 1640 erschien ein Fixsternverzeichnis von 1564 Sternen bis zur siebten Größe. Hevelius erkannte den Stern Alpha im Steinbock und den Stern 61 im Schwan als Doppelstern. Vielfache Ehrungen hat er erhalten. Die Royal Society in London und die Académie Francaise ernannten ihn zu Mitgliedern, die Könige Johann III. Sobieski und Johann Kasimir besuchten ihn und mit Ludwig XIV. von Frankreich gewährten sie ihm große finanzielle Unterstützung. Die Baumgartsche Gasse, an die seine Häuser auf Pfefferstadt grenzten, ist nach dem Krieg nach ihm benannt worden. Johannes Hevelius starb an seinem 76. Geburtstag am 28. Januar 1687. Buhrow berichtete, dass alle Schriften und Werke von Hevelius in Danzig verloren gegangen seien. Aber in Greifswald sind sie noch vorhanden. „Zu DDR-Zeiten konnte ich die Originale noch problemlos in die Hand nehmen.“ Heute sind sie im Stahlschrank verwahrt und man muss viel Bürokratie überwinden, um sie einsehen zu können. Stürmischer Beifall dankte dem Referenten, der anschließend sein Buch „Berühmte Astronomen an der Ostsee“ signierte. – In seinem Vortrag über Gumbinnen und seine Reisen in die von Salzburger Emigranten besiedelte Kreisstadt und ehemalige Hauptstadt des Regierungsbezirks berichtete Eckard Steiner. Der Kreisvorsitzende von Gumbinnen hat seine Heimatstadt mindestens zweimal im Jahr besucht und humanitäre Hilfsaktionen für die dortige Diakonie organisiert. 1993 konnte die Salzburger Kirche wieder aufgebaut und zwei Jahre später geweiht werden. 2002 wurde auch das ehemalige Regierungsgebäude instandgesetzt. Das große Fresko in der Friedrichschule konnte mit Hilfe von Spenden, zu je einem Drittel auch von Zuschüssen der Stadt und der Kaliningrader Regierung, restauriert werden. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn das heutige Gusew nicht einen wohlgesinnten deutschstämmigen Bürgermeister gehabt hätte, der später Gouverneur des Oblast Kaliningrad wurde. Seiner Fürsprache und seinem Engagement haben die vertriebenen Gumbinner viel zu verdanken. – Hannelore Neumann und Gerhard Schröder waren Kinder, die das Grauen und Sterben in Königsberg und das Wüten der sowjetischen Soldateska von 1945 bis 1948 erleben mussten. 30000 Kinder haben diese Zeit nicht überlebt. Schröders kleiner Bruder und seine Mutter starben, ebenso Neumanns Mutter. Die Kinder kamen schließlich in ein sowjetisches Kinderheim. Es waren unhaltbare Zustände dort. Neumann erzählte: „Es war ein böser Mann, der das Heim leitete. Das wenige Brot, das für die Kinder bestimmt war, tauschte er gegen Wodka ein. Es störte ihn auch nicht, dass bei einem Kind der Darm aus dem Anus heraushing und es ihn hinter sich herzog.“ Schröder berichtete mit tränenbewegter Stimme über seine damalige schwere Kindheit. Neumann und Schröder reisten im vergangenen Jahr mit weiteren Königsberger Leidensgenossen ins heutige Kaliningrad, um einen Gedenkstein für die damals an Hunger und Krankheiten gestorbenen Kinder einzuweihen. Die Kosten für den Stein trugen die Teilnehmer. Er trägt die von Schröder verfasste Inschrift „Zum Gedenken an die Kinder, die von 1945–1948 ihr junges Leben verloren. Die Überlebenden / Juni 2010“. Für die vielen verstorbenen Kinder fand ein Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Propsteikirche statt. Propst Löber sagte in seinem Gebet: „Gott tröste die Menschen, die gekommen sind, zu gedenken ihrer verlorenen Kindheit, ihrer verlorenen Geschwister und Eltern, dass sie weiter Kraft finden in dir, der du uns suchst in unseren Nöten.“. Nach dem Abendmahl wurde im Garten der Auferstehungsgemeinde im Beisein der Gemeindemitglieder von Propst und Schröder der Gedenkstein enthüllt. Jeder legte eine weiße Chrysantheme nieder und Edith Matthes las einen bewegenden Text in deutscher und russischer Sprache. Man suchte auch die Stätten auf, wo Geschwister und Mütter gestorben waren und machte Exkursionen durch die Stadt. – Eberhard Traum berichtete vom Naturerlebnis Kurische Nehrung. Sie ist nicht zerstört worden, aber die Kurenkähne sind verschwunden. In Rossitten ist im Forsthaus ein Museum eingerichtet worden. In der Vogelwarte arbeiten jetzt Mitarbeiter der Leningrader Akademie der Wissenschaften. Für die Zukunft ist ein gutes Gedeihen zu erwarten. Den Besuchern blieb ein wunderbares Bild in der Seele. Dietmar Strauß dankte zum Schluss für den schönen Verlauf der Tagung, die den Teilnehmern noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Er wünschte allen eine gute Heimfahrt und ein gesegnetes und frohes Osterfest. – Bei der Jahreshauptversammlung konnte der Vorsitzende, Dieter Schetat, mit Freude feststellen, dass im Berichtsjahr 2010 wieder sechs neue Landsleute und Freunde hinzugekommen sind und der Kreisverband nun über mehr als zweihundert Mitglieder zählt. Im Juni dieses Jahres wird die Landsmannschaft mit einer Feierstunde an ihr 65-jähriges Bestehen erinnern. Den Festvortrag hält Prof. Dr. phil. Wolfgang