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11.02.12 / Schützt Europa vor der EU / Und noch andere Bereiche wollen Baring, Kraus, Löhr und Schönbohm retten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-12 vom 11. Februar 2012

Schützt Europa vor der EU
Und noch andere Bereiche wollen Baring, Kraus, Löhr und Schönbohm retten

Eigentlich sollte dieses Buch den prägnanten Titel „Es reicht!“ haben. Das hätte gut gepasst, war aber aus urheberrechtlichen Gründen ebenso wenig möglich wie die Alternativen „Wehrt Euch!“ und „Empört Euch!“. Kürzer hätte man nicht zusammenfassen können, worum es darin geht. Nun lautet der Titel also „Schluss mit dem Ausverkauf!“, was, wie der Herausgeber Alexander Kissler in seiner Einleitung ausführt, durchaus eine doppelte Bedeutung hat. Denn in dem Buch geht es um das Verramschen unserer materiellen und immateriellen Werte, den Niedergang der Union, ihre Kapitulation vor dem Zeitgeist, Vertrauensverlust und den allgemeinen Verfall unserer Demokratie.

Dieses Buch ist eine Streitschrift wider den Zeitgeist, wider den Linkstrend und wider den Weg in den Untergang mit offenen Augen. Es enthält die Äußerungen von vier engagierten und auf unterschiedlichen Gebieten profilierten Konservativen, die sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden wollen und um Lösungen ringen.

Da ist zunächst der Historiker und Politologe Arnulf Baring, streitbarer Gast mancher Talkrunde im Fernsehen. Der Bildungspolitiker Josef Kraus ist Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und war 1995 als CDU-Kandidat für das Amt des hessischen Kultusministers im Gespräch. Jörg Schönbohm, Generalleutnant a.D. und Staatssekretär a.D., kennt man vor allem als unbeugsamen und zupackenden Berliner Innensenator und langjährigen Innenminister Brandenburgs. Mechthild Löhr ist Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ und zugleich Vorstandsmitglied des „Bundesverbandes Lebensrecht“. Was sie zu sagen haben, haben sie nicht einfach aufgeschrieben und aneinander gereiht, sondern präsentieren es in Form einer Gesprächsrunde. Das macht das Buch besonders interessant und vor allem gut lesbar. Schonungslos und klar in Argumentation und Sprache sezieren die vier alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche, sei es Bildungs- und Familienpolitik, Innenpolitik, Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschaftspolitik, EU und Euro, Sozialstaat, Ausländerintegration, Wehrpflicht, Nationalbewusstsein und Meinungsfreiheit. Alle Äußerungen sind ein Plädoyer „für eine schöpferische Besinnung auf Bestände, Wurzeln, Traditionen“, eine Forderung nach Umkehr. Denn so wie bisher, so ein Fazit, mit Schuldenkrise, Parteienkrise und Vertrauenskrise, dürfe es nicht weitergehen. Die Schlussfolgerungen: Schützt Europa vor der EU und dem Euro, schützt die Familie vor dem Staat, schützt die Bundeswehr, die uns schützt, schützt das Parlament vor der autoritären Regierung, schützt die Schwachen und schützt die CDU, die ihr christlich-konservatives Fundament verloren hat, vor der Selbstvernichtung.

„Ja, so steht es um uns und unser Land“, nickt der Leser nach der Lektüre uneingeschränkt zustimmend. Doch was jetzt? Es reicht, man ist empört und will sich wehren. Aber wie? Nun zeigt sich, dass die Stärke der Autoren in erster Linie in der Problemanalyse liegt, denn bei der Beantwortung der drängenden Frage, was zur Beseitigung der Missstände ganz konkret getan werden kann oder wenigstens, was die Mitglieder der Runde selbst zu tun gedenken, bleiben sie mehr oder minder an der Oberfläche. So legt der Leser das Buch, auch wenn es uneingeschränkt zu empfehlen ist, am Ende doch etwas ratlos aus der Hand. Jan Heitmann

Alexander Kissler (Hrsg.): „Schluss mit dem Ausverkauf!“, Landt Verlag, Berlin 2011, 126 Seiten, 8,50 Euro


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