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11.02.12 / Tödlicher, roter Filz / Hamburg: Bereits mehrere Kinder unter SPD-Verwaltung verstorben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-12 vom 11. Februar 2012

Tödlicher, roter Filz
Hamburg: Bereits mehrere Kinder unter SPD-Verwaltung verstorben

In unglaublicher Weise scheinen Jugendämter in Hamburg versagt zu haben. Fünf Todesfälle in den letzten acht Jahren sorgen nun auch bundesweit für Schlagzeilen. Staatsanwälte ermitteln gegen den „roten Filz“ in der Hansestadt.

Das Entsetzen über den Tod der elfjährigen Chantal, die Mitte Januar an einer Methadon-Vergiftung starb, steigert sich, je mehr Einzelheiten über die Arbeit der Behörden bekannt werden. Wieso wies das Jugendamt das Mädchen in eine Familie ein, wo die Pflegeltern wegen Drogenhandel und Raub vorbestraft waren? Noch nicht einmal ein eigenes Bett stand für Chantal zur Verfügung. Dafür musste das Mädchen, dessen Mutter als Alkoholikerin verstarb, mit zwei Kampfhunden zusammenleben.

Bis zu ihrem Tod sei „alles gut gegangen“, behauptet der Bezirksbürgermeister Markus Schreiber (SPD) kurz nach ihrem Tod. Weder die direkt zuständige Jugendamtsleiterin Pia Wolters noch die fünf Betreuer, die regelmäßig die Wohnung besuchten, wollten in der verwahrlosten Wohnung etwas bemerkt haben.

Für Schreiber ist es seit 2008 nun bereits der dritte Todesfall in seiner Verantwortung, für die wegen ihrer roten Haarpracht und politischen Überzeugung auch „rote Pia“ genannte Jugendamtsleiterin bereits der vierte Todesfall. 2004 starb die zweijährige Michelle, 2008 die 16-jährige Morsal durch einen Ehrenmord, 2009 das Baby Lara-Mia durch Unterernährung und jetzt Chantal an Vergiftung. Immer gaben sich die zuständigen Betreuer ahnungslos und gingen warnenden Hinweisen nicht nach. Die Klassenlehrerin von Chantals achtjähriger Mitpflegeschwester Ashley meldete sich im Frühjahr 2011 mehrmals beim Jugendamt. Das Kind sei verwahrlost und die Wohnung in einem furchtbaren Zustand. Doch nichts geschah. Auch andere briefliche Eingaben blieben ohne Folgen.

Trotz der zurückliegenden fast zehnjährigen Regierungszeit der CDU ist die „Jugendhilfe“ in der Hansestadt fest in SPD-Hand geblieben. Seit 18 Jahren ist der SPD-Bezirkschef von Hamburg-Mitte Johannes Kahrs Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und verwaltet einen Etat von 240 Millionen Euro jährlich. Auch er sah trotz der Todesfälle keine Notwendigkeit zum Handeln. Erst jetzt wurde Wolters von ihrem Posten entfernt.

450 Menschen gingen kürzlich wegen der behördlichen Zustände in Wilhelmsburg auf die Straße. Die oppositionellen Grünen und Christdemokraten forderten den Rücktritt von Schreiber, dem jedoch seine SPD-Bezirksfraktion das volle Vertrauen aussprach. Dabei hatte der Bezirksbürgermeister für zusätzliche Irritationen gesorgt, weil er das Beamtenrecht dafür bemühte, dass nicht früher gehandelt wurde. Er habe keine Ersatzstelle für die schon vor drei Jahren als unfähig erkannte Jugendamtsleiterin finden können, behauptete er kühn.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen verschiedene Verantwortliche wegen Verletzung der Fürsorgepflicht und der behördlichen Schlamperei. Geradezu sarkastisch mutet auf diesem Hintergrund der Werbetext an, mit dem Schreiber von der SPD Hamburg-Mitte vorgestellt wird. Er sei ein Bezirksbürgermeister, „wie man ihn sich wünscht“, für die Menschen „immer ein verlässlicher, sympathischer und beliebter Ansprechpartner“. Hinrich B. Bues


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