Stribrny mit dem Thema „Erbe und Auftrag der preußischen Geschichte in Europa“. Nach dem Gedenken der im vergangenen Jahr verstorbenen Landsleute berichtete Dieter Schetat über die vielfältigen Veranstaltungen des Kreisverbandes. Neben den monatlichen Treffen mit überwiegend heimatbezogenen Themen kam auch der gesellige und fröhliche Teil nicht zu kurz wie der gewohnte ,,Närrische Nachmittag mit Kreppelkaffee“ und eine Dampferfahrt auf dem Rhein nach Rüdesheim mit dem Besuch des Niederwalddenkmals. Eine besondere Veranstaltung war der preußischen Königin Luise anlässlich ihres 200. Todestages gewidmet. Zu einem Vortrag über „,Schlösser und Ordensburgen in Ostpreußen“ konnte Prof. Dr. Gottfried Kiesow, Vorsitzender der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ gewonnen werden. Unter dem Dach der Deutsch-Polnischen-Stiftung Kultur und Denkmalpflege setzt er sich für die Rettung des Schlosses Steinort in Masuren ein. Die monatlichen Stammtisch-Treffen, meist mit Gerichten nach heimatlichen Rezepten, fanden mit durchschnittlich 40 Teilnehmern erfreuliche Resonanz. Mit Geldspenden zur Weihnachtszeit greift die Landsmannschaft acht deutschstämmigen Familien in Ost-und Westpreußen unter die Arme, deren kleine Rente meist nicht einmal für das Allernötigste reicht wie beispielsweise Heizmaterial und Medikamente. Über die Aktivitäten der Frauengruppe in Form heimatlicher Brauchtumspflege, Gesang, Dia-Vorträgen und Ausflügen berichtete deren Vorsitzende Helga Kukwa – zugleich auch über die Auftritte des Frauenchors. Die Damen singen nicht nur bei den eigenen Veranstaltungen, sondern wirken auch mit bei befreundeten Vereinen, beim „Tag der Heimat“ sowie in der Weih-nachtszeit bei Seniorenveranstaltungen in Alten- und Pflegeheimen. Den Kassenbericht gab Schatzmeister Christian Wnuck. Ihm bestätigten die beiden Rechnungsprüfer, Peter Gutzeit und Margot Schittko einwandfreie Kassenführung und dokumentierten dies mit ihrem Prüfungsvermerk. Dem Vorstand wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr Entlastung erteilt. Im Anschluss an den offiziellen Teil stellte Horst Dietrich in seinem Vortrag die Frage „Wird Kaliningrad mehr und mehr zu Königsberg?“ Das aus dem Kreis Preußisch-Holland stammende Mitglied ist mit der Situation und den Verhältnissen des Königsberger Gebiets bestens vertraut, denn seit 1988 reiste es unzählige Male mit Hilfsgütern nach Königsberg und Cranz. Ihm ist auch die Gründung des Vereins „Freundeskreis Cranz / Selenogradsk und Umgebung“ zu verdanken, dessen Vorsitzender er ist. 65 Jahre nach dem Auslöschen des Namens Königsberg am 4. Juli 1946 – mit Beseitigung vieler Zeugnisse der Stadt und Unterdrückung aller Erinnerungen – rückt die Geschichte des „früheren Königsberg“ heute wieder zunehmend in den Vordergrund. Nach den Worten Dietrichs sei Königsberg zwar inzwischen eine russische Stadt geworden. Die 750-Jahr-Feier habe aber gezeigt, „dass den russischen Einwohnern etwas fehlt, um sich mit dem heutigen Kaliningrad zu identifizieren. Die Menschen wollen Königsberg, sie wollen sich der deutschen Kultur erinnern und haben sich auf Spurensuche nach der Geschichte ihrer Stadt gemacht“, zeigte sich der Referent überzeugt. Bezugspunkte seien beispielsweise der Dom, das Kant-Denkmal, die Kanttafel, das Herzog-Albrecht-Denkmal oder der Granitfindling mit dem Bronzerelief des Königsberger Theologen Julius Rupp vor dem Dom. Ein russischer Offizier aus der Nähe von Palmnicken habe ihm seinerzeit geschrieben: Er fühle sich verbunden mit den Menschen, deren Heimat jetzt seine Heimat sei. Es gebe in Königsberg kaum einen Kiosk, an dem nicht Wimpel mit Elchschaufeln und Wappen zum Aufkleben angeboten würden. Und statt dem offiziellen rot-blauen Emblem des Königsberger Gebiets, bevorzugten die Menschen lieber die früheren historischen Wappen. In 25 Kreisen gäbe es bereits diese aus deutscher Zeit, weiß Dietrich zu berichten. Bemerkenswert fand er bei Gesprächen mit Einheimischen, dass sie vielfach Orte der Region sogar mit deutscher Bezeichnung nennen. „In der einstigen ostpreußischen Hauptstadt wird kulturell viel geboten – weil die Menschen einfach danach verlangen“, erklärte Dietrich. Besonders die Jugend verehre deutsche Schriftsteller und Dichter. Dabei stand ihnen der leider im Dezember 2010 verstorbene russische Seemann und Schriftsteller Sem Simkin zur Seite, der Werke von Agnes Miegel, E.T.A. Hoffmann, Simon Dach, Wilhelm von Humboldt, Johann Gottfried Herder, Ernst Wiechert und vielen anderen ostpreußischen Schriftstellern ins Russische übertrug beziehungsweise nachdichtete. Und erfreulicherweise geben die Russen das kulturelle Erbe auch ihren Kindern weiter – nicht immer zur Freude der Regierenden. „Doch die Bevölkerung wird sich gegen die Obrigkeit durchsetzen, Kaliningrad wird wieder Königsberg“, resümiert Horst Dietrich. Und sein sehnlichster Wunsch. „Ich möchte dort Heimatrecht bekommen!“

