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20.08.11 / Zuschüsse bringen Rendite / Brandenburger Steuerzahler profitieren von kluger Filmförderung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-11 vom 20. August 2011

Zuschüsse bringen Rendite
Brandenburger Steuerzahler profitieren von kluger Filmförderung

Geschäftsbanken springen bei Finanzierungslücken im Vorlauf von Filmproduktionen häufig nicht ein. Damit die Filme trotzdem produziert werden können, will das Land Brandenburg nun mit einem Programm helfen, bei dem die Verwertungsrechte vorfinanziert werden: Mit fünf Millionen Euro wollen das Brandenburger Ministerium für Finanzen und Wirtschaft sowie die Landesinvestitionsbank ein neues Darlehensprogramm für Filmprojekte ausstatten, das Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) nun vorgestellt hat. Bedingung der Zwischenfinanzierung ist, dass die Filme in Berlin-Brandenburg produziert werden und mindestens das Dreifache der Kreditsumme als Wertschöpfung in der Region verbleibt.

Pro Film sollen maximal zehn Prozent der Kosten vorgeschossen werden, so dass Finanzierungslücken zwischen 100000 bis 500000 Euro überbrückt werden können. Getilgt werden die Darlehen, sobald die freie Vermarktung der Filme, zum Beispiel der DVD-Verkauf, anläuft.

Erstaunlich ist, dass Banken derartige Risikofinanzierungen nicht übernehmen wollen und ein solches Programm überhaupt notwendig wird. Bereits seit fünf Jahren bietet Brandenburg „Lückenfinanzierungen“ bei Film- und Fernsehproduktionen an, mit denen die Zeit zwischen Produktionsstart und dem Einnahmebeginn überbrückt wird. Bisher sind schon 120 Filme auf diese Weise zwischenfinanziert worden – verlustfrei. Christoffers sieht angesichts der Zurückhaltung der klassischen Geschäftsbanken ein „Marktversagen“, wenn es um derartige Finanzierungen geht.

Ob das Land Berlin sich an dem neuen Programm beteiligt, ist noch offen. Neben der Brandenburger Investitionsbank ist es vor allem das Medienboard Berlin-Brandenburg, das sich um die Filmbranche kümmert. Für Filmproduktionen und Standortwerbung hat das Medienboard allein  2010 rund 28,5 Millionen Euro ausgegeben. Zwischen Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg tobt ein heftiger Konkurrenzkampf um Filmproduktionen in der eigenen Region. Obwohl NRW mehr für Filmförderungen ausgibt, ist die Region um Berlin mit jährlich mehr als 300 produzierten Filmen die Nummer eins in Deutschland. Im Gegensatz zu Bayern und NRW gelingt es zudem regelmäßig, auch internationale Großproduktionen nach Berlin und in die Babelsberger Studios zu holen.  Norman Hanert


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