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04.02.12 / Deutsche Häfen im Aufwind / Hamburg will drittes Kreuzsfahrtterminal bauen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-12 vom 04. Februar 2012

Deutsche Häfen im Aufwind
Hamburg will drittes Kreuzsfahrtterminal bauen

Kreuzfahrten per Schiff werden zum Massentourismus. Weltweit haben im vergangenen Jahr nahezu 15 Millionen Menschen eine mehr oder minder luxuriöse Seereise angetreten, allein in deutschen Häfen gingen rund 750000 Kreuzfahrer an Bord.

Vor allem Hamburg profitiert davon – mit satten zweistelligen Zuwachsraten. Die beiden Terminals der Hansestadt sind mit über 200000 Passagieren pro Jahr dem Marktführer Kiel (über 300000) auf den Fersen. Schon planen die Hanseaten den Bau eines dritten Terminals; sie wären dann für den Ansturm von bis zu einer halben Million Fahrgästen im Jahr gerüstet.

Hohe Zuwachsraten melden auch Bremerhaven und Rostock-Warnemünde. Lediglich Cuxhaven weist eine negative Bilanz auf. Die großen Reiseveranstalter haben bereits reagiert und lassen ihre Luxus-Flotten weitaus länger statt in der Karibik in europäischen Gewässern kreisen.

Die Branche ist sich auch sicher, dass die Havarie der „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio keinen nennenswerten Einbruch bei den Kreuzfahrt-Buchungszahlen bewirken wird. Sie verweisen auf Erfahrungen vor einem Jahrzehnt: Nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA war zunächst befürchtet worden, den vor derartigen Attacken kaum zu schützenden Schiffen würden die Passagiere in Scharen fernbleiben. Doch hielt die Zurückhaltung der Reiselustigen nicht lange vor, stattdessen setzte schon bald ein überraschender Boom ein.

Zugleich wurden auch die Schiffe immer größer. 300 Meter Länge galten vor zehn Jahren noch fast als schwimmendes Weltwunder, heute sind 340 Meter schon Standard.

Die in Finnland für „Royal Caribbean“ gebaute „Allure of the Seas“ ist das derzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Mit 360 Meter Länge und über 225000 Tonnen ist sie für 6300 Passagiere und 2100 Besatzungsmitglieder ausgelegt. Die schwimmende Kleinstadt kostete fast eine Milliarde Dollar.

Ein ganz besonderer Tag für den Kreuzfahrttourismus war der 19. Juli 2004. Erstmals steuerte die 345 Meter lange „Queen Mary II“ den Hamburger Hafen an. Die angeblich so kühlen Hanseaten bereiteten ihr einen überwältigenden Empfang: Mehr als eine halbe Million Menschen säumten das Elbufer. Darauf änderte die Cunard-Reederei die Routenpläne und lässt den Luxus-Liner regelmäßig in der Hansestadt gastieren.

Neben der „Queen Mary II“ wurde die „MS Deutschland“ zum Flaggschiff der Branche. Als ZDF-Traumschiff lockte sie Tausende an Bord der Kreuzfahrtschiffe. So registrierten die Reedereien denn auch einen deutlichen Wandel in der Struktur ihrer Kundschaft. Suchten früher vor allem ältere Paare Ruhe und Erholung auf hoher See, so gehen heute immer mehr Familien auf Entdeckungs- und Abenteuerreise. Damit sank innerhalb von zehn Jahren der Altersdurchschnitt der Passagiere von 60 auf 46 Jahre. H.J.M.


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