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27.08.11 / Dank für Ulbrichts Bollwerk / Linke Tageszeitung »Junge Welt« wegen Mauer-Artikel in der Kritik

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-11 vom 27. August 2011

Dank für Ulbrichts Bollwerk
Linke Tageszeitung »Junge Welt« wegen Mauer-Artikel in der Kritik

Zum 13. August 2011 erreichte die Tageszeitung „Junge Welt“ deutschlandweit ein Maß an Aufmerksamkeit, das jeden Chefredakteur oder Verleger in Feierlaune versetzt hätte. Am 50. Jahrestag des Mauerbaus beglückte die Zeitung ihre Leser mit der Schlagzeile: „Wir sagen an dieser Stelle einfach mal Danke.“ Dazu war ein martialisches Bild von Mitgliedern der DDR-Betriebskampfgruppen mit Maschinenpistolen im Anschlag vor dem Brandenburger Tor zu sehen. Danke wofür? „Für 28 Jahre Club Cola und FKK, für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe, für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa, und, und, und …“ Geschmacklos gewiss – für alle, die das Ende der Mauer und der SED-Herrschaft herbeigesehnt haben. Das linksextreme Nischenblatt – in Westdeutschland weitgehend unbekannt – ist das frühere Organ der FDJ, der Freien Deutschen Jugend, jener Jugendorganisation der SED, in der die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel einst als Beauftragte für Agitation und Propaganda wirkte. Aber wer liest eigentlich die „Junge Welt“? Wohl nicht nur ehemalige DDR-Bürger, denn auch im Westen gab und gibt es Leute, die gegen die Wiedervereinigung waren. Andere wiederum fanden es lustig, die Bürger der DDR, die gerade für ihre Freiheit kämpften, ungeniert zu verhöhnen. So machte die linke Satirezeitung „Titanic“ im November 1989 mit dem Bild „Zonen-gabi im Glück“ auf. Dort war ein rotblondes Unterschichtenmädchen lachend mit einer geschälten Gurke zu sehen, die es für eine Banane hielt.

In einem Schreiben, dessen Verfasser ein breites politisches Spektrum von Vera Lengsfeld (CDU), Markus Meckel (SPD), Christian Lindner (FDP) und Michael Cramer (Grüne) ab­decken, in dem mit Henryk M. Broder, Sigmar Faust, Freya Klier, Andreas Nachama und Michael Wolffsohn zudem auch sehr unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte vertreten sind, werden die Funktionäre der Partei die „Linke“ Gesine Lötzsch, Klaus Ernst und Gregor Gysi aufgefordert, der „Jungen Welt“ keine Interviews mehr zu geben. Auch solle die Partei darauf verzichten, dort Anzeigen zu schalten.

Ob das der „Jungen Welt“ ernsthaft schaden kann, wird sich zeigen. Im Mief des antideutschen, des alternativen und antikapitalistischen Milieus gibt es einen heiß umkämpften Markt. Nicht nur „Junge Welt“ und „Neues Deutschland“ fischen darin. Dissidenten der Redaktion der „Jungen Welt“ gründeten vor Jahren eine neue Zeitung, „Jungle World“, weil ihnen ihr altes Blatt zu „nationalistisch“ erschien. Letztlich ist es aber keinem der linken „Ostblätter“ gelungen, in die Leserschaft der linken „Tageszeitung“ (TAZ) einzubrechen, die überwiegend im Westen gelesen wird. Auch die TAZ ist mit einer ganzen Serie von Provokationen groß geworden. Nach dem Motto: Stell Dir mal vor, was die sich trauen.

Vielleicht könnte der 13. August 2011 zu einem Wendepunkt für die „Junge Welt“ werden. Und vielleicht existiert das Blatt sogar dann noch, wenn die Partei „Die Linke“ längst wieder verschwunden ist.    Theo Maass


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