 

NIEDERSACHSEN

Vorsitzende: Dr. Barbara Loeffke, Alter Hessenweg 13, 21335 Lüneburg, Telefon (04131) 42684. Schriftführer und Schatzmeister: Gerhard Schulz, Bahnhofstraße 30b, 31275 Lehrte, Telefon (05132) 4920. Bezirksgruppe Lüneburg: Manfred Kirrinnis, Wittinger Straße 122, 29223 Celle, Telefon (05141) 931770. Bezirksgruppe Braunschweig: Fritz Folger, Sommerlust 26, 38118 Braunschweig, Telefon (0531) 2 509377. Bezirksgruppe Weser-Ems: Otto v. Below, Neuen Kamp 22, 49584 Fürstenau, Telefon (05901) 2968.

Oldenburg – Mittwoch, 8. Juni, 15 Uhr, Stadthotel Eversten: Treffen der Gruppe mit einer Lesung von Rainer Kaune, Bassum: „Hermann Löns – ein Volksdichter mit westpreußischen Wurzeln“. Freunde und Gäste sind herzlich willkommen. – Bericht über den Ausflug am 11. Mai. Zusammen mit den anderen Landsmannschaften Oldenburgs machte die Frauengruppe am 11. Mai eine Kulturfahrt zum Museum des Heimatkreises Stuhm in Bremervörde, in einem Einfamilienhaus mitten im Park gelegen. Die Führung und Erläuterung des Ehepaares Heinz Paschilke zeigte vielen Mitgliedern, wie pädagogisch wertvoll, bunt und anregend ein Heimatmuseum sein kann. Übersichtlich und nicht überladen konnten sich alle, denen dieser Heimatkreis bislang noch kein Begriff war, ein Bild von diesem Teil Westpreußens machen. Der Gesang von landsmannschaftlichen und Frühlingsliedern sorgte für eine kurzweilige Busfahrt.

