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17.03.12 / Die Pleitekandidatin

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 11-12 vom 17. März 2012

Die Pleitekandidatin
von Vera Lengsfeld

Matinee im ehemaligen Programmkino der DDR „Babylon“ in Mitte. Die in „Die Linke“ umbenannte SED präsentierte hier ihre Bundespräsidentenkandidatin der interessierten Öffentlichkeit. Aber trotz heftigster Werbetrommel für diese Veranstaltung im Internet ist der Zuspruch gering. Gerade einmal die Hälfte der Reihen ist gefüllt. Wenn man von den zwangsverpflichteten Mitarbeitern der Bundestagsfraktion und des Parteivorstandes absieht, wären die Kandidatin Beate Klarsfeld, die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch und die Ex-Bundespräsidentenkandidatin Luc Jochimsen fast unter sich. Jochimsen sieht man an, wie sehr sie sich in die Pflicht genommen sieht. Vor Jahrzehnten hat sie mal einen Film über Klarsfeld gedreht, der auf der Veranstaltung gezeigt wurde. Da durfte sie nicht fehlen. Vergleichbar säuerlich sah Merkels Miene aus, als sie Jochen Gauck als ihren Kandidaten präsentieren musste.

Auch sonst steht die Veranstaltung unter keinem guten Stern. In den letzten Tagen waren tiefe Schatten auf die „Nazijägerin“ gefallen, als bekannt wurde, dass sie nicht nur mehrmals Material von der Staatssicherheit der DDR entgegengenommen hat, sondern sich vom SED-Politbüro auch für ihre Ohrfeige, die sie seinerzeit Bundeskanzler Kurt Kiesinger wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft verabreichte, mit 2000 D-Mark belohnen ließ.

Sie sieht darin bis heute kein Problem, wie sie, als sie ziemlich spät zu Wort kommt, klar macht. Sie hätte Hilfe gebraucht, um Nazis dingfest zu machen und sie angenommen, wo sie geboten wurde. Kritisches Nachdenken? Fehlanzeige. Klarsfeld, die so selbstverliebt ist, dass sie unumwunden zugibt, lieber von anderen Parteien aufgefordert worden zu sein, verschließt fest die Augen vor allem, was ihr eine Kandidatur für die Linke eigentlich unmöglich gemacht haben sollte. Zum Beispiel, dass im Ältestenrat der Linken Prof. Hermann Klenner sitzt, der einst der NSDAP Breslau angehörte. Oder dass es die SED war, die sich als erste deutsche Nachkriegspartei der Aufnahme von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern öffnete und in deren Zentralkomitee zeitweise mehr ehemalige PGs saßen als ehemalige Sozialdemokraten.

Trotzdem musste die Linke eine Pressesprecherin  abstellten, um die Kandidatin vor unkontrollierten Interviews abzuhalten, mit denen sie die Basis der Linken bereits verstört hat, etwa, als Klarsfeld sich als Unterstützerin des konservativen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy oder als Verteidigerin von Israel zu erkennen gab.

Für die Parteivorsitzende Lötzsch, die sich mit ihrer Kandidatenkür eigentlich glänzend für ihre Wiederwahl präsentieren wollte, wird Klarsfeld immer mehr zur peinlichen Pleite.


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