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17.09.11 / Jubiläumsfeier auf dem »Hamburg Airport« / Der Flughafen der Freien und Hansestadt ist mit 100 Jahren der älteste derer, die sich noch am ursprünglichen Standort befinden

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-11 vom 17. September 2011

Jubiläumsfeier auf dem »Hamburg Airport«
Der Flughafen der Freien und Hansestadt ist mit 100 Jahren der älteste derer, die sich noch am ursprünglichen Standort befinden

Der älteste sich noch an seinem ursprünglichen Standort befindliche Flughafen feiert am 24. und 25. September eine 100-jährige Geschichte, die bis in die Zeit der Zeppeline zurückreicht. Der Namensgeber dieser Luftschiffe, Ferdinand Graf von Zeppelin, baute mit seiner 1908 gegründeten „Luftschiffbau Zeppelin GmbH“ mehr Luftschiffe, als die Marine abnehmen wollte. Vor diesem Hintergrund kam er auf die Idee, die Überproduktion in ein ziviles Luftverkehrsunternehmen einzubringen. Mit staatlicher Hilfe wurde 1909 die Deutsche Luftschifffahrts-Aktiengesellschaft (DELAG) gegründet.

Manche erkannten die zukünftige Bedeutung des Luftverkehrs und bemühten sich darum, dass auch ihre Heimat in diesen Verkehr einbezogen und von Verkehrsluftschiffen angelaufen wurde. Es ist bezeichnend für die Hafen- und Handelsstadt Hamburg, dass dort nicht ein Landesherr, Politiker oder Beamter die Initiative ergriff, sondern mit Albert Ballin ein Reeder. Und Ballin war nicht irgendein Reeder, vielmehr war der Freund Kaiser Wilhelms II. der Vorstandsvorsitzende der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag), der vor dem Ersten Weltkrieg größten Reederei der Welt. „Hamburg muss sofort die Schritte tun, um sich die Stellung als Zentrale für die Eroberung der Luft über dem Meer zu sichern“, lautete sein Credo. So gründete er in seiner Reederei nicht nur einen eigenen Geschäftsbereich für die Luftschifffahrt, sondern bemühte sich auch darum, dass seine Vaterstadt analog zum erfolgreichen Hafen einen Flughafen bekam.

So begann in Hamburg am 5. März 1910 eine Tagung „zur Förderung der allgemeinen Luftschifffahrt“. Als Schirmherr konnte der luftfahrtbegeisterte Prinz Heinrich von Preußen gewonnen werden, als Ehrengast Zeppelin. Der „Graf vom Bodensee“ erhielt am Vormittag des 6. März die Möglichkeit, in der Handelskammer vor der versammelten Kaufmannschaft für seine Luftschiffe als Verkehrsmittel zu werben. Mit dem Argument, „die Hansestadt soll sich auch auf diesem Gebiet eine Spitzenstellung erobern“, appellierte er in einer mitreißenden Ansprache an „die edle Opferbereitschaft der Hanseaten zugunsten der Luftschifffahrt“.

Einen Tag später erschien in allen Hamburger Zeitungen ein Aufruf, für den Bau einer „Zeppelinhalle in Hamburg“ Anteilsscheine im Werte von je 1000 Reichsmark zu erwerben. Unterschrieben war dieser Aufruf außer von Ballin von diversen Honoratioren der Stadt. Der Stifter des Hauptgebäudes der Universität Hamburg, Edmund Siemers, gehörte ebenso dazu wie Rudolf Mönckeberg aus der Familie des Namensgebers der Mönckebergstraße oder Max Warburg aus dem heute noch bestehenden Bankhaus M. M. Warburg & Co.

Bereits kurze Zeit später waren mehr als 600000 Reichsmark gezeichnet und die Hamburger Luftschiffhallen GmbH konnte gegründet werden. Das Gründungsdatum dieser HLG, der 10. Januar 1911, gilt bis heute als Geburtsstunde des Flughafens Hamburg, der sich mittlerweile „Hamburg Airport“ nennt.

Prunkstück des neuen Flughafens wurde eine 160 Meter lange, 45 Meter breite und 25 Meter hohe Luftschiffhalle der Stahlbaufirma Eggers & Co., die zwei Zeppelinen Platz bot. Nach deren Fertigstellung nahm der Luftschiffhafen Hamburg im Januar 1912 offiziell den Betrieb auf. Allerdings ging das Ganze auch in der Freien und Hansestadt nicht ganz ohne Staat vonstatten. Er unterstützte das Projekt mit 119500 Mark für Erschließungs- und Entwicklungskosten. Manuel Ruoff


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