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04.02.12 / Streit um Marx-Monument / Ramsauer will DDR-Denkmal aus Berlins Mitte verbannen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-12 vom 04. Februar 2012

Streit um Marx-Monument
Ramsauer will DDR-Denkmal aus Berlins Mitte verbannen

In der Hauptstadt tobt eine Kontroverse um den Abbau des Marx-Engels-Denkmals in Berlin-Mitte. Nach den Vorstellungen von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) sollte das Denkmal, das schon 1986 bei seinem Aufbau im Ostteil der Stadt umstritten war, auf den Friedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg verbracht werden, wo viele kommunistische Veteranen liegen.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi beschimpfte Ramsauer daraufhin als „Kulturschänder“ und behauptete, Marx und Engels seien die bedeutendsten deutschen Philosophen und Ökonomen. Bausenator Michael Müller (SPD) wies Ramsauers Vorschlag als „geschichtsvergessen“ zurück.

Überraschende Unterstützung erhalten die Marx-Engels-Freunde von der CDU-Bundestagsabgeordneten Monika Grütters. Grütters gilt als Vertreterin des profiliert linken CDU-Flügels. Ramsauers Vorschlag nannte Grütters „Polemik“, die „den Berlinern nicht liegt“. Da irrt sie möglicherweise: Laut Umfrage der Zeitung „B.Z.“ sind 75 Prozent der Berliner dafür, die Ikonen des Bolschewismus nach Lichtenberg zu verlegen.

Die DDR-Bürgerrechtlerin, CDU-Politikerin und PAZ-Autorin Vera Lengsfeld ist verärgert: „Das Denkmal stand gerade mal drei Jahre, als die SED-Diktatur gestürzt wurde. Als es 1986 aufgestellt wurde, war es umstritten … Daraus nachträglich ein Geschichtsereignis zu konstruieren, das unbedingt für die Nachwelt am ursprünglichen Ort bewahrt werden muss, ist Teil der Legendenbildung, die von der Linken seit dem Untergang der DDR betrieben wird.“

Aber auch einflussreiche Leute in der Berliner CDU haben die Nase voll von Grütters Marx-freundlichen Aktivitäten: Der Kreuzberger CDU-Chef Kurt Wansner meint: „Das ist ein guter Denkanstoß von Ramsauer“, der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, ist dafür, das Denkmal abzuräumen, weil es am derzeitigen Standort nicht mehr den stadtplanerischen Erfordernissen entspreche und es nicht notwendig sei, jedes DDR-Relikt an solch zentraler Stelle aufzubewahren. Torsten Hippe, kommunaler Faktionschef im mitgliederstärksten CDU-Kreisverband Zehlendorf Steglitz, erklärte gegenüber dieser Zeitung, das Denkmal „gehört weder künstlerisch noch seinem Zweck nach in die Mitte Berlins, es ist hingegen Personenkult aus der DDR“. Theo Maass


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