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27.08.11 / Freiheit geben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-11 vom 27. August 2011

Freiheit geben
von Christian Rudolf

Dass das Betreuungsgeld für Eltern, die ihren Nachwuchs bei sich zu Hause umsorgen und erziehen, unter der Regierung Merkel nicht kommt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur, ob das schade ist. Mal davon abgesehen, dass diese Regierungskoalition ohnehin nichts wert ist: Auf die 150 Euro können Eltern dann auch verzichten. Dann braucht man für das Almosen wenigstens nicht dankbar zu sein. Das Betreuungsgeld war von Anfang an nur als familienpolitisches Feigenblatt gedacht. Wohin die Zielsetzungen in Wahrheit gehen, ist an den horrend hohen Subventionen für einen Krippenplatz abzulesen. 700 bis 800 Euro blättert der Staat monatlich pro außerhäuslichem Kleinkindverwahrplatz hin.

Doch wäre es völlig verfehlt, Eltern, die ihr Einjähriges tagsüber in die Kita weggeben, daraus einen Strick zu drehen. Fakt ist: Tatsächlich können sich viele Eltern eine dreijährige Elternzeit – bei vielen Kindern auch länger – in Hinblick auf ihren Arbeitsplatz gar nicht leisten. Und im Gegensatz zu den Verhältnissen in der alten Bundesrepublik reicht das Einkommen eines Verdieners zum Familienunterhalt vielfach nicht mehr hin – so niedrig sind die Reallöhne, so frech bedient sich die Krake Staat am Brutto der Bürger. Die ökonomische Lage junger Familien mit selber erziehenden Eltern ist miserabel. Bestünde wirkliche Wahlfreiheit, würden weit weniger Mütter ihre Kinder im zartesten Alter abgeben.

Was not tut, ist die konsequente Förderung deutscher Familien statt von Betreuungsapparaten: bei 700 Euro pro kleinem Kind fiele die Wahl der Betreuungsform nicht schwer.


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