 

NORDRHEIN-WESTFALEN

Vorsitzender: Jürgen Zauner, Geschäftsstelle: Werstener Dorfstr. 187, 40591 Düsseldorf, Tel. (02 11) 39 57 63. Postanschrift: Buchenring 21, 59929 Brilon, Tel. (02964) 1037, Fax (02964) 945459, E-Mail: Geschaeft@Ostpreussen-NRW.de, Internet: www.Ostpreussen-NRW.de

Bad Godesberg – Sonntag, 22. Mai, 15 bis 16 Uhr, Kleiner Saal der Stadthalle Bad Godesberg: Kaffeetrinken mit anschließendem farbenfrohen Programm. Mitglieder und Gäste sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei! – Mittwoch, 1. Juni, 15 Uhr, Stadthalle Bad Godesberg: Treffen der Frauengruppe.

Gütersloh –Montag, 30. Mai, 15-17 Uhr, Elly-Heuss-Knapp-Schule, Moltkestraße 13, 33330 Gütersloh: Ostpreußischer Singkreis.

Köln – Sonnabend, 28./Sonntag, 29. Mai: Treffen beim Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Erfurt.

Lüdenscheid - Trauer um Waltraud Lange. Die Bergstadt ist um eine gute Seele ärmer: Waltraud Lange starb völlig überraschend im Alter von 72 Jahren im Klinikum Lüdenscheid. Damit verlieren die Ostpreußen in Landsmannschaft Lüdenscheid eine ihrer exponiertesten Repräsentantinnen. Über viele Jahre hinweg engagierte sich Waltraud Lange als Kulturwartin und als stellvertretende Vereinsvorsitzende an der Seite von Dieter Mayer, dem sie auch persönlich verbunden war. 1987 lernten die beiden sich bei einer Fahrt in die gemeinsame  Heimat Ostpreußen kennen. 2003 zog Waltraud Lange endgültig nach Lüdenscheid, wo sie sich mit Charme, Fröhlichkeit und Offenheit um die Belange jener ostpreußischen Landsleute kümmerte, die nach dem Verlust der Heimat ein neues Zuhause in Lüdenscheid gefunden hatten. „Als Kulturwartin hat sie sich sehr viel mit ostpreußischer Literatur beschäftigt“, erzählt Lebensgefährte Dieter Mayer. Im Haus der Vereine engagierte sich Waltraud Lange in der Heimatstuben-Arbeitsgemeinschaft, gründete die regelmäßigen Monatstreffs und vertrat die Ostpreußen aus Lüdenscheid bei Tagungen des Bundes der Vertriebenen. An den jährlichen Tagen der Heimat erinnerte sie nicht nur mit Königsberger Marzipan und dem Honiglikör „Bärenfang“ an die verlorene Heimat. Den Kontakt zu jener Jugend, die Ostpreußen selber nur noch aus Erzählungen oder bestenfalls einer Urlaubsreise kennenlernte, hielt sie vor allem über die vereinseigene Volkstanzgruppe. Geboren wurde Waltraud Lange am 4. November 1938 im ostpreußischen Heiligenbeil. Mit sechs Jahren ging sie im Winter 1945 mit ihrer Familie und vielen Verwandten auf die Flucht über das Frische Haff. Nach der Ankunft im schleswig-holsteinischen Eggebek absolvierte Waltraud Lange ihre Schuljahre in Schleswig. Es folgte eine längere Zeit in Köln, bevor sie ihre erste kleine Wohnung in Stüttinghausen bezog. Noch im Februar führte Waltraud Lange gesund und munter durch den von ihr organisierten Fastnachtsball der Ostpreußischen Landsmannschaft. Mit traditionellen Volksliedern, Sketchen und Gedichten feierten rund 30 Mitglieder im Haus der Vereine.

