30.07.2021

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21.05.11 / Preußen als Beispiel / Autor fordert »Entschlusskraft des Handelns« auf heute zu übertragen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-11 vom 21. Mai 2011

Preußen als Beispiel
Autor fordert »Entschlusskraft des Handelns« auf heute zu übertragen

Stefan M. Knoll beschäftigt sich auf 670 Seiten in „Preußen – Ein Beispiel für Führung und Verantwortung“ der historischen Entwick-lung Preußens. Hierbei treibt den promovierten Juristen, generalstabserfahrenen Reserveoffizier und erfolgreichen Unternehmer insbesondere die Frage nach Vorbildern für unsere Gemeinschaft, die den Prinzipien Führung und Verantwortung gehorchen und diese am Leben erhalten.

In Preußen erblickt Knoll das prägendste und beispielgebendste Ideal für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen Prinzipien und skizziert unter Bezug-nahme auf profunde Geschichtskenntnisse sowie den eigenen wirtschaftlichen und militärischen Erfahrungshorizont eine Geschichte Preußens, die von einem gänzlich anderen Blickwinkel betrachtet wird.

Knoll lokalisiert die Wurzeln des preußischen Erfolgs und Aufstiegs von der märkischen Streusandbüchse zur führenden Macht im 19. Jahrhundert in genau diesen Punkten: eine am Wohle des Staates orientierte Führung, adäquater Umgang mit Autorität und eine hierarchisch strukturierte Gemeinschaft. Unter Rückgriff auf wirtschaftliche und politische Prozesse unserer Zeit veranschaulicht der überzeugte „Preuße“ Knoll die Aktualität preußischer Tugenden für die von Werteverfall und Geschichtsvergessenheit geprägte Gegenwart.

Der Verfasser überzeugt mit einer Darstellung, die sich weder der (geistes-)wissenschaftlichen noch der journalistisch-medialen „political correctness“ unterordnen muss und den Geist eines Freidenkers atmet.

Eine Vielzahl von Kapiteln rüttelt so an den pazifistisch-naiven Säulen der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit. In „Warum man mit Stärke und Entschlusskraft Fakten schafft – der Beginn der Schlesischen Kriege“ erläutert und rühmt Knoll beispielsweise Friedrichs des Großen Tugend, „auch militärische Mittel anzuwenden, um den Interessen seines Landes Nachdruck zu verschaffen“ und bezeichnet diese Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln als Ausdruck von Entschlossenheit und der „Bereitschaft, die Gunst der Stunde unverzüglich zu nutzen und schnell und hart zuzuschlagen“.

Knolls Ausführungen, deren geradezu und im besten Sinne „ketzerische“ Offenheit den Pseudo-Eliten in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft einen harten Schlag versetzt, geht aber noch einen analytischen Schritt weiter.

Mit der Anwendung dieser Prinzipien auf „heutige Führungsbelange“ negiert der Autor jedwede im Zuge der 68er-Bewegung entstandene Diskreditierung von Autorität, Hierarchie und Führung und fordert offensiv, die in der preußischen Geschichte par excellence auftretende „Entschlusskraft des Handelns“ auf wirtschaftliches und politisches Vorgehen heute zu übertragen.

Fernab etablierter Geschichtsschreibung legt Knoll eine bemerkenswerte, literaturgestützte (455 Fußnoten) und argumentativ überzeugende Hymne auf Preußens Gloria vor und wird mit Kapiteln wie „Die Ehre als Ausdruck von Pflichtbewusstsein“ oder dem grundsätzlichen Ruf nach einer Renaissance preußischer Tugenden so einigen Widerstand der „Gutmenschen“ ertragen müssen – aber mit der Gewissheit, dies um der Sache Willen getan zu haben oder wie ein französisches Sprichwort diese preußische Kerntugend auf den Punkt brachte: „Travailler pour le roi de prusse“.            Sebastian Pella

Stefan M. Knoll: „Preußen – Ein Beispiel für Führung und Verantwortung“, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2010, gebunden, 670 Seiten, 39,95 Euro


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