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21.05.11 / Wolfskinder in Bellevue / 34 Mitglieder des »Edelweiß«-Vereins besuchten Bundespräsidenten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Wolfskinder in Bellevue
34 Mitglieder des »Edelweiß«-Vereins besuchten Bundespräsidenten

Zu einem einwöchigen Deutschlandbesuch hatten Dr. Wolfgang von Stetten im Zusammenwirken mit der BdV-Präsidentin Erika Steinbach die Wolfskinder des Vereins „Edelweiß“ aus Litauen eingeladen. 34 Wolfskinder, die Damen und Herren waren alle im Alter zwischen 70 und 80, trafen mit dem Bus am 8. Mai in Berlin ein. Am Montag, dem 9. Mai gestaltete der BdV das Besuchsprogramm. In einer kleinen Feierstunde im Beisein der Wolfskinder und einiger Mitglieder des BdV-Präsidiums zeichnete die Präsidentin des BdV Herrn Dr. v. Stetten für seine großen Verdienste um die Wolfskinder mit der Plakette des BdV aus. Am gleichen Tag gab es für die Gäste aus Litauen ein Besuchsprogramm im Reichstag. Höhepunkt des Besuches war am Dienstag, dem 10. Mai, ein Empfang der Wolfskinder bei Bundespräsident Wulff. In einer großen Gesprächsrunde gab Wulff seiner Freude Ausdruck, einen Teil der Wolfskinder hier in seinem Amtssitz kennenlernen zu können. Er wisse um ihr schweres Schicksal und er sei dankbar, dass die Herren v. Stetten und v. Gottberg bald nach Gründung des Vereins Edelweiß den Mitgliedern humanitäre Hilfe geleistet hätten. Als Bundespräsident habe er auch die Deutschen mit Wohnsitz im Ausland im Blick. BdV-Präsidentin Erika Steinbach dankte dem Bundespräsidenten für den Empfang. Dies sei eine einmalige Geste für Landsleute, die ein besonders schweres Lebensschicksal bewältigen mussten. Dieser Empfang zeige den Anwesenden, dass sie nicht vergessen seien. Frau Steinbach bat die Wolfskinder, diese Botschaft auch den daheimgebliebenen Landsleuten mitzuteilen. Die Vorsitzende des Vereins „Edelweiß“, Frau Luise Kazukauskiene, (Luise Quitsch), berichtete über die Hilfe, die der Verein durch die Herrn v. Stetten und v. Gottberg (Landsmannschaft Ostpreußen) erhalten habe. Ein wenig kritisch beleuchtete sie die deutsche Bürokratie. So sei es nicht möglich gewesen, den Wolfskindern, die nachweislich alle deutscher Abstammung waren, unbürokratisch den deutschen Pass auszuhändigen. Sie seien eingebürgert worden. Da sie aber nie ausgebürgert waren, wären sie wie Ausländer behandelt worden. Etliche ihrer Schicksalsgefährten hätte dieses Prozedere verletzt. Einige

Wolfskinder schilderten dem Bundespräsidenten ihr Schicksal. Einer Dame gelang das nur unter Tränen. Nach dem obligatorischen Fototermin mit Präsident Wulff wurden die Wolfskinder durch den Amtssitz des Bundespräsidenten geführt und erhielten Informationen über die Geschichte des Schlosses Bellevue. Die Wolfskinder reisten anschließend zu einem Besuch zu Herrn Dr. v. Stetten nach Baden-Württemberg. Zwischenstation mit Übernachtung war in Göttingen. Am Sonntag, dem 15. Mai wurde die Rück-reise angetreten. Wilhelm v. Gottberg


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