Siegen – Die Kreisgemeinschaft der Ost- und Westpreußen einschließlich der Danziger blickt auf ein betriebsames Jahr 2010 zurück. Neben der turnusmäßigen Arbeit in Verbindung mit dem BdV des Kreises Siegen und der Landesgruppe der Ostpreußen in NRW wurden das jährliche Treffen auf Schloss Burg und die Kulturtage im Frühjahr und Herbst in Oberhausen besucht. 2011 wird noch das Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Erfurt am 28./29. Mai hinzukommen. In der Frauengruppe, die sich an jedem 3. Dienstag im Monat trifft, werden Brauchtum, Kultur und Kontakte gepflegt. Ein besonderes Ereignis war der Besuch von Stefan Hein, dem Bundesvorsitzenden des Bundes Junges Ostpreußen (BJO), der auf Einladung der Kreisgruppe im Kleinen Saal der Bismarck-halle über seine Arbeit und die Zielsetzung dieser landsmannschaftlichen Vereinigung berichtete. Begeistert erzählte er von Sommerfahrten, Zeltlagern und Adventsfeiern gemeinsam mit Jugendlichen im ehemaligen Ostpreußen. Denn der BJO – seit zehn Jahren eine Arbeitsgruppe innerhalb der Landsmannschaft – bemüht sich, im Rahmen der Minderheitenrechte die deutsche Identität zu bewahren, die deutsche Sprache, Kultur und Tradition in der Heimat zu pflegen. Und schließlich ist es im Zuge der Erarbeitung von Empfehlungen für ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch für Schulen (seit 1970 bereits geplant) unerlässlich, dass die Jugend über ihre Geschichte unterrichtet wird. „Deutsche Schulabgänger sind ostkundliche Analphabeten“ diagnostiziert Jörg-Dieter Gauger von der Universität Bonn („Spiegel“ Geschichte 1/2011). Den Ausführungen von Stefan Hein kam deshalb bei der Kreisgruppe ein besonderer Stellenwert zu. Für den kommenden Sommer plant die Gruppe in ihrer Bücherstube eine kleine Ausstellung mit geretteten Dokumenten und Gegenständen aus Flucht und Vertreibung. Viel ist es nicht, was aus Ost-und Westpreußen gerettet werden. konnte. Oft war es nur das nackte Leben. Aber die Gruppe wird auch einige Bilder des Netphener Malers Georg Hei-mann zeigen können, der immer von seinen Aufenthalten in Ostpreußen schwärmte. Geplant ist auch wieder ein zünftiges Schmausen mit heimatlichen Spezialitäten auf dem „Heide-Hof“ in Sohlbach, nachdem die Königsberger Klopse im vorigen Jahr so großen Anklang gefunden hatten.

 

RHEINLAND-PFALZ

Vors.: Dr. Wolfgang Thüne, Wormser Straße 22, 55276 Oppenheim.

Kaiserslautern – Sonnabend, 4. Juni, 14.30 Uhr, Heimatstube, Lutzerstraße 20: Treffen der Kreisgruppe.

Mainz − Freitag, 27. Mai, 13 Uhr, Café Oase, Schönbornstraße 16, 55116 Mainz: Treffen der Gruppe zum Kartenspielen.

Neustadt a.d. Weinstraße – Sonnabend, 25. Juni, 10 Uhr, Bahnhofsvorplatz: Jahresausflug zur Ponyfarm in Haßloch. Abfahrt ist um 10.30 Uhr. Herr Tettenborn wird seine schönen Pferde vorführen. Anschließend geht es zum gemütlichen Restaurant, das im Vogelpark liegt. Um verbindliche Anmeldung bis zum 7. Juni wird gebeten bei Manfred Schusziara, Telefon (06321) 13368.

Weiden – Muttertag bei den Ost- und Westpreußen. Zur Muttertagsfeier konnte der 1. Vorsitzende Hans Poweleit die zahlreich erschienenen Mütter, aber auch viele Väter und Gäste in der Gaststätte Heimgarten begrüßen. Danach Heimatlieder gesungen. Im Anschluss daran gratulierte die Kulturwartin Renate Poweleit der Kassiererin Ingrid Uschald zu ihrem Geburtstag. Zum Maianfang trug Uschald daraufhin das Gedicht „Mainacht“ von der großen ostpreußischen Dichterin Agnes Miegel vor. Es schloss sich die Ehrung der Mütter an. Dazu sang Katharina Uschald mit ihrer schönen Stimme das Lied „Bist Du ein Engel“ und ihr Bruder Andreas trug ein Muttertagsgedicht vor. Auch Mitglied Karl Weiß wusste von einem Muttertagserlebnis zu erzählen. Danach sangen die Anwesenden Maienlieder, die von Anita und Norbert Uschald musikalisch begleitet wurden. Die Mütter wurden schließlich mit Süßigkeiten beschenkt, die Väter erhielten dagegen etwas Hochprozentiges. Mit dem Lied „Kein schöner Land“ verabschiedete man sich bis zum Heimatnachmittag am 5. Juni im Heimgarten. 

