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18.02.12 / Imam im Zwielicht / »Trojanisches Pferd« sagen Ermittler – Politiker halten an Idriz fest

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-12 vom 18. Februar 2012

Imam im Zwielicht
»Trojanisches Pferd« sagen Ermittler – Politiker halten an Idriz fest

Im Jahr 2005 wurde in der kleinen oberbayerischen Stadt Penzberg in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt das Islamische Forum eröffnet. Auch zahlreiche nichtmuslimische Penzberger Bürger begrüßten das Forum. Deutschkurse, eine Kinderkrippe, interreligiöse Mutter-Kind-Gruppen und ein ehrgeiziges Förderprogramm für Grundschüler sind nur einige der zahlreichen Programmpunkte aus dem Angebot. Die Mitglieder des Vorstandes müssen laut Satzung Deutsch beherrschen, die Freitagspredigt wird auf Deutsch gehalten, auch die Umgangssprache der Gemeinde ist Deutsch, Vizepräsidentin der Gemeinde ist eine Frau.

Imam der Moschee ist Bajrambejamin („Benjamin“) Idriz (40) aus Mazedonien, einer der einflussreichsten islamischen Persönlichkeiten in Deutschland. Seine Integrationsarbeit wird von Kirchen und Politik gelobt. Seit Jahren häufen sich jedoch die Zweifel bezüglich der wahren Absichten dieses Vorzeige-Imams und bezüglich seines Lebenslaufes. Idriz wurde schon im Alter von elf Jahren ein „Hafis“ (Titel für jemanden, der den Koran auswendig kennt). Während er in Deutschland bereits als Imam fungierte, absolvierte er in Frankreich von 1994 bis 1998 ein vom Staat nicht anerkanntes Fernstudium des Islam bei der Europäischen Fakultät für Islamische Studien in Château Chinon, die der Scharia Vorrang vor weltlichem Recht geben soll. Den wissenschaftlichen Rat der Einrichtung führt Scheich Jussuf al-Qaradawi an, führendes Mitglied der Muslimbruderschaft, der Selbstmordattentate rechtfertigte.

Bereits 2005 tauchten Fragen bezüglich der Finanzierung des Penzberger Zentrums auf. So geriet die etwa 1000-köpfige Gemeinde ins Visier des bayerischen Verfassungsschutzes. Aus Protokollen von abgehörten Telefonaten ging hervor, dass Idriz und Mitglieder seines Vorstandes häufige Kontakte zum Generalsekretär von Milli Görüs und auch dem langjährigen Vorsitzenden der Islamischen Gemeinde in Deutschlands (IGD), Ibrahim El-Zayat, hatten, gegen die wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird. Der bayerische Verfassungsschutz glaubt, dass Idriz von Extremisten als eine Art trojanisches Pferd nach Penzberg geschleust wurde.

Der selbsternannte Imam klagte gegen die Beanstandung seines Vereins durch den Verfassungsschutz, doch durch die darauf folgende Gerichtsverhandlung verwickelte sich der islamische Aufsteiger zunehmend in Widersprüche. Für die Fürsprecher des alpenländischen Imams – unter anderem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und CSU-Stadtratsfraktionschef Josef Schmid – war der Urteilsspruch des obersten bayerischen Gerichtshofs gegen den Imam kein Grund zur Distanzierung. In der Urteilsbegründung konnte man unter anderem nachlesen, von wo die Penzberger Muslime ihre Gelder beziehen, nämlich vom erzkonservativen Sultan Bin Mohammed al-Kassimi, Herrscher des Emirats Schardscha.

Seit 2009 ist Benjamin Idriz auch Vorsitzender des Vereins ZIE-M, der für 20 bis 30 Millionen Euro ein „Zentrum für Islam in Europa – München“ plant. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat seinen Münchner Parteifreunden deswegen bereits Blauäugigkeit vorgeworfen. Bodo Bost


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