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27.08.11 / Rätseln um Dax-Einbruch / Absturz trotz guter Konjunktur: Stecken US-Spekulanten dahinter?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-11 vom 27. August 2011

Rätseln um Dax-Einbruch
Absturz trotz guter Konjunktur: Stecken US-Spekulanten dahinter?

Der „schwarze August“ an den Weltbörsen hinterlässt nicht nur Verluste in Billionenhöhe, sondern auch einige Rätsel. Die Analysten streiten sich, was den Absturz verusacht hat: die Aussicht auf ein Wiederaufflammen der Finanzkrise (siehe Beitrag links), die Furcht vor einer Rezession, blinde Panik oder gar Manipulation.

Zumindest was die globale Verteilung der Verluste angeht, so fühlen sich jene bestätigt, die planvolles Handeln, also Manipulation, als wesentlichen Auslöser verdächtigen. Eines fällt auf: An keiner großen westlichen Börse waren die Rückschläge so dramatisch wie in Frankfurt. Das, obwohl die deutsche Wirtschaft als stabilste und konkurrenzfähigste große Volkswirtschaft unter den entwickelten Industrienationen dasteht. Nur Schwellenländer im wachstumsträchigen Übergang vom Entwicklungs- zum Indus-trieland wie China, Indien oder Brasilien sind unter den großen Ökonomien derzeit noch dynamischer als Deutschland.

Auch deuten Konjunkturprognosen keinen dramatischeren Einbruch der deutschen Wirtschaft an als in anderen Ländern. Im Gegenteil: Die Berechnung der Notenbank von Philadelphia sieht die USA schon wieder am Rande der nächsten Rezession (Schrumpung der Wirtschaft), von der trotz der jüngsten Abkühlung in Deutschland noch nichts zu sehen ist.

Trotz all diesen aussagekräftigen Daten jedoch wurde der deutsche Aktienindex Dax in die Tiefe geprügelt wie kein vergleichbarer. Manche Analysten sprechen daher geheimnisvoll von einer „politischen Agenda“, die hier im Hintergrund stehe. Soll heißen: In Furcht um die Dominanz des Finanzplatzes USA hätten einflussreiche Kreise jenseits des Atlantiks eine Attacke gegen deutsche Börsenwerte geritten, um so die relative Stärke des deutschen Konkurrenten zu unterminieren. Warum sollten die das tun? Womöglich als Gegenleistung dafür, dass US-Regierungen, unabhängig von der Partei, stets auf die Bremse treten, wenn Forderungen nach einer „strengeren Regulierung der Finanzmärkte“ laut werden.

Umgesetzt werden solche Attacken meist über sogenannte Hebelprodukte. Wie der Name andeutet, kann man über sie mit recht geringem Kraft-, also Finanzaufwand, große Summen bewegen. Bekannt geworden sind etwa die „Leerverkäufe“. Hier leiht sich ein Investor Aktien, die er nach einer Frist zurückgeben muss. Der Investor verkauft die geliehenen Papiere aber sofort, und kauft sie erst zum Fristende wieder ein, um sie dem Leihgeber zurückzugeben. Fällt der Kurs in der Leihzeit, profitiert der Leerverkäufer, steigt er, hat er das Nachsehen.

Sollte hinter dem deutschen Einbruch tatsächlich eine Attacke von US-Spekulanten stehen, so macht dies deutlich, wie dominierend die Macht der USA trotz Schuldenkrise und Rezession noch immer ist. Zudem wird klar, dass die Weltmacht entschlossen und noch immer im Stande ist, ihre vorherrschende Rolle mit allen Mitteln zu verteidigen. Eine Botschaft, die auch an China gerichtet sein dürfte.       Hans Heckel


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