 

SAARLAND

Vors.: Martin Biesen, Wetschauser Str., 66564 Ottweiler-Fürth, Telefon: (0173) 6183537.

Landesgruppe – Dienstag, 5. Juni, Saarbrücken, Tabakweiher: Fröhliches Zusammentreffen.

 

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Vors.: Edmund Ferner. Geschäftsstelle: Telefon (0431) 554758, Wilhelminenstr. 47/49, 24103 Kiel.

Mölln – Mittwoch, 25. Mai, 15 Uhr, Quellenhof: Dia-Multivisionsshow über Masuren, das Ermland und das Oberland. Es gibt Bilder aus alter und neuer Zeit, die von einem Kommentator erklärt werden. Zu dieser interessanten Vorführung sind auch Landsleute aus Pommern, Danzig, Schlesien und Mölln eingeladen. – Donnerstag, 9. Juni. Abfahrtszeiten für die Fahrt zum Schloss Marienburg bei Hannover: 6.45 Uhr, Feuerwehr, 6.55 Uhr, Waldstraße, 7 Uhr, Wasserkrügerweg/Behaimstraße, 7.15 Uhr, ZOB. Die Hinfahrt wird zirka drei Stunden dauern. Auf der

Rückfahrt wird in Celle Station gemacht für einen Rundgang.

 

THÜRINGEN

Vors.: Edeltraut Dietel, August-Bebel-Straße 8 b, 07980 Berga an der Elster, Tel. (036623) 25265.

Landesgruppe – Anlässlich des Europatages fand am Donnerstag, 5. Mai, vormittags auf dem Hauptfriedhof in Erfurt eine Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung statt. Organisiert wurde diese Veranstaltung vom Bund der Vertriebenen, Landesverband Thüringen. Ostpreußische Landsleute, Heimatvertriebene aus allen Vertreibungsgebieten sowie Einheimische nahmen an dieser Gedenkveranstaltung teil. Anwesend waren der Thüringer Innenminister Jörg Geibert, Landtagsabgeordnete verschiedener Fraktionen sowie weitere Politiker. Nach der feierlichen Gedenkrede des Landesvorsitzenden des BdV, Egon Primas, MdL, sprach der Innenminister ein zu Herzen gehendes Grußwort an die Anwesenden, in dem er anmahnte, dass dieses Verbrechen nicht noch einmal geschehen dürfe. Eine dem Anlass entsprechende musikalische Umrahmung wurde vom BdV-Chor „Harmonie“, Bad Lobstein, präsentiert. Seit zirka einem Jahr hat der BdV Thüringen einen Freundschaftsvertrag mit dem ehemaligen Lemberg, Galizien (heute Lwiw, Ukraine). Aus dieser Stadt war die Jugendtanzgruppe „Lächeln“ zu Gast. Die jungen Leute nahmen an der Gedenkfeier teil. In galizischen Trachten trugen sie die Fahnen der Vertreibungsgebiete zu dem Gedenkstein und stellten sich dort zu einem Fahnenblock auf. Es war eine beeindruckende und emotionale Veranstaltung. Am Nachmittag des gleichen Tages fand in der neuen Bibliothek des Augustinerklosters zu Erfurt die festliche Eröffnung der 19. Ostdeutschen Kulturtage mit Vergabe der Kunstpreise 2011 statt. Auch hier nahmen Vertreter aus der Politik teil. Die Schirmherrschaft für die Ostdeutschen Kulturtage übernahm die Thüringer Landtagspräsidentin Birgit Diezel. Die Jugendtanzgruppe aus Lemberg gab im Innenhof des Augustinerklosters eine Kostprobe ihres Könnens. Die Ostdeutschen Kulturtage finden jährlich von Anfang Mai bis Ende Juni thüringenweit statt. Es werden in allen  Kreis- und Regionalverbänden des BdV Heimat- und Brauchtumsveranstaltungen mit heimatspezifischen Themen durchgeführt. Die Ostpreußen in Thüringen können in diesem Jahr besonders stolz sein, da während der Zeit der Ostdeutschen Kulturtage das Deutschlandtreffen der Ostpreußen in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt stattfindet. Es ist für die Landesgruppe eine besondere Freude und Ehre zugleich, dass diese Großveranstaltung in Thüringen stattfindet.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabobestellen Registrieren