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18.02.12 / Dialog ist nicht erwünscht / Feministisches Archiv Marburg: Männer müssen draußen bleiben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-12 vom 18. Februar 2012

Dialog ist nicht erwünscht
Feministisches Archiv Marburg: Männer müssen draußen bleiben

Marburg ist ein beschauliches Städtchen. Enge Gassen, antike Buchläden und ein Hauch studentischer Hektik. Das majestätisch anmutende Schloss thront über der Stadt und offenbart den Blick über die vielen Fakultäten der Universität. Unweit der Mensa findet sich das Feministische Archiv, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, „männerzentrierte Strukturen an der Universität und innerhalb der Gesellschaft“ aufzudecken und entschieden dagegen vorzugehen. Nach Meinung des Feministischen Archives, kurz FemA, funktioniert unsere Gesellschaft nach „immer noch vorherrschenden männerzentrierten und sexistischen Strukturen“, die es zu bekämpfen gilt.

Wer sich den Kampf gegen Sexismus auf die Fahne schreibt und angeblich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau eintritt, sollte es vermeiden, selbst aktiven Sexismus zu betreiben. Doch was wäre das Leben ohne ein wenig Paradoxie. Was die blumigen Worte auf der Webpräsenz des FemA nämlich verschweigen, ist die Tatsache, dass Männern das Betreten und somit auch die Nutzung des Archives strikt verboten ist. Die Frage nach den Gründen bleibt offen. Trotz mehrfacher Nachfrage erhielt die PAZ keine Antwort.

Mit Unterstützung der linken Speerspitze der Studentenschaft, des Asta, hat das FemA mittlerweile über 6500 Bücher angeschafft, „die in der Uni auf Grund patriarchaler Wissensselektion nicht zu finden sind“. Welche Bücher in einer Universität mit eigenem Zentrum für Gender Studies und feministischer Zukunftsforschung nicht zu finden sind, bleibt schleierhaft.

Ein weiteres Anliegen des FemA ist es, die Vernetzung feministischer Projekte voranzutreiben. Interessant ist hierbei, dass ein Dialog mit dem anderen Geschlecht gar nicht erwünscht ist. Unter Vernetzung verstehen die Feministinnen einen Zusammenschluss verschiedener extrem-feministischer Gruppierungen, ohne den Anspruch eine Lösung für die angebliche „Geschlechterfrage“ zu finden. Der Durchschnittsbürger könnte meinen, dass zur Lösung von Problemen der demokratische Dialog mit dem Gegen-über gehört. Doch weit gefehlt. Immerhin kann man sich im männerbefreiten Archiv treffen, um von dort aus den Kampf anzusagen. Wer dabei Errungenschaften wie die sogenannte geschlechtsneutrale und antisexistische Rechtschreibung inklusive „Binnen-I“ hervorbringt, kann seine Arbeit als wissenschaftlich verkaufen. Finanzielle Unterstützung erhält das FemA vom Finanzierungsnetzwerk Zastra e.V., welches ausschließlich weibliche Projekte unterstützt.

„Gender Studies“ ohne staatliche Hilfe? Natürlich nicht. Die Bibliothek des FemA wird finanziell vom Asta unterstützt, welcher wiederum vom Staat sowie der Universität finanziert wird. Die männlichen Studenten finanzieren das FemA somit aktiv mit, sind jedoch von der Nutzung ausgeschlossen. Ein Skandal? Nicht in der Bundesrepublik, denn dort gibt es Sexismus nur in eine Richtung. Werden nicht Homo- und Transsexualität oder Frauen diskriminiert, dann hat Vater Staat auch keine Euros übrig. Doch die Lösung aller Probleme könnte näher sein, als zunächst gedacht. Wenn die Gender-Forschung in der Bundesrepublik weiter so prächtig floriert, werden wir in Zukunft vielleicht gar keine Geschlechter mehr haben. Philip Stein


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